Eishockey

Thurgau überfordert den EHCW

Der HC Thurgau gewinnt das letzte Derby der Saison gegen den EHC Winterthur 3:1. Das Resultat hätte klarer ausfallen, das Spiel in den Schlussminuten aber auch nochmals kippen können.

Einer gegen viele: EHCW-Topskorer Jared Gormes kämpft gegen eine Übermacht an Thurgauer Spielern.

Einer gegen viele: EHCW-Topskorer Jared Gormes kämpft gegen eine Übermacht an Thurgauer Spielern. Bild: Madeleine Schoder

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Zusammenfassung (Video-Quellen: sihf.ch) EHCW-Verteidiger Atanasio Molina zum Spiel EHCW-Stürmer Anthony Staiger zum Spiel Thurgau-Trainer Stefan Mair zum Spiel

Ein Kehrausspiel? Hätte man denken können, denn weder der EHCW noch Thurgau brauchten zwingend Punkte. Doch das wurde es nicht, denn die beiden Teams waren auf etwas ganz anderes aus. Der EHCW ist seit einigen Wochen auf der Mission, eine punktemässig missglückte Saison noch in ein besseres Licht zu rücken. Und Thurgau will sich für das in der kommenden Woche beginnende Playoff in Schwung bringen. Also bekamen die Zuschauer ein temporeiches und intensives Spiel zu sehen.

Zunächst hatten die Thurgauer Vorteile, denn die Winterthurer Hintermannschaft machte zu Beginn unter dem Druck eines intensiven Forecheckings den einen oder anderen Fehler. Das Bild änderte sich in der 8. Minute: Der EHCW bekam sein erstes Powerplay, und Anthony Staiger nutzte das zum 1:0. Eine Zeitlang war der EHCW auf Augenhöhe, er konnte den Vorsprung aber nicht halten oder gar ausbauen. Léonardo Fuhrer, in Abwesenheit des verletzten Amerikaners Cody Wydo der Center des ersten Blocks bei Thurgau, glich in der 13. Minute aus.

Schwaches Mitteldrittel

Was Thurgau im ersten Abschnitt zeigte, war allerdings nur ein Vorgeschmack einer Demonstration punkto Tempo und Kompromisslosigkeit, die im zweiten Drittel folgte. Die Winterthurer konnten dem nichts entgegensetzen und wurden in der eigenen Halle komplett dominiert, was sich am Schussverhältnis manifestiert: 5:15 lautete es im Mitteldrittel, von Chancen des EHCW konnte schon gar nicht mehr gesprochen werden. Trainer Michel Zeiter sah das Unheil kommen und nahm in der 26. Minute bereits ein Time-out. «Wir haben in dieser Phase nicht das gespielt, was uns auszeichnet, nicht das einfache, nicht das Effektive», begründete er seine Massnahme. Aber Thurgau machte konsequent weiter und kam auch zum Erfolg: Adam und Rundquist und Melvin Merola brachten ihr Team bis zur zweiten Pause 3:1 in Führung.

Dass Thurgau nicht noch höher führte, war der starken Leistung Tim Guggisbergs geschuldet – selbst wenn der zweimal nicht gut aussah. Vor dem 1:2 verlor der EHCW-Goalie bei einem Pfostenschuss die Übersicht, und bei Merolas 3:1 liess er sich von einem Buebetrickli überraschen. Problematischer aber war, dass der EHCW sich in der Defensive vom Thurgauer Pressing zu sehr verunsichern liess. So, dass Auslösungen auch dann missrieten, wenn eigentlich kein allzu grosser Druck vorhanden war. «Zu unkonzentriert» seien seine Spieler gewesen, sagte Zeiter.

Chancen erst am Schluss

Vom EHCW war in den letzten 20 Minuten eine Reaktion gefordert. Die kam auch, aber nur im Rahmen dessen, was Thurgau zuliess. Zehn Minuten lang passierte wenig. Im Gegenteil, Thurgau hätte den Sack zumachen können. Der EHCW kam erst in der Schlussphase in die Nähe des Anschlusstreffers, weil sich die Thurgauer unerwartete Blössen gaben. Plötzlich sammelten sie Strafen. Zweimal konnten die Winterthurer in doppelter Überzahl antreten, in den letzten zwei Minuten versuchten sie es gar mit sechs gegen drei Feldspieler. Es half nichts mehr. Jared Gomes traf nur den Pfosten, auch Tim Wieser brachte den Puck nicht mehr ins Tor.

Es hätten das Spiel auch auf den Kopf gestellt, wenn der EHCW noch hätte ausgleichen können. Denn Thurgau bewies über 50 Minuten lang, dass es im Playoff-Viertelfinal für den Zweiten der Qualifikation ein höchst unangehnehmer Gegner sein wird. Und der EHCW, der konnte nicht an die starken Leistungen vor der Nationalmannschaftspause anknüpfen. «Heute war bei uns in jedem Block etwas, das nicht ganz passte», analysierte Zeiter. «Dann reicht es für uns halt nicht.»

(Der Landbote)

Erstellt: 12.02.2019, 22:54 Uhr

Telegramm

EHCW – HC Thurgau 1:3 (1:1, 0:2, 0:0)
Zielbau-Arena. – 950 Zuschauer. – Tore: 8. Staiger (Gomes, Roos/Ausschluss El Assaoui) 1:0. 13. Fuhrer 1:1. 30. Rundquist (Frei) 1:2. 38. Merola (Seiler) 1:3. – Strafen: 1x2 gegen den EHCW, 7x2 gegen Thurgau. – EHCW: Guggisberg; Roos, Kobach; Molina, Blaser; Guerra, Pozzorini; Staiger, Gomes, Allevi; Martikainen, Homberger, Wieser; Schmidli, Nigro, Keller; Ranov, Alihodzic, Scherz. – Thurgau: Aeberhard; Parati, Seiler; Steinauer, Collenberg; Al Assaoui, Wildhaber; Zanzi, Hänggi; Ryan, Fuhrer, Merola; Frei, Rundquist, Michael Loosli; Bahar, Vogel, Hollenstein; Moser, Brändli, Janik Loosli. – Bemerkungen: EHCW ohne Bozon, Küng und Schmutz (verletzt), Jonski (Dübendorf), Haller (Basel) und Sigg (Elite-Junioren). Thurgau ohne Wydo, Engeler und Arnold (verletzt). 25:16 Time-out EHCW. 49. Pfostenschuss Fuhrer. 55. Pfostenschuss Gomes. EHCW ab 57:48 ohne Torhüter.

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