Embrach

Bundesasylzentrum in Embrach ab 2017 in Betrieb

Embrach Ab Anfang nächsten Jahres wird der Bund abgewiesene Asylbewerber in Embrach unterbringen. Das kantonale Durchgangszentrum bleibt ebenfalls in Betrieb – zumindest vorläufig.

Der Bund übernimmt anfänglich die gelben Container vom Kanton, danach errichtet er einen Neubau auf dem Areal.

Der Bund übernimmt anfänglich die gelben Container vom Kanton, danach errichtet er einen Neubau auf dem Areal. Bild: Archiv ZU

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Mit etwas Verspätung will der Bund seine Ankündigung umsetzen und das kantonale Durchgangszentrum für Asylbewerber in Embrach in ein Bundeszentrum umwandeln. Der Übergang soll im ersten Quartal 2017 beginnen und stufenweise erfolgen, wie Barbara Büschi, stellvertretende Direktorin des Staatssekretariats für Migration (SEM), gestern in Embrach an einer Medienkonferenz ankündigte.

So stehen für das Bundeszentrum in einem ersten Schritt 120 Plätze zur Verfügung. Die übrigen 240 Plätze werden weiterhin vom kantonalen Durchgangszentrum in Anspruch genommen. Das SEM rechnet damit, den Vollbetrieb des Bundeszentrums mit 360 Plätzen bis 2019 realisiert zu haben. Das kantonale Durchgangszentrum wird bis dann ganz aufgelöst.

Zaun macht Neubau nötig

Der Bund wird in der ersten Phase einen Teil der Räume des kantonalen Durchgangszentrums mieten. Konkret handelt es sich um die gelben Container nahe dem Kompetenzzentrum Pflege und Gesundheit (KZU). Ab 2019 übernimmt der Bund das Land dann im Baurecht und errichtet auf dem Grundstück einen Neubau, um die 360 Plätze zu gewähren. Der zweite Containerbau und die ehemaligen Personalhäuser der psychiatrischen Klinik werden bis 2019 vom Kanton genutzt.

«Der Neubau ist nötig, damit das Durchgangszentrum umzäunt werden kann», erklärt Büschi. Bei einer Nutzung der bestehenden Häuser wäre dies nicht möglich gewesen, da die Gebäude über das gesamte Hardareal verteilt sind.

Betrieben wird das Bundeszentrum von der Asylorganisation Zürich (AOZ) und für die Sicherheit ist die Securitas AG zuständig. «Zudem besteht ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept, welches wir mit den Blaulicht­organisationen ausgearbeitet haben», sagt Büschi.

Der Embracher Gemeinderat steht wie bereits 2015 angekündigt hinter den Plänen des Bundes. So würden die Asylbewerber auch für niederschwellige Arbeiten in der Gemeinde eingesetzt. «Am wichtigsten ist uns aber der Aspekt der Sicherheit und für die Bewohner des Bundeszentrums gelten strengere Regeln als für die des kantonalen Durchgangszentrums», erklärt Gemeindepräsident Erhard Büchi.

So gibt es im Bundeszentrum fixe Ausgangszeiten. Von Montag bis Donnerstag dürfen die Asylbewerber nur von 9 bis 17 Uhr raus, von Freitag bis Sonntag gibt es keine Ausgangssperre. Regierungsratspräsident Mario Fehr (SP) lobte an der Medienkonferenz die gute Zusammenarbeit zwischen Bund, Kanton und Gemeinde. «Wären alle in Sachen Asylfragen so cool wie der Embracher Gemeinderat, hätten wir weniger Probleme und die Presse weniger zu schreiben.»

Dritter Standort unbekannt

Das Bundesasylzentrum in Embrach wird nach demjenigen in der Stadt Zürich das zweite im Kanton sein. Es soll als Ausreisezentrum genutzt werden. Das bedeutet, dass hauptsächlich abgewiesene Asylbewerber untergebracht werden. Ursprünglich hätte es bereits 2016 eröffnet werden sollen. In der Asylregion Zürich möchte der Bund insgesamt 870 Plätze für Asylbewerber schaffen. Nach der Eröffnung der beiden Zentren in Embrach und Zürich fehlen noch 150 Plätze. Diese sollen an einem dritten Standort geschaffen werden. Die Verantwortlichen schweigen sich weiter darüber aus, wo dieser sein könnte. (mcp/sda)

Erstellt: 07.11.2016, 16:57 Uhr

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