Dättlikon ist 3D, Dubai nur 2D

Via Google Earth kann die Region in drei Dimensionen entdeckt werden. In Dubai, Sydney oder Peking wird diese Anwendung hingegen nicht angeboten.

Halbiertes Hettlingen: Die Grenze der Dimensionen verläuft mitten durch die Gemeinde.

Halbiertes Hettlingen: Die Grenze der Dimensionen verläuft mitten durch die Gemeinde. Bild: Screenshot Google Earth

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Wozu noch reisen, wenn es Google Earth gibt?, könnte man etwas überspitzt fragen. Hochauflösende Satellitenbilder und 360-Grad-Fotos aus den Strassen und Gassen bieten bereits einen Vorgeschmack auf die Ortschaften dieser Welt.

In grösseren Metropolen erstellt Google seit einigen Jahren dreidimensionale Modelle. In New York, Buenos Aires oder Paris kann also jeder ein bisschen Taube spielen. Diese Funktion ist allerdings in Sydney, Peking oder Dubai noch nicht verfügbar.

Umso erstaunlicher, dass dieser Service in der Region ebenfalls auf dem Vormarsch ist: Dättlikon, Neftenbach und Pfungen erheben sich beispielsweise dreidimensional vom Boden ab.

Computer generiert Gebäude

Ein Grund dafür ist der technologische Fortschritt. Waren die ersten dreidimensionalen Gebäude noch von Hand «gezeichnet», leistet seit 2012 ein Computer diese Arbeit. Mithilfe von Flugzeugaufnahmen aus einem Winkel von 45 Grad kann das Programm die Gebäude errechnen.

Ein weiterer Grund für die Umsetzung in der Region liegt wohl in der Nähe der beiden Google-Standorte in Zürich. Das amerikanische Unternehmen beschäftigt im ehemaligen Hürlimann-Areal und seit Februar diesen Jahres auch an der Europaallee 2000 Mitarbeiter. Es ist der grösste Google-Standort ausserhalb der USA.

Ein Blick auf die Karte zeigt das deutlich. Westlich von Winterthur ist mit Brütten, Oberembrach, Embrach, Freienstein-Teufen, Lufingen, Nürensdorf und Bassersdorf sowie Winterberg (Lindau) der Korridor nach Zürich durchgehend dreidimensional. Seuzach als grösste Gemeinde in der Region ist hingegen genauso wie auch Wiesendangen oder die Region östlich von Winterthur inklusive Tösstal komplett in 2D gehalten. Interessanterweise heben sich jedoch auch Aussenwachten auf Stadtgebiet wie Reutlingen, Stadel oder Sennhof nicht von der Oberfläche ab.

Zweigeteilte Ortschaften

Geografische Unterschiede sind aber auch auf regionaler Ebene auszumachen. Während auf dem Winterthurer Brühlberg selbst ein Güllewagen auf der Weide dreidimensional dargestellt wird, ist die Qualität auf dem Land schlechter, die S-Bahn nach Effretikon mutet beispielsweise nicht sehr windschnittig, sondern eckig an.

Kurios mutet Illnau-Effretikon auch sonst an: Der Teil westlich des Bahnhofs ist dreidimensional, östlich davon bleiben die Gebäude flach. Auch Hettlingen ist zweigeteilt. Das Maggi-Areal in Kemptthal befindet sich ebenfalls in zwei unterschiedlichen Dimensionen. Pech hat Buch am Irchel, die 3D-Grenze verläuft knapp vor der Dorfeinfahrt. Auf die Gründe für angesprochen, sagt Samuel Leiser, Sprecher von Google Schweiz und Österreich: «Leider können wir keine so spezifischen Angaben bezogen auf eine Region machen.»

Ein Hinweis findet sich jedoch in einem Erklärvideo über Google Earth: Die Flugzeuge mit jeweils fünf Kameras müssen jedes mal ein vordefiniertes Raster abfliegen. Nach Norden fliegen, wenden, nach Süden fliegen. Schwenker sind bei dieser Arbeit nicht vorgesehen, weil sie den ganzen Plan durcheinanderbringen würden. So kann es wohl geschehen, dass gewisse Ortschaften am Ende halbiert werden.

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Erstellt: 11.08.2017, 15:18 Uhr

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