Embrach

Mehrheit wünscht Fusion der Kirchgemeinden

In der Embracher Kirche wurde über die Fortschritte des Prüfungsprozesses für eine Zusammenarbeit der reformierten Kirchgemeinden von Lufingen und Embrach-Oberembrach informiert. Nächste Entscheide fallen im Frühling 2017.

Die reformierte Kirche in Embrach.

Die reformierte Kirche in Embrach. Bild: Balz Murer

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Am Dienstagabend trafen sich in der reformierten Kirche 90 Personen, um sich ein eigenes Bild von den bisherigen Arbeiten über das Projekt «KirchGemeindenPlus» KGP zu machen. Bernadette Bosshard von der Kirchenpflege Lufingen erwähnte bei ihrer Begrüssung ein Zitat von Aristoteles: «Wir können den Wind nicht beeinflussen, aber die Segel anders setzen.» Sie deutete damit an, dass gezielte Arbeit nötig ist, um den Veränderungen in der Gesellschaft zu begegnen.

Agnes Joester, Vertreterin der Landeskirche, hat die Vision einer nahen, vielfältigen und profilierten Kirche. Um die Vision zu verwirklichen, brauche es eine Strategie. «Mit dem Projekt KPG eröffnen wir den Weg dazu», hob sie hervor. Und: «Die Freiheit des Einzelnen müssen wir würdigen und eine solidarische Gemeinschaft gestalten. Dabei stossen kleine Gemeinden an ihre Grenzen.» Sie forderte die Besucher auf, offen zu sein für neue Formen.

Sorgen macht sich Dieter Zaugg von der Landeskirche über die finanzielle Zukunft: «Vorläufig steigen die Steuereinnahmen im Durchschnitt jedes Jahr. Aber die Anzahl der Mitglieder der reformierten Kirche im Kanton sinken. Hält diese Entwicklung an, werden in naher Zukunft auch die Geldmittel abnehmen.» Mit dem Projekt KGP und dem Zusammenschluss von Kirchgemeinden will der Kirchenrat dem beobachteten Trend eine Strategie entgegensetzen. «Wir können aber keine Rezepte für alle Gemeinden aufbereiten. Ihr seid Experten vor Ort, ihr müsst mithelfen, Lösungen zu finden», riet er den Gemeindemitgliedern.

Traditionen beibehalten

Prozessbegleiter Hanspeter Lienhart stellte die bisherigen Leistungen der Arbeits- und Steuerungsgruppen und die weiteren Schritte vor. Traditionen in den drei Gemeinden sollen wie bisher beibehalten werden, ebenfalls Gottesdienste, Erwachsenenbildung, Jugendarbeit und Seniorennachmittage.

Am 3. April 2017 stimmen die beiden Kirchenversammlungen von Embrach und Lufingen gleichzeitig darüber ab, ob der Fusionsprozess weiterzuführen sei. Bei einem Ja fällt ein Jahr später der endgültige Entscheid über eine Fusion. Wird zugestimmt, sind die Fragen der Zusammenarbeit zu vertiefen und bis ins Jahr 2020 ist die Zusammenlegung umzusetzen.

Monika Sägesser, Gutsverwalterin in Lufingen, orientierte über die Vermögenswerte der beiden Kirchgemeinden. Pfarrhäuser können nur vermietet aber nicht verkauft werden, da sie seinerzeit vom Kanton finanziert wurden. Es sei zu erwarten, dass eine Fusion die Steuerfüsse nicht beeinflussen wird.

Richard Stähli und Konrad Flückiger aus Oberembrach stellten verschiedene Fragen über die finanziellen Auswirkungen einer Fusion. Alle Fragen konnten nicht beantwortet werden, da es keine zuverlässigen Prognosen über die Mitgliederentwicklungen und Steuereinnahmen gibt. Eine Besucherin fand es tragisch, dass grösstenteils nur über finanzielle Fragen diskutiert wurde.

Anhand der verschiedenen Beifallskundgebungen nach zustimmenden Voten für eine Fusion war festzustellen, dass eine Mehrheit der Besucher eine enge Zusammenarbeit der beiden Kirchgemeinden begrüsst. Bei der Verabschiedung äusserte sich Bernadette Bosshard, in Anspielung auf zwei Zeitungsartikel: «Wir freuen uns auf eine Heirat der beiden Kirchgemeinden von Embrach und Lufingen.»

(Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 23.11.2016, 14:42 Uhr

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