Klimademo

Winterthurer Ausrufezeichen für den Klimaschutz

In der ganzen Schweiz fanden am Samstag Demonstrationen gegen den menschengemachten Klimawandel statt. So auch in Winterthur: Hier war es sogar die grösste Demo seit Jahrzehnten.

In Winterthur wird für den Klimaschutz demonstriert. Wir haben mit den Organisatoren gesprochen.

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Die seit Wochen stattfindende Klimaschutz-Bewegung trat am Samstag ein erstes Mal auch in Winterthur so richtig in Erscheinung – und wie. «Wir schätzen, dass sich zwischen 4000 und 5000 Personen hier versamelt haben», sagt Caesar Anderegg, der die Demo leitet, bereits am frühen Nachmittag.

Sowohl für den privaten Verkehr als auch für den ÖV gibt es zeitweise kein Durchkommen. Die Stadtpolizei hat allerhand zu tun und kommuniziert laufend über Blockaden und die aktuelle Verkehrslage.

Zur Teilnehmerzahl hat sich die Stadtpolizei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geäussert. Eines scheint jedoch sicher: Dies ist die grösste Demo, die Winterthur in den letzten 50 Jahren erlebt hat. Die Erwartungen der Organisatoren wurden klar übertroffen.

«Wir schätzen, dass sich zwischen 4000 und 5000 Personen hier versamelt haben»

Aus allen Generationen haben sich am Samstagnachmittag gegen 14 Uhr Leute auf dem Neumarkt versammelt. Gemeinsam gehen sie anschliessend fürs globale Klima durch die Altstadt. Immer wieder legen sie Stopps ein, bei denen sie ihre Parolen lautstark durch die Gassen schreien. Das Motto: laut, bunt, politisch.

Auch die amtierenden Stadtratsmitglieder Christa Meier und Jürg Altwegg werden in der Masse gesichtet. Genauso andere stadtbekannte Winterthurer, wie der Autor Peter Stamm, oder Bettina Stefanini, die Tochter von Bruno Stefanini.

Fürs Klima Tanzen

Nach der Demo lädt Winterthur dann zum Klimaopenair auf dem Neumarkt ein. «Alle sind herzlich willkommen», sagt Demo-Leiter Anderegg. Hier tanzen die Klima-Demonstrierenden zu Musik friedlich bis in die Abendstunden um so ein Zeichen fürs Klima setzen.

Dem Anlass entsprechend bleibt nach den letzten Konzerten auf dem Neumarkt auch keinerlei Abfall liegen. Im Gegenteil: Der Platz ist am Samstag um 21 Uhr sauberer als sonst, wie ein Rundgang zeigt. Die Organisatoren hatten bei der Stadt Mülltonnen bestellt und den Platz am Abend zusätzlich gesäubert. Viel Arbeit habe das aber nicht gegeben, sagt Anderegg. Kaum jemand habe etwas weggeworfen.

Wir haben uns unter die Demonstranten gemischt. Einige Bewegtbilder aus dem Verlaufe des Tages:

Video: Enzo Lopardo
Video: Enzo Lopardo
Video: Enzo Lopardo
Video: Enzo Lopardo
Video: Elena Willi
Video: Elena Willi
Video: Elena Willi
Video: Elena Willi

(brü/ahu/bä/huy/zeo)

Erstellt: 06.04.2019, 15:27 Uhr

Positive Bilanz

Die Organisatoren trafen sich am Sonntag in der Altstadt zu einer ersten Nachbesprechung. «Wir sind überwältigt», sagt Mitorganisator Caesar Anderegg. Mit so vielen Leuten hätten sie nicht gerechnet. Besonders erfreut seien sie über die Breite des Publikums, von jung bis alt seien alle Generationen vertreten gewesen.

Auch das Konzert am Abend sei gut angekommen. Da alle Künstler und Helfer aus Solidarität auf einen Lohn verzichtet hätten, gehe es auch finanziell auf: «Die Kosten sind dank vieler Spenden sicher gedeckt», sagt Anderegg. Der Überschuss werde auf ein Konto bei der Alternativen Bank eingezahlt und für weitere Aktionen genutzt.

«Die Klimastreik-Bewegung Winterthur wird nicht aufhören» Denn es gebe noch keinen Grund dazu. «Das war erst der Anfang», sagt Anderegg. Schon am 4. Mai ist in Winterthur die nächste Demonstration geplant. «Wir besammeln uns wohl wieder um 14 Uhr auf dem Neumarkt. Das hat sich bewährt.»

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