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Altersheim weist Vorwürfe zurück

Im Alterszentrum Bruggwiesen sei es zu keinen Gewaltvorfällen gekommen, sagt Geschäftsführerin Margrit Lüscher. Sie reagiert auf die Vorwürfe von Gemeinderat Heinrich von Bassewitz.

Das Alterszentrum Bruggwiesen besteht aus einem Neu- (links) und einem Altbau. Seit dem Jahr 2011 ist es eine öffentlich-rechtliche Anstalt.
Das Alterszentrum Bruggwiesen besteht aus einem Neu- (links) und einem Altbau. Seit dem Jahr 2011 ist es eine öffentlich-rechtliche Anstalt.
Marc Dahinden

Nachdem der aus der SVP ausgeschlossene Gemeinderat Heinrich von Bassewitz schwere Vorwürfe gegenüber dem Alterszentrum Bruggwiesen (AZB) äusserte, nehmen nun erstmals Geschäftsleiterin Margrit Lüscher und Verwaltungsratspräsident Bruno Wittwer Stellung. Beide bestätigen den Eingang einer Beschwerde, zu der sie nun auf Geheiss des Pfäffiker Bezirksrats innerhalb von 30 Tagen eine Antwort verfassen müssen.

«Übel beschimpft»

Die Stellungnahme sei geschrieben, sie werde demnächst abgeschickt, sagt Wittwer. Darin stelle das AZB alle Vorwürfe in Abrede. Dies, nachdem sie mit sämtlichen involvierten Angestellten gesprochen hätten, sagt Wittwer. Konkret wirft von Bassewitz zweier Etagenmitarbeiterinnen vor, seine Mutter, die seit dem Dezember im AZB gepflegt wird, übel beschimpft zu haben. «Es kam auch fast zu Handgreiflichkeiten, ich konnte das gerade noch verhindern», sagt er.

Im Weiteren habe das AZB eine hoch ansteckende Bewohnerin weder von den übrigen Bewohnern isoliert noch entsprechend informiert. «Und seitdem ich die Beschwerde eingereicht habe, sind die AZB-Mitarbeiter zunehmend unfreundlich mir und meiner Mutter gegenüber», sagt der Gemeinderat. Man habe sie beide etwa auch daran hindern wollen, das Alterszentrum zu verlassen. Er behalte sich daher vor, eine Anzeige wegen Nötigung zu erstatten, sagt von Bassewitz.

«Keine Krankheitsgefahr»

Das AZB nehme zu solchen Äusserungen keine Stellung, sagt Geschäftsleiterin Margrit Lüscher. «Wir vertreten die Ansicht, dass durch direkte Gespräche Lösungen gefunden werden könnten.» Es entspreche nicht ihrer Philosophie, Konflikte über die Medien auszutragen. «Zudem unterstehen wir dem Datenschutz.» Es sei weder zu Gewaltvorfällen gekommen, noch habe eine Gefahr wegen einer ansteckenden Krankheit bestanden. Es sei ihr oberstes Ziel, alle Bewohnerinnen und Bewohner in bester Qualität zu betreuen und zu pflegen. Verwaltungsratspräsident Bruno Wittwer doppelt nach: «Wir sind mit dem AZB super unterwegs.» Heinrich von Bassewitz sieht das anders. Er hat zudem gegen seinen Ausschluss aus der Illnau-Effretiker SVP einen Rekurs eingereicht (siehe Kasten).

Parlament hat Einsicht

Das Alterszentrum Bruggwiesen ist seit dem 1. Januar 2011 eine öffentlich-rechtliche Anstalt. Vorher war sie der städtischen Verwaltung unterstellt. Von Amtes wegen sitzt Gesundheitsvorstand Mathias Ottiger (SVP) im Verwaltungsrat. Der Grosse Gemeinderat nimmt jeweils Budget, Rechnung und Jahresbericht zur Kenntnis, hat aber kein Mitspracherecht.

Das Alterszentrum, welches 1982 in Betrieb ging und für über 40 Millionen Franken erweitert wurde, stand in den letzten Jahren immer wieder in den Schlagzeilen. Etwa, weil man sich nach nur sechs Monaten vom Geschäftsführer und dann vom Leiter Hotellerie trennte oder weil der Verwaltungsratspräsident nach drei Jahren zurücktrat. Auch fielen die Mietzinszahlungen an die Stadt erst tiefer aus als angenommen, was im Parlament für Kritik sorgte.

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