Winterthur

Auf dem Flatscreen: Chicken-Nuggets für 8.10 Franken

In der alten Mensa des Gymis Rychenberg wares viel zu eng. Nach einem Umbau ist die Kantine nun grauer und grosszügiger – ein Bericht von der Futterstelle.

Mensa sana in corpore sano? Eine Stippvisite in der neuen Mensa des Rychenbergs weckt Erinnerungen und rudimentäre Lateinkenntnisse.

Mensa sana in corpore sano? Eine Stippvisite in der neuen Mensa des Rychenbergs weckt Erinnerungen und rudimentäre Lateinkenntnisse. Bild: Marc Dahinden

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Freitag, 12.15 Uhr. Rushhour in der Mensa der Kantonsschule Rychenberg. Erst Anfang Woche wurde sie nach einjähriger Bauphase frisch eröffnet, doppelstöckig jetzt, mit 340 statt 180 Sitzplätzen. Aber die Frage ist immer noch dieselbe wie vor 20 Jahren: «Ist noch Platz?»

Wir sind zu dritt angereist, alles Ehemalige – die Erinnerungen noch nicht über dem Ablaufdatum. «Das ist aber grosszügig hier», sagt einer. – «Schau mal, hier gibt es Burger», ein anderer. Wir verteilen uns erst mal, so haben sich das die Planer gedacht.

Auf dem Teller nichts Neues

Der erste Eindruck stimmt. Was eine gedrungene Essensausgabe war, mit einem Salatbuffet, das die Hungrigen wie eine Panzersperre aufstaute, ist jetzt ein offener Essensbereich. Über zwei grosse Bildschirme flimmern die Tagesmenüs – es gibt Penne Arrabbiata oder Chicken-Nuggets, jeweils für 8.10 Franken. Der Menüplan steht schon Tage vorher auf dem Netz. Am Montag zum Beispiel wird es ein Schweinssteak oder Cannelloni al forno geben.

Ein Novum ist das warme Buffet zum Selberschöpfen, diesmal mit frittiertem Fisch, wahlweise mit Kartoffeln oder Reis. Den Burger gibt es schon im Foyer, er ist zum Mitnehmen gedacht. Take-out nennt sich die Imbissstation, mit wechselndem Angebot. Pasta, Fast Food, Salate: Das Angebot ist insgesamt gewachsen. Ansonsten gilt: Auf dem Teller nichts Neues. Und auch hinter dem Tresen nicht. Da steht Herr Biber, den wir noch aus der Schulzeit kennen.

Auf dem Teller nichts Neues.

Dann abermals die Frage: «Ist noch Platz?» Im oberen Stock werden wir fündig. Am Lehrertisch sind noch Stühle frei. Die Aufnahme ist herzlich, der Raum etwas nüchtern. Die Architektur inszeniert sich grau, mit Sichtbeton und überstrichenem Holz. Zur Hangseite ist die ganze Flanke verglast, das bringt viel Licht. Grosszügigkeit kann man dem Speisesaal im oberen Stock aber nicht zusprechen. Viel zu dicht stehen die Tische nebeneinander, wir sind in einer Batterie. Und bei der Möblierung ist man sich treu geblieben: funktional wie im Kirchgemeindehaus.

Mit dem Umbau wachsen die Kapazitäten. 600 Menüs bereitet das Team des Unternehmens ­SV-Group täglich zu, genug für die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Rychenberg. Der Rest bringt sein Essen selber mit, radelt in die Stadt oder nutzt eine der Mikrowellen, die sich im Flur der Mensa anein­anderreihen wie im Elektronikgrossmarkt.

Bild kommt noch

«Wir sind sehr zufrieden», sagt Rektor Christian Sommer über den Umbau. «Es ist alles viel grosszügiger.» Küche und Infrastruktur seien noch neu, man müsse natürlich noch ein paar Erfahrungen sammeln. Auf die grauen Wände angesprochen, sagte er: Ein paar Bilder würden wohl noch aufgehängt. «Es bleibt aber eher nüchtern.»

«Wir sind sehr zufrieden.»Christian Sommer, Rektor

Die Erweiterung, rund 8,25 Millionen Franken hat sie gekostet, bringt dem Gymnasium auch im Unterricht betriebliche Erleichterungen. Im Obergeschoss wurden auf der Südseite drei neue Klassenzimmer gebaut. Das Mieten von Räumen, nebenan im «Konsi», entfällt.

Weil es sich bei der neuen Mensa um einen Umbau und nicht einen Neubau handelt, kam gestern zur offiziellen Einweihung kein Regierungsrat, aber immerhin die zweite Charge. Serviert wurde den zahlreichen geladenen Gästen ein Apéro riche sowie eine Kostprobe des Schülermusicals «Filet im Sarg».

(Der Landbote)

Erstellt: 13.01.2018, 09:41 Uhr

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