Oberwinterthur

Biogemüse aus der Pünt am Fussballplatz

Rita Hensler versorgt sich und ihre Familie am liebsten mit Gemüse und Obst aus biologischem Anbau. Weil der Garten rund ums Wohnhaus dafür zu schattig ist, bestellt sie seit sechs Jahren eine Pünt ganz in der Nähe.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Vor dem Haus an der Talwiesenstrasse stehen Tomaten- und Peperonipflänzchen bereit, die Rita Hensler seit Februar vorgezogen hat. Sie sollen sich langsam an die Sonne gewöhnen, bevor sie in den Garten ausgepflanzt werden. Mit dem Velo in Richtung Bahnhof Oberwinterthur sind es nur ein paar Minuten zur Pünt direkt neben dem Sportplatz Talwiesen.

Mischkultur, kein Gift und kein Kunstdünger

Für die rund 100 Quadratmeter Gartenfläche zeichnet Rita Hensler jedes Jahr einen Pflanzplan, damit sie den Überblick behält. Gemüse und Früchte werden nach biologischen Grundsätzen angebaut, das heisst Mischkultur, kein Kunstdünger und kein Gift. Die gärtnerischen Grundlagen hat sie von ihrem Vater gelernt, wenn Fragen auftauchen, weiss «Der Biogarten» Rat, das Standardwerk von Marie-Luise Kreuter.

«Vieles habe ich einfach mal ausprobiert, manches wächst gut und manches halt nicht», sagt Rita Hensler. Richtig falsch habe sie bislang noch nichts gemacht, manches gelinge halt besser als anderes. So habe sie es mit Auberginen mehrfach vergeblich versucht. «Für die ist es hier wohl einfach zu kalt.» Auch mit Knollensellerie habe sie kein Glück, dieses Jahr wird darum Stangensellerie gepflanzt. Am liebsten seien ihr Bohnen, Zucchetti und Tomaten, davon pflanze sie so viel an, dass sie reichlich verschenken kann.

Vor kurzem noch Lauch und Röslichööl geerntet

Der Garten bietet rund ums Jahr etwas, vor kurzem hat Rita Hensler noch Lauch und den letzten Röslichööl geerntet. «Den hatte ich nur für mich angepflanzt, Röslichööl mag in meiner Familie sonst niemand», sagt sie lachend.

Kohlrabi und Salat im Frühbeet sehen prächtig aus, in den Beeten zeigen schon Karotten, Erbsen und Ringelblumen ihre Blätter. Himbeeren und Rhabarber stehen bereits im vollen Saft, die Walderdbeeren blühen, ebenso wie der Nüsslisalat, der zur Versamung stehen gelassen wurde. Über den ganzen Garten ­verteilt stehen ausgewachsene Pflanzen mit schmalen langen Blättern, in der Mitte zeigen sich dicke Knospen. Das ist Haferwurz vom letzten Jahr, ein altes Gemüse, das ähnlich wie Schwarzwurzeln schmeckt. «Jetzt lasse ich ihn blühen, das sieht toll aus.»

Lebensraum für viele Tiere

Häufig kommt Rita Hensler mit den drei Kindern hierher, die naschen gern von den Beerensträuchern und lieben vor allem die Blumen und die Tiere, die es zu sehen gibt.

Das Beet mit den Buschbohnen von letzten Jahr hat sie stehen gelassen, damit niemand versehentlich auf die Kokons mit den Eiern der Wespenspinne tritt, die hier irgendwo liegen müssen. «Vielleicht sehen wir die jungen Spinnen, wenn sie geschlüpft sind.» Daneben stehen noch die Reste mehrerer grosser Sonnenblumen, die im Winter als Nahrung für Vögel und Unterschlupf für Insekten gedient haben.

Verschiedene Generationen und Nationalitäten

Als die Kinder noch nicht in die Schule bzw. den Kindergarten gingen, haben sie mit ihrer Mutter hier viel Zeit verbracht. «Aber nicht länger als eine Stunde am Stück, dann wird es ihnen langweilig», sagt Rita Hensler. Die Nachbarschaft im Püntenareal gefällt ihr gut, hier gärtnern Menschen verschiedener Generationen und Nationalitäten neben­einander. Manchmal sei es zwar mit der Sprache etwas schwierig, aber man könne viel voneinander lernen.

Der übernächste Nachbar habe beispielsweise ein Händchen für Peperoni. «Er hat mir gute Tipps gegeben, damit sie bei mir auch gut kommen.» Beispielsweise müsse man die Pflanzen zum richtigen Zeitpunkt zudecken und ausputzen.

(Der Landbote)

Erstellt: 28.04.2018, 09:08 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!