Rüdlingen

Das Chaos mit den Hausnummern ist Geschichte

Die Gemeinde Rüdlingen hat sich neue Strassennamen und Hausnummern verpasst. Mittlerweile haben sich auch die verärgerten Rüdlinger, die sich gegen die Änderungen gewehrt hatten, beruhigt.

Ordnung ins Chaos gebracht: In der Gemeinde Rüdlingen gibts ab sofort neue Strassennamen und Hausnummern.

Ordnung ins Chaos gebracht: In der Gemeinde Rüdlingen gibts ab sofort neue Strassennamen und Hausnummern. Bild: Johanna Bossart

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Bis vor kurzem herrschte ein Durcheinander von Hausnummern, zum Teil fehlten Strassennamen. So irrten jahrelang immer wieder Kuriere in den Quartieren umher auf der Suche nach dem richtigen Gebäude, Rettungsdienste oder Pöstler fanden die Adressen nicht. Mit diesen Zuständen ist nun Schluss in Rüdlingen.

Die Gemeinde hat im März 320 Hausnummern montiert und 60 neue Strassentafeln angebracht – unter Letzteren sind auch defekte, die ausgewechselt wurden. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf etwa 25 000 Franken.Es wurden zwölf Strassen, die namenlos waren, benannt.

Bei bestehenden Strassen wurden teils die Namen geändert, damit die Bezeichnungen nachvollzieh­barer sind. Zum Beispiel existiert das bisherige Gebiet Vogelsand nicht mehr. Es wird neu durch die Vogelsandstrasse, den Vogelsandweg und den Grütweg erschlossen. Auch der Name «Lib­los» existiert nicht mehr, er wurde ersetzt durch «Oberdorfweg».

Jetzt der Reihe nach

Die Häuser mussten neu nummeriert werden, weil sie bisher nach der Gebäudeversicherungsnummer bezeichnet waren, somit herrschte ein grosses Chaos. Der Gemeindepräsident zum Beispiel wohnte an der Nummer 203, sein Nachbar wiederum hatte die Nummer 398. Nun wurden die Häuser, wie in anderen Gemeinden üblich, der Reihe nach nummeriert. Rüdlingen war eine der letzten Gemeinden in der Schweiz, die keine einheitliche Nummerierung hatten.

In den letzten Wochen haben die Gemeindeangestellten die Tafeln angebracht. Dieser Tage fand laut Gemeindepräsident Martin Kern eine Begehung statt, bei der besprochen wurde, was noch zu bereinigen ist. «Wir haben notiert, wo wir zusätzliche Tafeln montieren müssen, oder auch, an welchen Stellen die ­Tafeln nicht gut sichtbar sind», führt Kern aus.

Er geht davon aus, dass die Bereinigungen bis in zwei Wochen oder bis spätestens in einem Monat beendet sind. Einige Hausbesitzer müssen noch ihre Nummern montieren. Dies waren solche, welche die Standardschilder nicht wollten, sondern eigene aus ihrem gewünschten Material fertigen lassen.

Noch nicht auf Google Maps

Laut Kern haben die Rüdlinger bis Ende April Zeit, ihre Fahr­ausweise auf die neue Adresse umschreiben zu lassen. Das Strassenverkehrsamt biete diese Dienstleistung gratis an. Die ­Ämter hat die Gemeinde mit den neuen Adresslisten beliefert. Ausserdem wurden laut Kern die wichtigsten Notfallorganisationen in der Umgebung mit Papierplänen versorgt.

Die Daten werden bald im Geoinformationssystem des Kantons sichtbar sein. «Bis aber die privaten Anbieter mit ihren Kamerawagen hier auf dem Land unterwegs sind und die neuen Bezeichnungen im Internet bereitstellen, werden sicherlich noch einige Monate ver­gehen», sagt Kern. Wer also auf Google Maps oder in seinem Navi­gationsgerät eine Adresse in Rüdlingen sucht, muss sich noch eine Weile gedulden.

Ärger inzwischen verflogen

Mittlerweile ist laut dem Gemein­depräsidenten auch der Ärger über die Änderungen verflogen. Teile der Bevölkerung sammelten Unterschriften, um die Änderungen zu verhindern. Man solle doch nicht jeden Mainstream mitmachen, bemängelten manche Einwohner. Auch gefielen ihnen die neuen Namen nicht.

Um Weihnachten herum musste sich Martin Kern heftige Reaktionen gefallen lassen, sich gar beschimpfen lassen. Auch war er mit anonymen Anrufen konfrontiert. «Manche sind ausgetickt», sagt er. In der Zwischenzeit seien aber auch viele positive Rück­meldungen eingegangen. «Die Rüdlinger haben die Änderungen besser aufgenommen, als wir es zu Beginn vermutet hätten.»

Manche Bewohner wollen gar die ehemaligen Strassenschilder als Erinnerung behalten. Was mit den übrigen Tafeln geschieht, ist derzeit noch unklar, jedoch existieren bereits Ideen: Der Gemeinderat kann sich vorstellen, diese als Erinnerung an einem Gebäude zu montieren. Zudem wurde eine andere Idee an die Behörde herangetragen: So könnten die Schilder an einer Stange im Stil von Wegweisern angebracht und somit als Kunstwerk in der Gemeinde verewigt werden. (landbote.ch)

Erstellt: 07.04.2016, 15:52 Uhr

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