Winterthur

Bald enthüllt: Die «Panama-Bildli»

Ein lokaler Illustrator zeichnet bei der künstlerischen Alternative zu den Panini-Fussballbildern mit und hat dabei viel Konkurrenz ausgestochen. Doch die wahre Knacknuss kommt erst noch.

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Ihre Superstars heissen Luis Tejada und Blas Pérez und spielen in Guatemale beim Club Municipal und in der zweithöchsten peruanischen Liga. Panamas Fussball-Nationalmannschaft hat mit der erstmaligen WM-Qualifikation einen Coup gelandet – und doch kennt sie keiner.

Doch dass auch die Panameños bald Kultstatus erreichen, dafür legt sich der Winterthurer Illustrator Samuel Jordi ins Zeug. Er hat sich als einer von 32 Künstlern gegen 500 Bewerber aus 60 Ländern durchgesetzt. Für das «Tschuttiheftli», der künstlerischen Alternative zu den Panini-Bildern, darf er nun die Portraits eines Teams entwerfen, das 2018 an der Weltmeisterschaft in Russland mitkickt. Zugeteilt hat ihm die Jury, wie gesagt, Panama. «Nicht ganz einfach», sagt er und räumt ein, dass ihm ein Top-Team wie Argentinien, Deutschland oder Spanien lieber gewesen wäre. Erstens, weil sie höher gehandelt werden und bei den Sammlern mehr Aufmerksamkeit geniessen. Und zweitens, weil mehr über Mannschaft und deren Charaktere bekannt ist, Legenden, Erfolge, Eskapaden, etwas, aus dem sich illustratorisch ein Konzept weben lässt. «Normale Portraits zu zeichnen, das reizt mich weniger», sagt Jordi.

El mano de Dios, ein dankbares Motiv

Das Motiv der Wettbewerbsaufgabe lag ihm gut: Diego Armando Maradona, in Argentinien als Fussballgott verehrt und weltbekannt, unter anderem durch sein 1:0 im WM-Viertelfinal gegen England, das er «ein bisschen mit dem Kopf, ein bisschen mit der «Hand Gottes» erzielt hatte. Hoher Flug, tiefer Fall: Nach der Karriere versank Maradona im Drogensumpf und ging an seinem Kokain-Konsum beinahe zugrunde. Daran knüpfte Samuel Jordi an. Mit Puderzucker streute er Diegos Konturen auf Papier, weiss auf schwarz. Nun also Panama. Hätten er die Argentinier bekommen, hätte er vielleicht mit Grillfleisch gearbeitet, bei Deutschland mit Würsten. Auch das Kokain-Konzept lässt sich nicht für den Nadelöhr-Staat zwischen zwei Ozeanen übertragen. «Da hätten sie mir schon Kolumbien zuteilen müssen», witzelt er. Vielleicht lasse sich ja den Offshore-Firmen-Skandal rund um die Panama-Papers irgendwie verwerten. Für die EM 2012 hatte Jordi die Gesichter der polnischen Spieler zum Beispiel aus den Stadtplänen ihrer jeweiligen Clubs geformt.

Karten illustriert Jordi ohnehin gerne, auch für Winterthur hat er zum 750-Jahr-Jubiläum einen speziellen «stattPlan» gezeichnet, mit detailreichen Alltagsszenen aus jedem Quartier. Seine Panama-Bilder und die ganze Kollektion sind ab Frühling 2018 zu haben. (Der Landbote)

Erstellt: 27.11.2017, 17:25 Uhr

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