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Boom der Postagenturen im Volg

Der Detailhändler Volg konnte letztes Jahr den Umsatz halten ­– der Chef der Winterthurer Firma spricht von einem soliden Resultat. Eine Blüte erleben die Postagenturen: ­Jeder zweite Dorfladen verfügt mittlerweile über eine solche.

Die Postagenturen im Volg sind ein Erfolg.
Die Postagenturen im Volg sind ein Erfolg.
Marc Dahinden

Der Detailhandel ist ein schwieriges Business. Obwohl die Einwohnerzahl wächst und immer mehr konsumiert wird, schnellen die Verkaufszahlen nicht nach oben – der Einkaufstourismus und teilweise sinkende Preise drücken auf den Umsatz. Vor diesem Hintergrund ist man mit einer schwarzen Null meistens zufrieden, so auch bei der Dorfladenkette Volg, deren Hauptsitz samt einer grossen Verteilzentrale sich in Oberwinterthur in der Nähe des Technoramas befindet.

Man habe «in einem anspruchsvollen Umfeld ein solides Ergebnis» erzielt, kommentierte Firmenchef Ferdinand Hirsig gestern vor Medienvertretern das Jahresergebnis 2016. In Zahlen: Mit 1,467 Milliarden Franken lag der Gruppenumsatz ziemlich genau auf Vor­jahresniveau (1,471 Milliarden). Der durchschnittliche Laden­umsatz beträgt 1,9 Millionen. Von den sieben ­Filial­schliessungen und 14 Neueröffnungen im letzten Jahr war die Region Winterthur nicht betroffen.

Unbekannt, ob Post-Kunden ein Gipfeli kaufen

Ungebrochen ist der Boom bei den Postagenturen: Die Post schliesst vielerorts Filialen und bietet stattdessen unbediente Mini-Standorte in Dorfläden an. Im letzten Jahr ­kamen in den Volg-Läden 54 solche Agenturen hinzu; aktuell verfügt fast jede zweite der landesweit 585 Volg-Filialen über eine Postagentur. Inwieweit das den Umsatz der Dorfläden vergrössert, ist offen. Man habe nicht untersucht, auf wie vielen Kassenzetteln nebst Portogebühren auch noch ein Gipfeli oder eine Stange Zigaretten draufsteht, sagte Hirsig. Immerhin habe das Verkaufspersonal festgestellt, dass die Kundenfrequenz zu gewissen Tageszeiten anstieg, «was nicht schlecht ist». So würden mögliche neue Kunden an Volg herangeführt.

Firma steigt mit Onlineshop in den E-Commerce ein

«Detailhandel ist Wandel», sagte der Volg-Chef. Nach einem erfolgreichen Test wagt seine Firma im Mai den Einstieg in den Versandhandel, in Zusammenarbeit mit der Post. Die Kunden werden ein Grundsortiment mit Artikeln des täglichen Bedarfs online bestellen und in die nächste Volg-Filiale oder nach Hause liefern lassen können.

«Detailhandel ist Wandel»

Ferdinand Hirsig, Volg-Chef

Bestellungen über 100 Franken sind portofrei, bei tieferen Beträgen werden zehn Franken berechnet. Über eine Million Haushalte im Volg-Einzugsgebiet, also im ländlichen Raum, sollen beliefert werden können, nicht aber die grossen Städte. Die Artikel sollen nicht in den Verteilzentralen für die Abholung und den Versand zusammengestellt werden, sondern vor Ort in den einzelnen Läden.

Hirsig machte keinen Hehl daraus, dass Volg nur mitzieht, «weil man dieses Angebot heute einfach haben muss». Es gehe nicht darum, Kunden zu gewinnen, sondern darum, diejenigen nicht zu verlieren, denen der Interneteinkauf wichtig ist. Geld verdiene man mit E-Commerce keines, so der Volg-Chef, weil die Produkte zum selben Preis wie im Laden angeboten werden, Volg aber beim Versand draufbezahlt. Die Margen im Detailhandel sind ohnehin relativ gering. Der Jahresgewinn der Volg Konsum­waren AG beträgt knapp sechs Millionen Franken, bei einem Nettoerlös von 860 Millionen.

Leichtes Stellenwachstumin Oberwinterthur

Der Personalbestand am Firmensitz in Winterthur hat sich im letzten Jahr leicht vergrössert, von 393 auf 406 Mitarbeiter. Der Zuwachs geht unter anderem auf Neueinstellungen im IT-Bereich zurück; Volg arbeitet aktuell an der Einführung eines neuen SAP-Warenwirtschaftssystems.

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