Eishockey

Beherzter Auftritt des EHCW – aber keine Punkte

Obwohl der EHC Winterthur in der Zuger Trainingshalle drückend überlegen ist, verliert er gegen die EVZ Academy 2:3. Der Strichkampf bleibt trotzdem spannend.

Kevin Bozon erzielte mit dem 1:3 sein fünfte Saisontor.

Kevin Bozon erzielte mit dem 1:3 sein fünfte Saisontor. Bild: Urs Kindhauser

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Eine Antwort war vom EHC Winterthur in Zug gefragt: Auf das 2:8-Debakel in Kloten. Das Team von Trainer Michel Zeiter hat sie gegeben: Es ist noch da, es kann kämpfen und es ist weiterhin ein valabler Kandidat auf einen Platz im Playoff, wenn es nach der Nationalteam-Pause so weitermacht. Zweimal haben die Winterthurer in dieser Saison schon auf hohe Niederlagen mit Siegen reagieren können: Auf das 1:7 gegen Ajoie mit einem 4:3 in Biasca, auf das 0:8 gegen Thurgau mit einem 5:1 gegen Sierre. Diesmal sind Punkte ausgeblieben. Trotz einer Leistung, die besser war als gegen Biasca und gegen Sierre, resultierte bei der EVZ Academy eine 2:3-Niederlage. Der Grund dafür: Zuviele Chancen wurden nicht genutzt. Zugs U20-Nationaltorhüter Luca Hollenstein wurde zum grossen Helden in der tristen Zuger Trainingshalle.

Zugs junge Torschützen

Die Vorentscheidung fiel im Mitteldrittel. Zug krönte seine einzige wirklich starke Phase mit dem 1:0 durch Topskorer Yves Stoffel in der 29. Minute. im Powerplay erhöhte Luca Wyss noch im mittleren Abschnitt auf 2:0. Als die Winterthurer im Schlussdrittel mit aller Macht eine Wende zu erzwingen versuchten, kassierten sie durch einen Konter das 0:3 durch Dominik Volejnicek. Volejnicek ist mit 21 Jahren der älteste der drei Torschützen. Wyss ist 20, Stoffel gar erst 18. Der talentierte Bündner trägt den Topskorerhelm der Zuger, die ohne Ausländer antraten und auch deshalb grössten Respekt verdienen. Die enorm junge Mannschaft bestritt ihr viertes Spiel seit letztem Sonntag, was gegen Schluss allerdings spürbar war.

Die Winterthurer liessen sich trotz des klaren Rückstandes nicht hängen, sondern gaben bis zum Schluss, was sie geben konnten. Das spricht für ihren Charakter. Kevin Bozon verkürzte in der 51. Minute auf 1:3. Doch Mike Küngs Tor zum 2:3 glückte erst nach 59:59 Minuten, als der EHCW längst ohne Goalie anrannte. Das war zu spät.

Schussverhältnis 45:22

45 Schüsse hatte der EHCW auf Hollensteins Tor abgegeben, nur 22 der Gegner auf EHCW-Torhüter Tim Guggisberg. «Wir holten die Punkte nicht, die wir wollten», sagte Trainer Zeiter. «Anhand der Chancen hätten wir gewinnen müssen. Die Leistung stimmte. Wir haben gekämpft und sind gelaufen.» Augenfällig war die Überlegenheit der Winterthurer vor allem im ersten Drittel und dann im Schlussabschnitt wieder. Weil sie sich viel besser bewegten als noch gegen Kloten, kamen sie auch gegen die schnellen Zuger immer wieder dazu, Checks zu setzen und abzuschliessen. Das führte zu vielen Scheibengewinnen. Nur in einer kurzen Phase des Spiels verloren sie die Kontrolle. Nach einem eigentlich guten Boxplay gelang es nicht, sich zu befreien. Die Zuger konnten Druck aufbauen und in Führung gehen. Das war wichtig in einem Match zwischen zwei Teams, die in letzter Zeit nicht oft gepunktet haben.

Alles offen am Playoff-Strich

Gut wäre deshalb gewesen, wenn dem EHCW rasch der Ausgleich gelungen wäre. Das aber war nicht der Fall, weil erst Thibaut Monnet und Bozon vergaben und Hollenstein dann die spektakulärste Parade des Abends zeigte: Einen Schuss Zack Torquatos wehrte er mit dem Helm ab. Kurz darauf fiel das 2:0. Und als Hollenstein im letzten Drittel mal einen Fehler machte und einen Winterthurer anspielte statt den Mitspieler, da war er schnell genug im Tor zurück, um die nächste Chance Torquatos zu vereiteln. Ob Mason, Alihodzic, Monnet oder Brace – sie alle fanden in Hollenstein ihren Meister.

Im Kampf um die Playoff-Plätze ist nach 18 Runden alles ein bisschen näher zusammengerückt. Die GCK Lions liegen dank einem Punkt gegen Thurgau wieder einen Zähler vor dem EHCW und dem erstaunlichen Sierre, das nach Langenthal auch La Chaux-de-Fonds bezwungen hat. Einen weiteren Punkt zurück folgt die EVZ Academy und selbst die Ticino Rockets haben den Strich nach einem 3:2-Erfolg gegen Ajoie einigermassen in Sichtweite.

Solche Ergebnisse müssten für den EHCW nach der Nationalteampause auch wieder möglich sein. Denn kämpferisch und punkto Charakterstärke war der Match in Zug ein Schritt vorwärts. Das ist die Grundlage für bessere Resultate. Am 12. November empfängt der EHCW La Chaux-de-Fonds, drei Tage später den EHC Visp.

Stimmen zum Spiel

Mike Küng, Torschütze EHC Winterthur (Quelle: sihf.ch)

Michael Roos, Captain EHC Winterthur (Quelle: sihf.ch)

Luca Hollenstein, Torhüter EVZ Academy (Quelle: sihf.ch)

Erstellt: 02.11.2019, 23:45 Uhr

Swiss League

EVZ Academy – EHCW 3:2 (0:0, 2:0, 1:2)

Bossard Arena, Trainingshalle – 178 Zuschauer. – SR Massy/Staudenmann; Steenstr/Ammann. – Tore: 29. Stoffel (Schwenninger, Volejnicek) 1:0. 38. Wyss (Stampfli, Stoffel/Ausschluss Brace) 2:0. 48. Volejnicek (Schwenninger) 3:0. 51. Bozon (Monnet) 3:1. 60. (59:59) Küng 3:2. – Strafen: 2-mal 2 gegen die EVZ Academy, 5-mal 2 gegen den EHCW. – Academy: Luca Hollenstein; Wüthrich, Capaul; Thiry, Stampfli; Gurtner, Yannick Brunner; Auriemma, Graf; Stoffel, Schwenninger, Volejicek; Döpfner, Stehli, Oehen; Wyss, Lust, Eugster; Schwab, Schleiss, Barbei. – EHCW: Guggisberg; Guerra, Roos; Bachofner, Küng; Blaser, Pozzorini; Schmutz; Wieser, Torquato, Brace; Monnet, Mason, Bozon; Zahner, Diem, Lazarevs; Allevi, Alihodzic, Hess; Bleiker. – Bemerkungen: EVZ Academy ohne Schüpbach, Bougro, De Nisco und Kristensen (verletzt). EHCW ohne Kobach, Hänggi und Homberger (verletzt) sowie Forrer, Sigg und Raggi (überzählig). 23. Pfostenschuss Mason. 44. Pfostenschuss Torquato. EHCW ab 57:30 ohne Torhüter. 58:42 Time-out EHCW.

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