Bachs

Bachser sollen Beitrag an Solaranlage leisten

Eine Solaranlage auf dem Werkgebäude wäre nicht rentabel, sagt der Gemeinderat. Wenn die Einwohner sie wirklich wollen, werden sie selber Geld locker machen müssen.

Die alte Dreschscheune wurde bereits abgerissen. Demnächst beginnt der Bau des neuen Werkhofgebäudes, das rund 900 000 Franken kostet.

Die alte Dreschscheune wurde bereits abgerissen. Demnächst beginnt der Bau des neuen Werkhofgebäudes, das rund 900 000 Franken kostet. Bild: Sibylle Meier

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Wenn die Bachser eine Solaranlage auf ihrem neuen Werkgebäude wollen, müssen sie sich an der Finanzierung beteiligen. In den nächsten zwei Wochen werden alle Einwohner ein Schreiben in Ihrem Briefkasten vorfinden, in dem sie gefragt werden, ob sie symbolisch ein Panel kaufen würden. Wie viel das kostet und wie viele Sponsoren nötig wären, damit die Anlage gebaut wird, ist noch nicht bekannt. Dies müsse man zuerst noch genau durchrechnen, sagte Gemeinderätin Isabelle Baltisser gestern.

Der Gemeinderat war im Sommer nochmals über die Bücher gegangen, nachdem umtriebige Solarstrom-Befürworter im Dorf beharrlich am Thema drangeblieben waren. «Klimaschonende Energie ist die Zukunft», betont Urs Meier, der in seinem Quartier mehrere Nachbarn mit seiner Begeisterung angesteckt hat. Gemeinsam mit Vertretern des Naturschutzvereins Bachsertal stellte er eigene Berechnungen an und gelangte zum Schluss, dass ein rentabler Betrieb möglich sein sollte.

Gesetz wird revidiert

Der Gemeinderat war nach einer Abklärung zusammen mit dem EKZ nämlich zu gegenteiligen Resultaten gekommen. «Wir können nicht einfach Geld zum Fenster hinauswerfen», stellt Gemeindepräsident Emanuel Hunziker klar. Man könne nicht erwarten, dass alle Einwohner das Defizit mittragen, wenn nur einzelne eine Anlage wollen. An der Gemeindeversammlung vom Dezember 2017 hatten die Stimmberechtigten einen Antrag von Urs Meier mit grossem Mehr gutgeheissen. Der Auftrag an den Gemeinderat sei aber lediglich gewesen, das Anliegen zu prüfen, betont Hunziker. «Das heisst noch lange nicht, dass alle die Anlage unbedingt wollen.»

Bereits an der Gemeindeversammlung vom Juni hatte Hunziker die Gründe für den negativen Entscheid dargelegt: Das Werkgebäude selber werde nur wenig Strom benötigen. Denn es muss höchstens bei Minustemperaturen leicht geheizt werden. Lediglich die Kühlräume des Bachsermärt, der Kadaversammelstelle und der Schlachtraum der Jäger werden Energie benötigen.

Der Strom darf aber gemäss kantonalem Energiegesetz nur in den angrenzenden Parzellen verwendet werden. Eine Nutzung in anderen Gemeindegebäuden oder auf der anderen Strassenseite, wo zwei neue Mehrfamilienhäuser am Entstehen sind, ist somit ausgeschlossen. Jedoch: Das Energiegesetz soll revidiert werden. Derzeit läuft eine Vernehmlassung. David Stickelberger vom Fachverband Swissolar ist sich ziemlich sicher, dass die unsinnige Bestimmung gestrichen wird. Die neue Version sollte bereits im nächsten Frühling in Kraft sein. Finanziell gesehen lohnt sich der Bau einer Solaranlage nämlich nur, wenn man möglichst viel des produzierten Stroms selber verbrauchen kann. Speist man den Strom ins Netz ein, zahlt das EKZ momentan nur 6,5 Rappen pro Kilowattstunde. Die Produktionskosten würden sich aber gemäss Angaben des Gemeinderats auf 12,5 Rappen belaufen. Die Differenz sollen nun Spender berappen.

Strom für fünf Haushalte

Auf dem Dach des Werkgebäudes hätte es Platz für rund 90 Quadratmeter Solarmodule. Mit den voraussichtlichen 20 000 Kilowattstunden Strom jährlich könnten gut fünf durchschnittliche Haushalte versorgt werden. Die Investitionen würden sich auf etwa 30 000 Franken belaufen. Ein Beitrag ist zudem aus dem Förderfonds des Bundes für erneuerbare Energien zu erwarten. Der Bau des Werkgebäudes kostet rund 900 000 Franken.

Die Entscheidung pro oder contra Solaranlage sollte in Bachs bald fallen, damit die entsprechenden elektrischen Anschlüsse geplant werden können. Eine spätere Installation würde wieder Mehrkosten nach sich ziehen.

Erstellt: 07.10.2018, 16:49 Uhr

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