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An’Nur-Imam muss Schweiz verlassen

Er hat in der Moschee in Hegi zum Mord aufgerufen, nun wurde der 25-jährige Somalier dafür verurteilt. Für die Staatsanwaltschaft ist das Urteil ein Erfolg.

«Gefährliche Gewaltaufrufe für radikal denkende Besucher»: Die Richterworte waren klar, der Beschuldigte nahm sie regungslos zur Kenntnis.
«Gefährliche Gewaltaufrufe für radikal denkende Besucher»: Die Richterworte waren klar, der Beschuldigte nahm sie regungslos zur Kenntnis.
Keystone

Ein Dreiergremium des Bezirksgerichts Winterthur hat am späten Donnerstagnachmittag einen Prediger der mittlerweile geschlossenen An’Nur-Moschee zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Der 25-jährige Somalier erhielt zudem einen Landesverweis für die Dauer von zehn Jahren.

Er hatte während einer Predigt vor einem Jahr zum Mord an Muslimen aufgerufen, die nicht in der Gemeinschaft beteten. Zudem propagierte er weitere Gewalttaten und teilte auf sozialen Medien Bilder mit grausamen Gewaltdarstellungen.

«Möglicherweise empfängliche Zuhörer»

Ein weiterer Aufenthalt des Mannes in der Schweiz sei «schlicht nicht mit dem öffentlichen Interesse vereinbar», sagte Richterin Corinne Schibli nach der Urteilsverkündung. Er sei «kein unbedarfter Asylbewerber», sondern habe bewusst öffentlich zu Verbrechen aufgerufen.

Und dies nicht an irgendeinem Ort: «Die An’Nur-Moschee in Hegi war bekannt für radikale Inhalte und radikal denkende Besucher», sagte Schibli. «Umso gefährlicher waren die Gewaltaufrufe, da möglicherweise Zuhörer dabei waren, die für solche Taten empfänglich sind.»

Wohl keine Schlüsselfigur

Das Gericht folgte im ersten Winterthurer An’Nur-Prozess fast vollumfänglich dem Antrag der Staatsanwaltschaft, einzig der Landesverweis wurde von 15 auf zehn Jahre gesenkt. Der amtliche Verteidiger des Mannes unterlag mit seinem Antrag auf einen Freispruch; er hatte die Übersetzung der Predigt und die Qualität der Gewalt-Zitate bezweifelt, die man «nicht als direkte Aufforderungen» verstehen könne. Ob er das Urteil weiterziehen will, wurde am Donnerstagabend nicht bekannt.

Während des Prozesses wurde deutlich, dass der Somalier keine Schlüsselfigur in der Islamistenszene rund um die An’Nur-Moschee war, er sei «nicht der Imam der Moschee», sagte Richterin Schibli, und habe wohl auch niemanden zu einer Jihad-Reise beeinflusst. Der 25-Jährige, der als Angehöriger einer somalischen Minderheit in Äthiopien aufwuchs, sitzt seit einem Jahr in Sicherheitshaft. Nun wird er dem Migrationsamt zur Ausschaffung überstellt.

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