Eigental

Zusätzliche Barrieren fürs Eigental

Die Erkenntnisse aus der Sommersperre im Eigental lassen die Stadt Kloten handeln. Zur besseren Sichtbarkeit und Durchsetzung der Sperrzeiten werden weitere Barrieren montiert. Niemand soll künftig aus Versehen ins Fahrverbot geraten.

Die Technik hilft zur Durchsetzung der Sperrzeiten im Eigental in Form von LED-Anzeigen (nur auf Eigentalstrecke, Bild rechts) und automatischen Barrieren (nur auf Gerlisbergstrecke). Nun wird auch die Hauptachse zwischen Oberembrach und Birchwil neben den LED-Tafeln mit Barrieren ausgestattet. Denn die Leuchtanzeigen allein haben ihre Wirkung bislang verfehlt.

Die Technik hilft zur Durchsetzung der Sperrzeiten im Eigental in Form von LED-Anzeigen (nur auf Eigentalstrecke, Bild rechts) und automatischen Barrieren (nur auf Gerlisbergstrecke). Nun wird auch die Hauptachse zwischen Oberembrach und Birchwil neben den LED-Tafeln mit Barrieren ausgestattet. Denn die Leuchtanzeigen allein haben ihre Wirkung bislang verfehlt. Bild: Sibylle Meier

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Die grossen LED-Anzeigen auf beiden Seiten des Eigentals sind zwar einfach zu bedienen und praktisch in der Handhabung. Doch die Verantwortlichen der Stadt Kloten mussten feststellen, dass die moderne Installation letztlich doch nicht genügend beachtet wird. Deshalb wird nun nachgerüstet. Seit dem 1. Juni ist das Eigental für den Durchgangsverkehr gesperrt. Anders als vor einem Jahr, wird das Tal der Frösche bereits am Nationalfeiertag wieder geöffnet sein.

Denn Sommersperrzeit ist gemäss Einigung aller Beteiligten am Runden Tisch seit 2017 alljährlich während den Monaten Juni und Juli. Somit endet genau genommen heute um Mitternacht die längste Schonzeit des Jahres, die zugunsten der Wanderung der jungen Frösche, Kröten und Molche im vergangenen Jahr erstmals durchgeführt worden war.

Im letzten Jahr waren auf dem Abschnitt zwischen Oberembrach und Birchwil bei Nürensdorf noch über 1200 Autos von den beiden Überwachungskameras erfasst worden, die während dieser permanent geltenden Sperrzeit unerlaubt durchs Tal fuhren.

«Schwer gebessert»

Heuer ist das zweimonatige Fahrverbot weit weniger bussenträchtig ausgefallen wie noch 2017. Marc Osterwalder, Abteilungsleiter Lebensraum+Sicherheit der Stadt Kloten sagt: «Die Situation hat sich schwer gebessert.» Seit dem ersten Juni haben die Angestellten der Stadtpolizei Kloten, die für die Durchsetzung des neuen Regimes im Eigental verantwortlich sind, «nur» noch etwas über 600 Verstösse gegen das rund um die Uhr geltende Fahrverbot registriert.

Doch selbst wenn das eine Halbierung der Übertretungen bedeutet, ist auch diese Zahl noch immer ziemlich hoch. Deshalb will man sie durch weitere Massnahmen möglichst gegen null drücken. Wie das gelingen soll, hat sich während der nun zu Ende gehenden Sommersperre gezeigt: mit physischen Absperrungen. Ab dem zweiten Tag, als die Gitter die Eigentalstrasse halbseitig versperrten, konnte die Bussenflut deutlich reduziert werden. Von 72 Bussen am ersten Sperrtag fiel der Wert danach auf unter 20 pro Tag.

Nachrüsten bis im Oktober

Im Herbst folgt gemäss jener Übereinkunft der Umweltverbände, Gemeinden, Anrainer, des Kantons und des Bundes am Runden Tisch nämlich schon die nächste Sperrphase.

Bis dahin will man gemäss Osterwalder bereit sein mit den Nachbesserungen. Die Herbstsperrung ist nämlich «nicht sehr kundenfreundlich» in der Durchsetzung. Daher sei eine eindeutige Signalisation wichtig. Denn man wolle ja die Autofahrerer nicht in eine Falle locken, sondern ihnen helfen, das Verbot rechtzeitig zu erkennen und nicht aus Versehen hineinzutappen.

Deshalb lässt die Stadt Kloten nun zusätzlich vier automatische Barrieren montieren. Der Stadtrat hat dazu rund 70 000 Franken gesprochen, bestätigt Osterwalder den Entscheid. Manche von ihnen sind solarbetrieben, da sie sich zu weit weg befinden von einem Stromanschluss. Die rot-weissen Balken aller neuen Schranken werden nur bis in die Strassenmitte reichen, damit Berechtigte, Rettungsfahrzeuge oder Bauern mit ihren Traktoren noch passieren können. Kloten habe erkannt, dass die sogenannten Catch-Cams und die LED-Anzeige allein nicht ausreichten. «Aber mit den Barrieren kann wohl niemand mehr sagen, er habe das Verbot nicht gesehen», sagt Osterwalder.

Kameras weiter «scharf»

Bislang habe man stets nach dem Prinzip gehandelt, nur so wenig wie möglich und so viel wie nötig auszugeben, damit das Verkehrsregime im Eigental zufriedenstellend funktionieren kann. Nun werden also Barrieren nötig, damit die einzelnen Herbst-Sperrtage unmissverständlich und benutzerfreundlich signalisiert werden können. Im Oktober und November sind gemäss Vereinbarung in maximal 30 Nächten Sperrungen zwischen sieben Uhr abends und sieben Uhr morgens möglich.

An welchen Tagen genau gesperrt wird, bestimmen aber nicht die Klotener, sondern die Fachleute der Fachstelle Naturschutz beim kantonalen Amtes für Landschaft und Natur in Zürich. Von Kloten aus werden die Barrieren anschliessend per Knopfdruck gesenkt. Die Kameras sind in dieser Zeit übrigens weiterhin «scharf» gestellt.

Erstellt: 30.07.2018, 15:12 Uhr

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