Winterthur

Moschee-Bau am Stadtrand verzögert sich

Vom geplanten islamischen Gotteshaus im Nägelsee-Quartier ist noch nichts zu sehen. In diesen Tagen wird der Boden auf Altlasten hin untersucht.

Die Baugespanne sind ausgesteckt, aber noch darf nicht gebaut werden an der Schlachthofstrasse. Foto: Madeleine Schoder

Die Baugespanne sind ausgesteckt, aber noch darf nicht gebaut werden an der Schlachthofstrasse. Foto: Madeleine Schoder

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Noch immer steht an der Schlachthofsstrasse 16 im Nägelsee-Quartier das alte Wohnhaus mit grosser Garage. Dabei hätten hier, an der Verbindungsachse zwischen Töss und Wülflingen, bereits im Frühling die Bauarbeiten für eine neue Winterthurer Moschee starten sollen.

Dies war zumindest der erhoffte Zeitplan des islamischen Kulturvereins. Der Verein besteht seit 1991, in der bereits existierenden Moschee an der Zürcherstrasse 300 treffen sich vor allem Menschen, deren Herkunft in Ländern mit einem ethnisch-albanischen Bevölkerungsanteil liegt.

Aktuell befindet sich das Projekt – das Baugesuch wurde letzten November publiziert – noch immer im Bewilligungsverfahren. Laut Baudepartements-Sekretär Lukas Mischler laufen derzeit «Abklärungen zu den Altlasten und Voruntersuchungen». Weitere Details sind nicht publik, aber laut Eingeweihten nimmt eine Firma derzeit geologische Proben vom Untergrund, der allenfalls belastet ist. Wegen dieser allfälligen Verschmutzungen war offenbar auch der Kaufpreis für das Grundstück eher tief.

«Mit allem rechnen»

Und weitere Verzögerungen sind möglich. Denn erst, wenn nach den Vorabklärungen ein baurechtlicher Entscheid vorliegt, können Einsprachen dagegen erhoben werden.

Mit Widerstand rechnen die Initianten, wie sie schon letztes Jahr gegenüber dem «Landboten» sagten. Trotz positiven Rückmeldungen in dem Wohn- und Industriequartier sagte der Präsident: «Wir bauen eine Moschee, wir müssen mit allem rechnen.»

Gebetsraum mit Kuppel

Im letzten November war auch die Finanzierung der Moschee noch nicht gesichert. Die Rede war von 4,5 Millionen Franken, man sei aber noch auf der Suche nach Spendern. Trotz mehrmaligen Kontaktversuchen in den letzten Tagen konnte der «Landbote» die Verantwortlichen dazu nicht befragen. Laut den bereits bekannten Plänen soll die Moschee einen aufgeteilten Gebetsraum für Männer und Frauen aufweisen, der Raum soll circa 280 Quadratmeter gross werden, mit Galerie und Kuppel.

Die geplante Moschee im Nägelsee-Quartier wäre die siebte auf Stadtgebiet. Nachdem die An'nur-Moschee in Hegi nach all den Negativ-Schlagzeilen geschlossen wurde, werden alle verbleibenden Moscheen von türkisch- und albanisch-stämmigen Gruppen betrieben.

Erstellt: 16.08.2019, 15:08 Uhr

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