Nürensdorf

Mit Sicherheit ins neue Schuljahr radeln

Für einen Nachmittag drehte sich auf dem Pausenplatz Hatzenbühl alles ums Velo. Da viele Kinder ab der vierten Klasse den Schulweg mit dem Fahrrad meistern, zeigte der Elternrat den Schülern die Herausforderungen und Gefahren des Velofahrens. Damit der Spass nicht zu kurz kam, konnten die Kinder auch eine neue Sportart ausprobieren.

Auf den Hindernissen des Funparks übten sich die Viertklässler in Geschicklichkeit.

Auf den Hindernissen des Funparks übten sich die Viertklässler in Geschicklichkeit. Bild: Marissa Damerau

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45 Kinder samt Velo und Helm standen um 13.30 Uhr auf dem Pausenplatz des Schulhauses Hatzenbühl in Nürensdorf bereit. Trotz des freien Mittwochnachmittags hatten sich fast alle Schüler der drei vierten Klassen für den Velo-Fit-Tag angemeldet. Ab dieser Stufe kommen einige Kinder nicht nur in eine neue Klasse, sondern auch auf eine andere Art und Weise in die Schule. Während Schüler der ersten bis dritten Primarstufe bei Bedarf mit dem Schulbus abgeholt werden, müssen sie ab der vierten Klasse den Schulweg alleine meistern. Ein Abholservice der Eltern mit dem Auto ist nicht erwünscht; schliesslich soll die Bewegung im Alltag nicht zu kurz kommen.

Da zum Gemeindegebiet neben Nürensdorf auch die Ortsteile Birchwil, Breite und Oberwil gehören, haben einige Kinder einen längeren Schulweg. Die Kinder aus Breite benötigen mit dem Velo knapp 15 Minuten. Damit die Schüler auf mögliche Gefahren im Strassenverkehr vorbereitet sind, organisierten die beiden Elternräte der Primarschulhäuser Ebnet und Sunnerai nun zum sechsten Mal den Velo-Fit-Tag.

«Tschutten kann jeder, Radball nicht»

Sabine Baumgartner begleitete ihre neunjährige Tochter auf den Pausenplatz des Hatzenbühls. «Ich finde diesen Nachmittag etwas Sinnvolles. Meine Tochter hört wohl viel besser zu, als wenn ich es ihr erzählen würde», sagte sie. Den Velo-Fit-Tag kannte sie bereits: «Mein Sohn war schon vor zwei Jahren dabei. Seitdem spielt er begeistert Radball.

In der Turnhalle konnten die Kinder die Randsportart Radball ausprobieren.

Er nahm soeben an der Schweizermeisterschaft teil.» Die Sportart Radball entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den USA. Meist spielen zwei Teams von je zwei Spielern in einer Halle gegeneinander (2er-Radball). Auf speziellen Fahrrädern versuchen die Spieler den 600 Gramm schweren Ball mit dem Vorderrad in das gegnerische Tor zu befördern. Auf dem Boden abzustehen ist dabei nicht erlaubt.

Am Velo-Fit-Tag hatten die Schüler die Gelegenheit, diese Sportart auszuprobieren: Heinz Schläpfer, leidenschaftlicher Radballer und Mitglied des Veloclubs Bassersdorf-Nürensdorf, stellte seine Radball-Räder zur Verfügung und liess die Schüler erste Schüsse versuchen. «Tschutten kann jeder. Radball hingegen ist etwas Aussergewöhnliches», sagt Schläpfer.

Der tote Winkel steht im Fokus

Neben dem Radball erwarteten die Kinder noch sechs weitere Posten. Nach einem Veloquiz konnten sie bei einem Geschicklichkeitsparcours und einem Funpark ihre Fahrkompetenzen üben. Während die Wippe und die Sprungschanze für einige Kinder eine Herausforderung darstellten, konnten andere nicht genug davon bekommen.

Sicherheit im Strassenverkehr stand bei den anderen drei Posten im Vordergrund. Ein Kantonspolizist machte die Schüler auf die Gefahr des toten Winkels aufmerksam. Insbesondere bei LKWs, Bussen und Motorrädern kann dieser Bereich, den der Fahrer trotz Rückspiegel nicht sehen kann, ein Problem sein. Wegen ihrer Konstruktion und Grösse haben diese Fahrzeuge einen eingeschränkten Sichtradius.

«Ich finde diesen Nachmittag etwas Sinnvolles. Meine Tochter hört wohl viel besser zu, als wenn ich es ihr erzählen würde.»Sabine Baumgartner

Für Velofahrer kann es gefährlich werden, wenn ein LKW-Fahrer rechts abbiegen möchte und das Fahrrad aufgrund des toten Winkels nicht sieht oder weil er die Rückspiegel nicht richtig geprüft hat. In solchen Situation ist es ratsam, hinter dem schweren Motorfahrzeug zu bleiben.

Nach dem theoretischen Input hatten die Kinder die Möglichkeit, das Sichtfeld eines LKW-Fahrers praktisch zu erleben. Sie konnten in die Fahrerkabine eines Lastwagens steigen und nach ihren Kollegen Ausschau halten, die sich im toten Winkel befanden.

Nach fünf Jahren einen neuen Velohelm

Auch ein funktionierendes Fahrzeug ist neben einem aufmerksamen Fahrer unverzichtbar. Deshalb überprüfte Velomechaniker Christian Trafelet alle 45 Fahrräder. Bremsen, Schaltung, Reifendruck, Licht, Reflektoren, Lenkerbefestigung, Sattelhöhe und Velohelm mussten stimmen.

«Ich finde es erschreckend, wie oft die Bremsanlagen nicht in Ordnung sind», sagte Trafelet. Auch entsprächen die Velos oftmals nicht der Grösse des Kindes, was beim Fahren unangenehm sei. Der Inhaber der Velolounge Kloten empfiehlt deshalb, das Fahrzeug ungefähr einmal jährlich vom Fachmann überprüfen zu lassen. Der Zeitabstand variiere aber auch je nach Nutzung.

Ein weiteres Augenmerk sei auf den Velohelm zu legen: «Ich sehe viele veraltete Helme, die in schlechtem Zustand sind.» Fünf Jahre nach der Herstellung sollten diese jeweils ausgewechselt werden. Nur so kann der Helm wirksam vor schweren Kopfverletzungen schützen. Auch nach einem schweren Schlag ist es ratsam, den Velohelm zu ersetzen.

Damit die Beurteilung des Fachmanns Früchte tragen kann, füllte der Velomechaniker für jedes Fahrrad eine Checkliste aus, welche die Kinder den Eltern geben können. Einem unfallfreien Schuljahr stand somit nichts mehr im Wege.

Erstellt: 30.08.2018, 16:48 Uhr

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