Lufingen

Wohnungen für 500 neue Lufinger

Auf dem Lufinger Ziegeleiareal sind die Bagger im Einsatz. Das Dorf wird in den nächsten Jahren viel Zuwachs erhalten – auch von Menschen mit durchschnitt­lichem Einkommen.

Die Backsteinhäuschen dienen als Velounterstände oder als Stauraum für die Bewohner. Zudem schirmen sie die Wohnhäuser vom Strassenlärm ab.

Die Backsteinhäuschen dienen als Velounterstände oder als Stauraum für die Bewohner. Zudem schirmen sie die Wohnhäuser vom Strassenlärm ab. Bild: PD

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Die letzten Ziegel wurden hier vor knapp 20 Jahren gebrannt und 2013 riss man die Gebäude der Ziegelei Lufingen ab. Nun entstehen auf dem Areal entlang der Zürichstrasse wieder neue Häuser mit Fassaden aus gelblichen Backsteinen – eine Referenz an die Geschichte des Grundstücks mit lehmigem Boden. Gestern fand zum Baubeginn eine kleine Feier statt.

In den nächsten sechs Jahren errichtet die Baugenossenschaft Zentralstrasse (BGZ) in drei Etappen fünf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 191 Wohnungen. Mit Grössen zwischen 2,5 und 5,5 Zimmern strebt sie eine Durchmischung von Alleinstehenden, Paaren und Familien sowie Menschen verschiedenen Alters an. Bestandteil der neuen Siedlung ist auch das unter Schutz stehende Bauernhaus Furrer, in dem vier Wohnungen und ein Kinderhort mit gedeckter Aussenhalle und Garten geplant sind.

Zudem wird der Aspbach freigelegt, der derzeit in einem unterirdischen Kanal verläuft. Der Bachraum soll über 30 Meter breit werden. Somit wird er einem Hochwasser standhalten können, wie es gemäss Statistik nur etwa alle 300 Jahre auftritt. Eine Brücke verbindet die verschiedenen Gebäude, zwischen denen Büsche, Wiesen und Bäume wachsen sollen.

Eher günstige Wohnungen

Gemeindepräsident Jürg Badertscher rechnet mit einem Bevölkerungszuwachs von 400 bis 500 Personen; heute zählt Lufingen knapp 2400 Einwohner. «Von der Infrastruktur her sind wir gerüstet», sagt Badertscher. Das Wasserreservoir wurde kürzlich ausgebaut, beim Schulhaus bestehen Kapazitäten zur Erweiterung. ­Etwas Sorge bereitet dem Gemeinde­präsidenten jedoch der Autoverkehr, der mit den gut 230 zusätzlichen unterirdischen Parkplätzen nochmals zunehmen wird.

Angetan ist Badertscher hingegen vom Prinzip der Kostenmiete, bei der kostendeckende Mieten erhoben, aber kein Gewinn erwirtschaftet wird. «Das ist ein Novum für Lufingen», sagt der Gemeindepräsident. Bisher gebe es im Dorf vorwiegend Eigentumsobjekte und wenig günstigen Wohnraum. Auf dem Ziegeleiareal wird eine Vierzimmerwohnung mit 100 Quadratmetern voraussichtlich auf rund 2000 Franken monatlich zu stehen kommen. Die Vermietung der ersten Wohnungen ist in zwei Jahren vorgesehen.

Bei der BGZ handelt es sich zwar nicht um eine klassische Wohnbaugenossenschaft, bei denen in der Regel die Bewohner selber Anteilscheine zeichnen. Genossenschafter können nur selbstständige Unternehmer im Bau- und Baunebengewerbe werden. Wenn sie konkurrenzfähig offerieren, werden sie bei den Aufträgen meist bevorzugt behandelt. Der BGZ gehören knapp 1000 Wohnungen in Zürich und Umgebung an, von denen sie die meisten selber erstellt hat.

Strom von der Sonne

Mit der Überbauung in Lufingen hat sie das Architekturbüro Harder Haas Partner beauftragt, welches unter anderem das Kornhaus Swissmill in Zürich realisiert hat. In der Gestaltung orientierten sich die Planenden an dem im Dorf dominierenden Bauernhausstil, jedoch nach zeitgemässem Standard. Auf den gegen Süden gerichteten Dächern werden Fotovoltaikanlagen Strom herstellen.

Überschüssige Energie wird in Wasserspeicher geleitet, die für die Erwärmung des Brauchwassers zur Verfügung stehen. Die Gebäude werden mit Wärmepumpen beheizt, die vorerst hauptsächlich mit Netzstrom versorgt werden. Zudem werden in der Tiefgarage Steckdosen für Elektrofahrzeuge bereitstehen. Man strebe den Minergie-Standard an, sagte Architektin Veronika Harder, jedoch ohne das entsprechende Label zu erlangen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.06.2018, 21:29 Uhr

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