Handball

Pfadis Kaltstart ins Playoff

Mit einem halben Tag Vorbereitung steigt Pfadi am Dienstag um 19.30 Uhr in den Playoff-Viertelfinal gegen den HC Kriens-Luzern. Der Sieger der Abstiegsrunde hatte viel mehr Zeit.

So entspannt wie letzten November vor dem ersten Saisontreffen der beiden Viertelfinalgegner in der Axa-Arena, das Pfadi 31:26 gewann, werden die Trainer Adrian Brüngger (links) und Goran Perkovac heute wohl nicht sein.

So entspannt wie letzten November vor dem ersten Saisontreffen der beiden Viertelfinalgegner in der Axa-Arena, das Pfadi 31:26 gewann, werden die Trainer Adrian Brüngger (links) und Goran Perkovac heute wohl nicht sein. Bild: Deuring Photography

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Am Montag Nachmittag versammelte sich Pfadi zum Videostudium und Training. Es war zugleich die erste gemeinsame Zusammenkunft seit dem letzten Match in der Finalrunde, der vor zehn Tagen in Schaffhausen verloren gegangen war. Seither fehlten die Nationalspieler: Marvin Lier, Cédrie Tynowski und Michal Svajlen traten für die Schweiz in der EM-Qualifikation an, Luigj Quni für den Kosovo.

Alle Pfadi-Spieler tauchten gestern auf – bis auf einen: Quni hatte seinen Anschlussflug in Lissabon verpasst. Sonntagnacht war er in Tel Aviv im Einsatz gestanden, als Kosovos Handballer 24:30 unterlagen. Vier Tage zuvor hatten sie Israel in Prishtina 27:24 bezwungen. Quni kehrte nicht nur verspätet zu Pfadi zurück, sondern auch verletzt: In einem Zweikampf hatte er sich die Schulter überdehnt. Wie schwer die Verletzung ist, muss sich erst noch herausstellen.

Der Abstecher von Pfadis Kreisläufer Nummer 2 passt zur Saison, welche die Winterthurer bisher erlebt haben. Nicht viel verlief nach Plan. Aber immer haben sie das Bestmögliche daraus geholt. Das muss auch jetzt so sein, wenn sie den Playoff-Viertgelfinal gegen den HC Kriens-Luzern gewinnen wollen. Sie werden mit einem Kaltstart, mit nur einem halben Tag gemeinsamer Vorbereitung, zu dieser Best-of-5-Serie antreten.

Winterthurer Vorteil

Natürlich ist das ein Nachteil. Pfadis Vorteil: «Wir kommen aus einem guten Rhythmus. Den wollen wir schon im ersten Match ausspielen», erklärt Trainer Adrian Brüngger. Seine Mannschaft wurde in der Finalrunde bis zuletzt auf gehobenem Niveau gefordert. Darüber hinaus steigen die drei Nationalspieler, die wesentlich mithalfen, dass die Schweiz die Belgier in der EM-Qualifikation zweimal bezwungen haben, geradezu im Hoch ins Playoff. «Sie haben gut gespielt, phasenweise sogar sehr gut», lobt Brüngger die Aussenspieler Lier und Tynowski sowie Svajlen, den Abwehrchef.

Quni ist heute fraglich. Ebenso Stammtorhüter Matias Schulz, der gemäss Brüngger «sicher im Verlauf der Serie» zurück kehren wird. Aufbauer Filip Maros ist wieder fit. Kevin Juds Schulterverletzung erwies sich «nur» als Entzündung, er kann wieder ohne Einschränkungen werfen. «Zum Glück», sagt Brüngger. Ein Forfait des Regisseurs «wäre ziemlich der Worst Case für uns. Auf ihn können wir nicht verzichten.» Während der Nationalteam-Pause hat Pfadi auch daran gearbeitet, «die Abwehr auf Playoffniveau zu bringen», erklärt Brüngger. «Wir machten Fortschritte im Training.»

Krienser Vorteil

Die Winterthurer besassen einen halben Tag Vorlauf aufs Playoff. Die Krienser hatten unvergleichlich mehr Zeit, sich auf diesen Viertelfinal einzustimmen. Eigentlich schon während der gesamten Abstiegsrunde, die sie mit 15 Punkten Vorsprung auf den RTV Basel abschlossen. Dass sie als Nummer 7 ins Playoff steigen würden, war grundsätzlich unbestritten. Und dass der Gegner im Viertelfinal Pfadi heissen würde, damit hatte HCK-Trainer Goran Perkovac schon seit Anfang Jahr gerechnet.

Vom Potenzial her hätte seine Mannschaft in die Finalrunde gehört. Diese verpasste sie im Dezember um einen Punkt gegenüber dem HSC Suhr Aarau. «Enttäuschend» sei das gewesen, sagt Perkovac. «Aber wir haben von der Abstiegsrunde auch profitiert. Wir konnten alle Spielern Einsatzzeit geben und uns aufs Playoff konzentrieren.» Und: «Schon während der Abstiegsrunde trainierten wir Varianten, die auf Pfadis Spiel ausgerichtet sind», betont Perkovac, der kroatische Olympiasieger von 1996, ein späterer Meistertrainer Pfadis sowie National- und Bundesliga-Trainer – der 1993 als Regisseur von Borba Luzern den Pfadern den Meistertitel weggeschnappt hatte. Torhüter Paul Bar fehlte Kriens-Luzern seit Mitte September wegen eines Kreuzbandrisses, Linkshänder Aleksandar Radovanovic, der ab nächster Saison für Pfadi spielt, ist erneut angeschlagen. Das Team ist weitgehend komplett und im Gegensatz zu den Winterthurern musste der HCK keine Nationalspieler frei geben. «Pfadi ist stark, eingespielt und der Favorit», meint Goran Perkovac. «Wir können unbekümmert antreten und rechnen uns Chancen aus. Die Qualitäten haben wir.» (Der Landbote)

Erstellt: 15.04.2019, 19:42 Uhr

Playoff-Viertelfinal (Best of 5)

Dienstag, 16. April, 19.30 Uhr: Pfadi (2. nach der Qualifikation) – HC Kriens-Luzern (7.). – Donnerstag, 18. April, 20.00: HCK – Pfadi. – Samstag, 20. April, 19.30: Pfadi – HCK. – Eventuell: Dienstag, 23. April, 20.00: HCK – Pfadi. – Donnerstag, 25. April, 20.15: Pfadi – HCK.

Weitere Viertelfinals: Kadetten Schaffhausen (1.) – RTV Basel (8.), HSC Suhr Aarau (3.) – Wacker Thun (6.), BSV Bern (4.) – St. Otmar
St. Gallen (5.).
Halbfinals (Best of 5) ab 28. April.

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