Kirchgemeinde Plus

Ohne Seuzach gibt es keine Fusion

Im November stimmen die Kirchgemeinden Altikon-Thalheim-Ellikon, Dinhard, Rickenbach und Seuzach über eine Fusion ab.

Nur wenn Seuzach der Fusion der reformierten Kirchen zustimmt, kommt das Vorhaben zustande.

Nur wenn Seuzach der Fusion der reformierten Kirchen zustimmt, kommt das Vorhaben zustande. Bild: Christoph Peter

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Man wollte es nicht recht glauben: Trotz diverser Sitzungen für das von der Landeskirche initiierte Fusionsprojekt «Kirchgemeinde Plus» sagte Werner Baumann, Präsident der Dinerter Kirchenpflege, an der Jahresrechnungsversammlung am Montag: «Beim Budget zu den Sitzungen von Kirchgemeinde Plus konnten wir 1200 Franken einsparen.»

Das Fusionsprojekt beschäftigt die Dinerter schon über fünf Jahre. Zu Beginn der Verhandlungen waren noch die Gemeinden Dägerlen, Hettlingen und Wiesendangen involviert. Mittlerweile sind noch die Nachbar-Kirchgemeinden Altikon-Thalheim-Ellikon, Rickenbach und Seuzach verblieben (siehe Karte rechts).

«Kirche vor Ort» als Kernstück

Die Planung für die Fusion per Anfang 2020 wird nun aber immer konkreter: Seit Januar haben sich die restlichen vier Kirchgemeinden noch einmal intensiver mit der Fusion beschäftigt. So soll die «Kirche vor Ort» das Kernstück der neuen Gemeinde bilden. Dadurch soll «das kirchliche und diakonische Leben weiterhin in den einzelnen Ortskirchen sichergestellt werden», heisst es in einer Mitteilung. Vorgesehen ist, dass sich lokale Ortskirchenkommissionen zusammen mit einem Ortspfarrer, einem Kirchenpfleger und weiteren Kommissionsmitgliedern um die Bedürfnisse im Dorf kümmern. Zentralisiert werden soll hingegen die Verwaltung.

Die Steuerungsgruppe hat ausserdem einen Zusammenschlussvertrag und eine Kirchgemeindeordnung verabschiedet. Diese werden von der Landeskirche ab Juli vorgeprüft. Im Herbst wird den Reformierten der vier Gemeinden nach einem Informationsanlass die neue Kirchgemeindeordnung zur Genehmigung vorgelegt.

Am 25. November folgt die Urnenabstimmung zur Fusion. Mindestens drei Gemeinden müssen zustimmen, damit die Fusion vollzogen wird. Eine dieser drei Gemeinden muss zwingend Seuzach sein. «Längerfristig wäre eine Fusion ohne Seuzach nicht sinnvoll», sagt Baumann. Wenn also Dinhard die Fusion als einzige Gemeinde ablehnen würde, wäre die neue Gemeinde voneinander getrennt und auf zwei Gebiete aufgeteilt.

Zusammen 6800 Mitglieder

Bei einem Ja aller Gemeinden hätte die neue Gemeinde nach heutigem Stand rund 6800 Mitglieder. Die Hälfte davon würde Seuzach mitbringen, gefolgt von Altikon-Thalheim-Ellikon (1366), Rickenbach (1257) und Dinhard mit 864 Reformierten. Die neue Gemeinde würde damit zu den zehn grössten im Kanton zählen. Im Vergleich zur grössten, jene der Stadt Zürich, ist das allerdings immer noch klein. Diese zählt ab nächstem Jahr und der Grossfusion von 32 Gemeinden insgesamt 80 000 Mitglieder.

Höhere Mitgliederzahlen können für die Gemeinden entscheidend sein. Sie bestimmen die Pfarrprozente, die von der Landeskirche vergeben werden. Aktuell wird in der Synode verhandelt, wie hoch die Mitgliederzahlen für eine Pfarrstelle liegen sollen. Über die angepasste Kirchenordnung wird im September kantonal abgestimmt. Baumann sagt allerdings: «Der Kirchenrat hat zugesagt, dass die Gemeinden durch eine Fusion nicht weniger Pfarrstellenprozente erhalten.» (Landbote)

Erstellt: 15.05.2018, 17:53 Uhr

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