Hagenbuch

Ämter wollen weiterhin zusätzliche Daten erheben

Gemeinden wissen einiges über ihre Einwohner – die meisten erfassen mehr Daten, als sie müssten. Nach dem neuen Gemeindegesetz müssen sie diese zusätzlichen Angaben noch einmal neu festsetzen.

In der Gemeinde Hagenbuch erfasst in ihrem Einwohnerregister 23 zusätzliche Angaben.

In der Gemeinde Hagenbuch erfasst in ihrem Einwohnerregister 23 zusätzliche Angaben. Bild: Archivbild / Marc Dahinden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ämter tauschen untereinander Informationen aus. So kann es sein, dass das Betreibungsamt sich auf der Einwohnerkontrolle erkundigt, ob denn eine Person noch einen weiteren Aufenthaltsort habe, weil sie nicht erreicht werden könne. «Dem ­Betreibungsamt können wir dann mitteilen, dass jemand beispielsweise Wochenaufenthalter ist und unter der Woche in Bern arbeitet», sagt Deborah Krug, Leiterin der Einwohnerkontrolle Hagenbuch.

Von Gesetzes wegen müsste die Gemeinde die Information über den Aufenthaltsort jedoch gar nicht erfassen, sie tut es freiwillig. Vorgeschrieben sind 24 sogenannte Merkmale und Identifikatoren, die erhoben werden müssen. Hagenbuch nimmt 23 weitere Angaben zusätzlich in seinem Einwohnerregister auf.

«In der Praxis ändert sich nichts»

Nach dem neuen Gemeindegesetz, das seit Anfang 2018 in Kraft ist, muss Hagenbuch diese 23 zusätzlichen Angaben in einem Beschluss neu festsetzen. «In der Praxis ändert sich damit aber nichts, wir handhaben die Erfassung genauso wie vorher», sagt Krug. Gegen den Beschluss kann innert 30 Tagen, in denen er auf der Verwaltung aufliegt, Rekurs erhoben werden.

«Ich finde es gut, wenn der Kanton überall die gleichen Informationen bekommt.»Deborah Krug,
Leiterin Einwohnerkontrolle
Hagenbuch

Ohne den Beschluss und die ­öffentliche Festsetzung müsste die Gemeinde sämtliche zusätz­lichen Daten, die sie bis jetzt zu ihren Einwohnern erhoben hat, aus dem Register löschen. So wird der Zivilstand etwa erfasst, das Datum, an dem er geändert hat, ist aber eine Zusatzangabe. «Das Standesamt hat diese Information natürlich, aber wir müssten sie ohne Beschluss aus dem ­Einwohnerregister löschen», erklärt Krug. Nützlich kann diese Information beispielsweise für das Steueramt sein, weil damit ersichtlich wird, wer ab wann ­alleine oder gemeinsam be­steuert werden muss.

Es gilt das Amtsgeheimnis

Auch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) benötige manchmal Angaben von der Gemeinde, sagt Krug. «Natürlich gilt das Amtsgeheimnis auf beiden Seiten.» Die Informationen dürfen die Ämter nicht verlassen. In Hagenbuch erfasst die Einwohnerkontrolle auch zusätzlich die Elternnamen ihrer Einwohner, den Beruf und den Arbeitgeber. Das soll laut Krug der exakteren Identifikation dienen.

Krug hat sich für die Bestimmung der 23 zusätzlichen Angaben mit anderen Gemeinden abgesprochen: «Viele machen es ähnlich. Ich finde es gut, wenn der Kanton Zürich überall dieselben Informationen bekommt.» Gerade für die Vermittlung unter den Ämtern sei das wichtig. Nebst Hagenbuch publizieren derzeit viele andere Gemeinden ihre Beschlüsse über die Angaben in den Einwohnerregistern. (Der Landbote)

Erstellt: 26.08.2018, 17:41 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.