Winterthur

Zwei Frauen kämpfen ums Schlichtungsamt

Zwei Frauen kämpfen am 23. September um ein Friedensrichteramt. Beide berufen sich auf ihre Erfahrung, wenn auch in unterschiedlichen Bereichen.

Karin Mettler (SVP), links, und Gabi Bienz (CVP) treten beide zur Ersatzwahl für das Friedensrichteramt an.

Karin Mettler (SVP), links, und Gabi Bienz (CVP) treten beide zur Ersatzwahl für das Friedensrichteramt an.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im Friedensrichteramt Winterthur sind drei gewählte Friedensrichterinnen mit je einem 65-Prozent-Pensum beschäftigt. Eine davon, Verena Mettler-Späni, hat ihren Rücktritt bekannt gegeben. Eine Ersatzwahl wurde nötig. Um den Sitz bewarben sich vier Frauen — nach dem ersten Wahlgang im Juni zogen sich jedoch zwei zurück. Im Rennen verblieben Karin Mettler (SVP) und Gabi Bienz (CVP).Die beiden Kandidatinnen unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. Angefangen beim Alter. Bienz hat Jahrgang 1962 und ist damit rund 22 Jahre älter als Karin Mettler (1984).

Anders sind auch die Werdegänge der beiden. Aktuell ist Bienz leitende Stadtrichterin und sagt, sie sei motiviert, eine neue Herausforderung anzunehmen. «Ich finde es spannend mit Menschen zu arbeiten und Konflikte zu lösen. Zudem ist es mir ein Anliegen, die Gerichte zu entlasten.» Für das Amt sieht sie sich befähigt aufgrund ihrer Berufs- und Lebenserfahrung sowie ihrer hohen Sozialkompetenz.

Mettler dagegen ist als Mediatorin und Rechtsanwältin tätig. Das Amt reize sie, weil es ihr die Möglichkeit biete, ihre beiden aktuellen Berufe, das Schlichten und die juristische Tätigkeit, zu vereinen, sagt Mettler. Obwohl sie jünger ist, verweist sie auf ihre Berufserfahrung: «Als Mediatorin konnte ich in Dutzenden Fällen zur Lösung von Konflikten beitragen. Zudem bringe ich als Anwältin langjährige und aktuelle Erfahrung im Privatrecht mit, also dem relevanten Rechtsgebiet.»

Breite Unterstützung

Es sei ein überholtes Bild, dass das Friedensrichteramt von einer älteren Persönlichkeit mit Lebenserfahrung ausgeübt werden müsse, sagt Mettler. «Entscheidend ist in städtischen Verhältnissen die Fachkompetenz und dass ich diese aufweise, sieht man daran, dass ich von Personen aus fast allen Parteien unterstützt werde.» Tatsächlich finden sich in ihrem Komitee selbst Mitglieder der SP — und sogar der CVP-Präsident Andreas Geering unterstützt Mettler.

Dass ihr eigener Parteipräsident sich für die Konkurrentin einsetze, habe sie schon irritiert, sagt Gabi Bienz dazu. Es sei wohl vor allem darum gegangen, als kleine Partei den freiwilligen Parteiproporz nicht zu gefährden. «Aber ich sehe die Wahl nicht als Partei- sondern als Persönlichkeitswahl.» Dafür könne sie völlig ungebunden agieren.

Gabi Bienz landete im ersten Wahlgang auf Platz drei. Mettler hatte mit 8656 Stimmen das beste Resultat erzielt und das absolute Mehr von 9507 Stimmen nur knapp verfehlt. Bienz hatte 3531 Stimmen erhalten. Sie sei mehrfach ermutigt worden nochmals anzutreten, sagt Bienz. «Meine Chancen sind intakt. Denn Karin Mettler erhielt im ersten Wahlgang weniger Stimmen als die drei anderen Kandidatinnen zusammen.»

Mettler zeigt sich ebenfalls zuversichtlich. «Mein gutes Resultat im ersten Wahlgang führe ich darauf zurück dass die Wähler meine Sachkompetenz anerkannten.» Dass sie jünger sei, sieht sie als Vorteil.» Das Amt ist auf Dauer angelegt und ich bin bereit, mich darauf einzulassen.

Bienz sagt, sie plane das Amt mehr als sechs Jahre auszuüben. «Es sollte aber keine Lebensstelle sein; es darf durchaus wieder einmal einen Wechsel geben.»

Beide Kandidatinnen sagen, sie seien in den letzten Tagen vor der Wahl noch mehrmals in der Altstadt und den Quartieren präsent und gerne bereit, sich Fragen aus der Bevölkerung zu stellen. (Der Landbote)

Erstellt: 10.09.2018, 17:19 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.