Eishockey

Auch Kloten deklassiert den EHCW

Das Derby zwischen Kloten und dem EHC Winterthur verlief nur knapp acht Minuten ungewöhnlich. Da führten die Winterthurer 2:0. Am Ende aber stands 8:2 für Kloten.

Auch in Kloten war EHCW-Goalie Tim Guggisberg unter Dauerbeschuss. Hier versucht es Marc Marchon.

Auch in Kloten war EHCW-Goalie Tim Guggisberg unter Dauerbeschuss. Hier versucht es Marc Marchon. Bild: Leo Wyden

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Ob mans nach einem 2:8 glaubt oder nicht: Am Anfang spielte nur eine Mannschaft Eishockey, und das war der EHCW. Vier Grosschancen kreierten die Winterthurer in der Startphase, zwei davon nützten sie: Mark Lazarevs profitierte in der 6. Minute von einem Fehlpass Mark Marchons und brachte sein Team in Führung. Gut zwei Minuten später erhöhte Mike Küng mit einem abgelenkten Schuss im Powerplay auf 2:0.

Klotens pomadiger Start

Kloten begann derart pomadig, dass Trainer Per Hanberg bereits nach dem zweiten Gegentreffer nach siebeneinhalb Minuten schon sein Time-out nahm. Es wirkte zwar nicht unmittelbar. Denn Riley Brace hatte gleich danach die Möglichkeiten zum 3:0. Im Nachhinein kann man sagen: Viel hätte es nicht geändert, wenn dieses Tor auch noch gefallen wäre. Denn Kloten steigerte sich markant und glich noch im ersten Drittel durch Fabian Ganz und Romano Lemm aus.

Die Entscheidung fiel im mittleren Abschnitt. Da brachen Ramon Knellwolf, Jeffrey Füglister und nochmals Ganz die Klotener 5:2 voran. Darauf hatten die Winterthurer keine Antworten mehr. Im letzten Abschnitt kassierten sie drei weitere Tore, was bedeutete: Die nächste Kanterniederlage war perfekt, wieder waren es acht Gegentreffer, wie schon am letzten Freitag in Weinfelden gegen Thurgau (0:8).

«Können nicht mithalten»

Man fragt sich nach den Gründen. «Wenn der Gegner einen Gang höher schaltet, können wir nicht mehr mithalten», fasste EHCW-Trainer Michel Zeiter zusammen. «Im Schlussdrittel sind wir komplett überfahren worden. Da hatten einige Spieler ganz einfach zuviel Angst.» Angst ist natürlich immer ein schlechter Ratgeber. Aber sie war bis zuoberst auf die Tribünen hinauf spürbar. Es gibt auch Belege dafür: Bei den Gegentoren zum 2:3 und zum 2:4 liessen die Winterthurer Verteidiger den Klotener Torschützen Knellwolf und Füglister ganz einfach zuviel Platz, weil sie sich nicht getrauten, zu attackieren. Auffällig auch: Die Tore zum 3:2 und zum 6:2 fielen kurz nach Drittelsbeginn. Das 3:2 nach anderthalb Minuten des zweiten Abschnitts, beim 6:2 waren im letzten Drittel gut zwei Minuten gespielt.

Auch nicht hilfreich war, dass es in wichtigen Momenten an Diszplin mangelte. Das entscheidende 5:2 fiel in doppelter Unterzahl, nachdem Brace und Küng unnötige Strafen kassiert hatten. Für Guerra war das Spiel gleichzeitig zuende, weil er einen Stock ins Publikum geworfen hatte. Das geht nicht.

Klotens Siegesserie

Es gab auch positive Punkte, nur treten die angesichts der neuerlichen Kanterniederlage in den Hintergrund. Zum Beispiel begingen die Winterthurer lange wenig grobe Fehler. Sie spielten einfach hinten heraus und kamen so zu ihren Chancen, auch noch im zweiten Drittel. Unnötige Risiken wurden vermieden. Als Kloten aber aufdrehte, war all das Makulatur.

Kloten hat den schwachen Start in den Match relativ gut weggesteckt. «Es ist eine Stärke, wenn man das kann», sagte Trainer Hanberg. «Nach dem Time-out haben wir begonnen, Schlittschuh zu laufen.» Die Steigerung führte zum achten Sieg in Serie. Kloten liegt damit gleichauf mit Ajoie an der Tabellenspitze und empfängt am Samstag den EHC Olten.

Am Samstag in Zug

Gegner ähnlichen Zuschnitts wie Kloten warten erst nach der Nationalteampause wieder auf den EHCW. Dann treffen die Winterthurer auf La Chaux-de-Fonds, Visp und Ajoie. Bis dann muss sich das Team in der Defensive besser einstellen und lernen, auch mal das eine oder andere Gegentor wegzustecken.

Vorher aber hat der EHCW die Gelegenheit, einen Gegner im Kampf um den Playoff-Strich zu distanzieren, denn am Samstag trifft er in Zug auf die EVZ Academy. Schon mehrmals ist es dem EHCW in dieser Saison gelungen, nach einer veritablen Klatsche, nichts anderes war es auch gegen Kloten, gegen ein Team auf Augenhöhe zu bestehen. Diese Qualität sollte Zeiters Team nicht verlieren.

Erstellt: 30.10.2019, 22:52 Uhr

Swiss League

EHC Kloten - EHCW 8:2 (2:2, 3:0, 3:0)

Swiss-Arena. – 4200 Zuschauer. – SR Mollard/Kaukokari; Nater/Schlegel. – Tore: 7. Lazarevs 0:1. 8. (7:33) Küng (Brace/Ausschluss Steiner) 0:2. 9. (8:17) Ganz 1:2. 16. Lemm (Grossniklaus/Ausschluss Blaser) 2:2. 22. Knellwolf (Faille) 3:2. 32. Füglister (Steiner) 4:32. 38. Ganz (Sturny, Lemm/Auschlüsse Brace, Küng) 5:2. 43. Forget (Figren) 6:2. 48. (47:03) Forget (Steiner, Marchon) 7:2. 54. Knellwolf (Mettler) 8:2. – Strafen: 5-mal 2 gegen Kloten, 5-mal 2 plus Spieldauer (Guerra) gegen den EHCW. – Kloten: Dominic Nyffeler; Back, Harlacher; Steiner, Stämpfli; Ganz, Grossniklaus; Kellenberger, Sutter, Obrist; Knellwolf, Faille, Lehmann; Figren, Forget, Marchon; Lemm, Füglister, Sturny, Mettler, Krakauskas. – EHCW: Guggisberg; Roos, Guerra; Pozzorini, Küng; Bachofner, Schmutz; Blaser; Wieser, Torquato, Brace; Monnet, Mason, Bozon; Zahner, Diem, Lazarevs; Allevi, Alihodzic, Hess; Bleiker. – Bemerkungen: Kloten ohne Wetli (krank), sowie Kindschi und Adrian Brunner (verletzt) und Halberstadt, Kälin sowie Luis und Gian Falett (überzählig). EHCW ohne Hänggi, Homberger und Kobach (verletzt) sowie Forrer, Sigg und Raggi (überzählig). 7:33 Time-out Kloten. 47:03 Time-out EHCW.

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