Elgg

Künftige Nutzung der Mühle findet Anklang

Die Untermühle in der historischen Dorfkernzone soll ein Haus für alle Elgger werden. Vorgesehen ist eine gemischte Nutzung mit Gastro, Gewerbe, Kultur und Wohnen. Das kommt bei der Bevölkerung gut an, wie sich am Tag der offenen Tür gezeigt hat.

Im Jahr 2017 kauften die Genossenschaft Wohnen, Arbeit und Kultur (WAK) und die Heimatschutz-Vereinigung Elgg (HVE) das ehemalige Restaurant.

Im Jahr 2017 kauften die Genossenschaft Wohnen, Arbeit und Kultur (WAK) und die Heimatschutz-Vereinigung Elgg (HVE) das ehemalige Restaurant. Bild: Madeleine Schoder

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Aus dem seit Jahren geschlossenen Restaurant an der Mühlegasse dringt Musik. Die Gaststube und das Sääli sind rappelvoll, ein Weiterkommen ist nahezu unmöglich. Unablässig drängen Menschen die Treppen hinauf und hinunter und von einem Raum zum nächsten. Es ist Tag der offenen Tür in der Untermühle in Elgg. Und es scheint so, als hätten die Elggerinnen und Elgger nur darauf gewartet.

Eingeladen hatten die Genossenschaft Wohnen, Arbeit und Kultur (WAK) und die Heimatschutz-Vereinigung Elgg (HVE). Beide Organisationen setzen sich für die Belebung des Landstädtchens ein. Vor zweieinhalb Jahren haben sie gemeinsam die Untermühle gekauft, um sie zu sanieren und einer neuen Nutzung zuzuführen. Inzwischen haben sie ein Konzept für eine gemischte Nutzung erarbeitet, welche die Bevölkerung am Samstag «eins zu eins erleben» sollte, so HVE-Präsidentin Sabine Stindt.

Enormer Ansturm

Deshalb ist die Untermühle an diesem Tag vom Keller bis zum Dachstock mit Leben gefüllt. Handwerker, Gewerbetreibende und Vereine präsentieren sich und bieten Dienstleistungen an. In der mobilen Holzwerkstatt von Luciano Vignoli können die Besucher selber Hand anlegen und ein hübsches Holzobjekt herstellen. In der Reparaturstube flicken Hans Hofmann und Paul Brühwiler defekte Haushaltgeräte, Spielsachen und Computer. Der Ansturm sei enorm, sagt IT-Spezialist Brühwiler. Ein Besucher, dessen Anliegen nicht mehr berücksichtigt werden kann, fragt enttäuscht: «Warum seid ihr nicht jeden Samstag hier?»

Das Bistro im Erdgeschoss ist gut besucht. Foto: Madeleine Schoder

Noch muss sich die Bevölkerung etwas gedulden. Doch nach der Sanierung wird die Rundum-Müli, so heisst das Projekt inzwischen, ein stets offener Ort sein. Der Name Rundum, erklärt WAK-Präsident Erich Wegmann, sei eine Referenz an die Mühle: «Damals drehte sich das Mühlrad stetig, künftig wird im Haus rund um die Uhr Betrieb sein.» Dafür sorgt die vorgesehene Nutzung mit unterschiedlichen Wohn- und Arbeitsformen: Im Erdgeschoss wird es ein Bistro geben, das täglich von 7 bis 23 Uhr geöffnet ist, sowie den Empfang mit einer während 24 Stunden präsenten Ansprechperson. Im Obergeschoss werden Gewerberäume als Ateliers, Büros oder Therapieräume vermietet und für Notfälle steht ein sogenanntes «Krisenzimmer» zur Verfügung. Im zweigeschossigen Dachstock werden eine Mietwohnung sowie Zimmer zur Miete für B&B und Langzeit eingebaut. Die Werkstatt im Untergeschoss könnte zusätzlich als Eventlokal genutzt werden. Als solches steht auch der multifunkionale Mietraum im Erdgeschoss zur Verfügung.

Auch ein Nähatelier befindet sich im Gebäude. Foto: Madeleine Schoder

Dort im Sääli versetzt jetzt Zauberer Emmanuel Dietz das dicht gedrängte Publikum ins Staunen. Auch Rahel Imboden und Simon Berger spielen ihr Figurentheater vor stets voll besetzten Rängen. Und in der Ausstellung des Heimatmuseums freut sich Präsidentin Renate Katterbach über das rege Interesse der Besucher und etliche Vereinsbeitritte. «Es ist überwältigend, wie alle mitmachen», sagt Sabine Stindt. Wegmann pflichtet ihr bei und ergänzt, dass sowohl das Unterhaltungsprogramm als auch die Bespielung der offenen Ateliers und Werkstätten fast ohne eigenes Zutun zustande kamen. «Es macht Spass und ist auch eine Werbemöglichkeit», begründet Monika Brühwiler ihre Mitwirkung. Sie hat ihre Nähstube für diesen Tag von der Bahnhofstrasse in die Untermühle gezügelt und wird mit Änderungs- und Flickarbeiten überhäuft.

Auch im Untergeschoss gab es Sehenswürdigkeiten. Foto: Madeleine Schoder

Eröffnung 2021/22

Auf über 150 schätzen Stindt und Wegmann die Zahl der Besucher. Und diese geizen nicht mit Komplimenten. Immerhin wurden im Projekt Rundum-Müli zahlreiche Ideen der Bevölkerung aufgenommen, die vor rund zwei Jahren an er ersten offenen Tür gesammelt wurden. Läuft nun mit der Baubewilligung und der Sanierung alles rund, könnte die Rundum-Müli ihre Türen womöglich schon Ende übernächsten Jahres öffnen.

Auch die Holzfiguren des Schweizer Künstlers Peter Leisinger sind derzeit in Elgg. Foto: Madeleine Schoder

Erstellt: 27.10.2019, 16:46 Uhr

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