Schlatt

«Wollen keine Einzelkämpfer mehr sein»

Vertreter der Schulbehörden informierten in Schlatt über die beabsichtigte Schulfusion Elsau-Schlatt. Von den Zuhörenden gab es nur in einem Punkt Kritik.

Die Primarschulgemeinde Schlatt könnte bereits ab Januar 2019 mit dem Pendant in Elsau und der gemeinsamen Oberstufe fusioniert sein.

Die Primarschulgemeinde Schlatt könnte bereits ab Januar 2019 mit dem Pendant in Elsau und der gemeinsamen Oberstufe fusioniert sein. Bild: Marc Dahinden

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Als «Gspänli» begrüsste Thomas Keller, Vizepräsident der Primarschulpflege Schlatt, seine beiden Kollegen aus der Projektgruppe zur Informationsveranstaltung über die Schulfusion Elsau-Schlatt. Vielleicht wird diese Beziehung ab dem 1. Januar 2019 noch enger. Auf dieses Datum hin wollen die beiden Primarschulen Elsau und Schlatt sowie die Oberstufenschule Elsau-Schlatt nämlich fusionieren. Im Gemeindesaal in Schlatt waren am Mittwochabend gut 25 Personen anwesend, um sich darüber genauer zu informieren.

«Fliessende Übergänge»

Die Pädagogik als «Kerngeschäft» stehe im Zentrum der Fusion. Philipp Berni, Präsident der Oberstufenschulpflege Elsau-Schlatt, wies darauf hin, dass besonders die sogenannten Stufenübergänge von der Primar- in die Oberstufe von einer Fusion profitieren würden: «Wir sprechen heute schon miteinander darüber, diese Übergänge fliessender zu gestalten, es bleibt allerdings alles unverbindlich.»

Die Lehrpersonen könnten sich ausserdem zusammen weiterbilden und es würden «gemeinsame pädagogische Werte» geschaffen und erhalten. «Durch die Grösse wären auch Wahl- und Freifächer oder eine Hausaufgabenhilfe sicherer finanzierbar», sagte Berni. Auch der Austausch zwischen der Schulsozialarbeit oder den Schulleitern würde laut der Projektgruppe durch einen Zusammenschluss verbessert werden. Roman Arnold, Präsident der Primarschulpflege Elsau, sagte: «Wir wollen keine Einzelkämpfer mehr sein.»

«Wie Weihnachten für uns»

Die Schlatter würden auch finanziell profitieren. Der Gesamtsteuerfuss der Schule liegt laut einer Schätzung bei einer allfälligen Fusion für das Jahr 2019 bei 68 Prozent. Aktuell beträgt der Steuerfuss für die Schlatter 87 Prozent. Für die Elsauer soll sich nichts verändern. «Das kann ja irgendwie nicht sein, dass er für die Elsauer gleich bleibt», sagte Keller. Und obwohl ein externer Berater dies so vorgerechnet habe, werde man eine Zweitmeinung zum Steuerfuss einholen. «Denn wir können noch so viele pädagogische Vorteile in die Waagschale werfen, am Ende entscheidet das Geld», sagte Keller.

Um die Entscheidung zu erleichtern, gibt der Kanton einen Batzen in eine allfällige Fusionskasse. Nebst 45 000 Franken für das Projekt, das aktuell ausgearbeitet wird, würde sich der Kanton im Falle einer Fusion mit weiteren 200 000 Franken beteiligen. Dazu kommt ein sogenannter Entschuldungsbeitrag, dessen Höhe noch unklar ist und der erst im Vorfeld der Abstimmung im November 2017 bekannt sein wird. Keller wollte keinen Betrag nennen, sagte aber: «Metaphorisch gesprochen, sind wir das hässliche Entlein und der Kanton hat sicher ein Interesse daran, uns ein wenig hübsch zu machen.» Für die Schlatter gebe es keinen rationalen Grund, gegen die Fusion zu sein: «Es ist wie Weihnachten für uns.»

Kommunikation kritisiert

Der Grundtenor der Fragerunde gegenüber der Fusion war positiv. Die Kommunikation der Projektgruppe wurde hingegen kritisiert: «Ich habe von diesem Anlass aus der Zeitung erfahren», hiess es etwa. Oder: «Ich habe es rein zufällig im Aushang gesehen, auf der Homepage der Schulen gab es keine Hinweise auf den heutigen Abend.» Arnold versprach, die Kommunikation zu verbessern.

Die bereits vor einer Woche in Elsau angesprochene Angst, dass Kinder aus Schlatt nach Elsau zur Primarschule gehen müssten, bezeichnete Arnold als unbegründet. Miro Porlezza, Bernis Vorgänger als Präsident der Oberstufenschulpflege, sagte aus dem Publikum: «Es hat genügend Platz, es können noch ein paar Kinder in Schlatt gezeugt werden.»

Eine Frage gab es auch zu den Lehrpersonen und wie diese in den Prozess eingebunden seien. Keller antwortete, dass diese nun in Projektgruppen eingebunden würden. Im Frühling oder Sommer sind laut der Projektgruppe weitere Infoveranstaltungen geplant, in denen detaillierter informiert werden soll.

Erstellt: 24.11.2016, 18:24 Uhr

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