Zürich

Ausstellung soll 2019 eröffnen

Das Museumsprojekt «Zürich im Landesmuseum», das künftig die Geschichte von Stadt und Kanton Zürich aufzeigen soll, hat inzwischen selbst schon eine längere Geschichte. Nun kommen die Vorbereitungen auf Touren.

Im Hoftrakt des Landesmuseum-Altbaus, über dem Museumsshop, wird die Ausstellung «Zürich im Landesmuseum» untergebracht.

Im Hoftrakt des Landesmuseum-Altbaus, über dem Museumsshop, wird die Ausstellung «Zürich im Landesmuseum» untergebracht. Bild: Matthias Scharrer

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Eigentlich sollte die gratis zugängliche Dauerausstellung zur Geschichte von Stadt und Kanton Zürich in drei Räumen des Landesmuseums schon 2016 eröffnet werden, zusammen mit dem Erweiterungsbau des Landesmuseums. Dann ergriffen SVP, GLP und AL das Referendum gegen den Stadtzürcher Finanzbeitrag. Nach dem Volks-Ja im Sommer 2015 hiess es, die Eröffnung erfolge frühestens im zweiten Halbjahr 2017. Nun schreiben wir das Jahr 2018, und als Eröffnungstermin wird Anfang 2019 genannt.

Was lief schief? «Im Vorfeld der städtischen Volksabstimmung gingen wir davon aus, dass alle Finanzierungsentscheide noch im Jahr 2015 vorliegen würden. Tatsächlich wurde es Juni 2016, bis der Kantonsrat den Kantonsbeitrag bewilligte», erklärt Alex Schilling, Geschäftsleiter der von Stadt und Kanton Zürich gebildeten IG Zürich im Landesmuseum.

«Es wird mit Hochdruck an der Umsetzung gearbeitet.»Alex Schilling, Geschäftsleiter

Als das städtische Referendum zustande kam, wurden alle Vorarbeiten für das Museumsprojekt gestoppt. Rund eineinhalb Jahre lang ging gar nichts mehr. Dann gleisten die Verantwortlichen die gesetzlich nötige öffentliche Ausschreibung der Generalplanung für das Projekt auf.

Den Zuschlag erhielt im Juli 2017 das Architekturbüro Holzer Kobler Architekturen zusammen mit Martin Hellers Heller Enterprises. Die Planungsbüros, die die Vorarbeiten erstellt hatten, unterlagen im Wettbewerb. Der Planerwechsel trug dazu bei, dass sich das Projekt in die Länge zog. Doch nun wird laut Schilling mit Hochdruck an der Umsetzung gearbeitet.

Vieles ist noch im Fluss

«Bis Ende Februar steht das Detailkonzept», sagt Bruno Meier, der als Historiker und interner Projektleiter beratend mitwirkt. Vieles sei noch im Fluss. Doch einiges steht bereits fest. Untergebracht wird «Zürich im Landesmuseum» in drei Räumen im Hoftrakt des Museums-Altbaus auf 330 Quadratmetern, gleich über dem Museumsshop. Sie wurden mit der Eröffnung des Landesmuseums-Erweiterungsbaus frei.

Im ersten Raum werden 20 bis 30 Zürcher Gemeinden in kurzen Filmen vorgestellt. «Ortsansässige sollen die Filme nach genauen Instruktionen drehen», erklärt Meier. So entstehe im Raum 1 ein stark gegenwartsbezogenes Bild des Kantons Zürich. Welche Gemeinden zum Zug kommen, sei noch offen. Der zweite Raum trägt den Arbeitstitel «Schatzkammer». Hier wollen die Ausstellungsmacher die Geschichte von Stadt und Kanton Zürich anhand von Objekten darstellen. Als mögliche Beispiele nennt Meier Objekte aus der Hungersnot von 1817, Gummischrot aus der Zeit der Zürcher Jugendunruhen von 1980 – oder Objekte, die mit dem Untergang der Swissair zu tun haben und anhand derer sich gleich noch die Geschichte der Fliegerei im Raum Zürich aufzeigen lasse.

Virtuelle Zeitreisen

Der dritte Raum schliesslich soll Zürich im Modell zeigen, ergänzt mit Projektionen von 3-D-Filmen, die es dem Betrachter ermöglichen, sich im Modell auf Zeitreisen zu begeben. So könne man via 3-D-Film beispielsweise zum Seegrund abtauchen oder eine virtuelle Reise durch den Kanton anhand des S-Bahn-Netzes antreten. «Eine Idee ist auch, die Stadt Zürich um das Jahr 1300 zu simulieren, sodass sich Besucher virtuell durch die mittelalterliche Stadt bewegen», sagt Meier.

«Eine Idee ist auch, die Stadt Zürich um das Jahr 1300 zu simulieren.»

Bruno Meier, Historiker

«Zürich im Landesmuseum» werde zwar als dauerhafte Ausstellung konzipiert – aber so, dass man sie ergänzen könne, zum Beispiel mit zusätzlichen Filmen. Geplant sei auch ein Veranstaltungsprogramm mit kulturgeschichtlich ausgerichteten Institutionen an verschiedenen Orten im Kanton Zürich.

Die Anfangsinvestitionen von 4,2 Millionen Franken teilen sich Stadt und Kanton Zürich. Die jährlichen Betriebskosten von 900 000 Franken tragen zu je einem Drittel das Schweizerische Nationalmuseum, der Kanton und die Stadt Zürich.

(Der Landbote)

Erstellt: 14.01.2018, 18:17 Uhr

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