Wiesendangen

Das «Flickwerk» soll verschwinden

Am Mittwoch entscheidet die reformierte Kirchgemeinde Wiesendangen, ob sie in den nächsten Jahren Geld für die Sanierung des Kirchturms und der Orgel zur Seite legen soll.

Die Fassade des Wiesendanger Kirchturms im Dorfzentrum muss saniert werden.

Die Fassade des Wiesendanger Kirchturms im Dorfzentrum muss saniert werden. Bild: Marc Dahinden

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Als «Flickwerk» bezeichnete der ehemalige Kirchenpfleger Christoph Mettler vor zwei Jahren den Wiesendanger Kirchturm. Denn damals trugen Arbeiter bei der Kirchenuhr einen neuen Verputz auf, der nur als Übergangslösung dient. «Wir wissen schon länger, dass wir grössere Investitionen tätigen müssen», sagt BrigittSchaffitz-Corrodi, Präsidentin der reformierten Kirchgemeinde Wiesendangen. Weil wenig Geld vorhanden ist, muss etappenweise saniert werden.

«Die Untersuchung der Fassade zeigte, dass nun die Aussenrenovation nötig ist», sagt Schaffitz-Corrodi. Zusätzlich soll auch die Orgel saniert werden. Geschätzte Gesamtkosten: 800000 Franken.

Steuersenkung unterbinden

Die grosse Frage dabei ist, wie das Ganze finanziert werden soll. Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) wies auf eine neue Möglichkeit im Gemeindegesetz hin: Die Vorfinanzierung.

Salopp ausgedrückt werden damit Begierden nach einem tieferen Steuerfuss unterbunden. Denn die jährlichen Abschreibungen für das 2007 fertiggestellte Kirchgemeindehaus sind seit Anfang Jahr nicht mehr fällig. Wenn der Steuerfuss bei 14 Prozent bleibt, dann ergäbe das fortan jedes Jahr ein budgetiertes Plus von rund 150000 Franken. Bei einem solchen Überschuss kann rasch ein Antrag für eine Steuersenkung eintrudeln.

Durch die Vorfinanzierung wird das unterbunden, der Überschuss in der Jahresrechnung kann in einem entsprechenden Konto beiseite gelegt werden.Sprich: Statt einem Plus von 150000 Franken würde eine ausgeglichene Rechnung resultieren. «So können wir eine saubere Situation schaffen», sagt Schaffitz-Corrodi. Die Vorfinanzierung darf jedoch kein Minus in der Rechnung verursachen.

Weitere Sanierungen nötig

Die Versammlung vom 26. Juni muss der Vorfinanzierung zustimmen. «Eigentlich wollten wir die Vorfinanzierung schon für dieses Jahr umsetzen. Aber weil wir das Einverständnis der Versammlung noch nicht hatten, und die Vorfinanzierung zwingend budgetiert werden muss, können wir es erst im Jahr 2020 umsetzen», sagt Schaffitz-Corrodi.

Die Sanierung soll in den nächsten Jahren stattfinden. Durch die Vorfinanzierung soll bis 2022 rund eine halbe Million Franken angehäuft werden. Das restliche Geld wird voraussichtlich dem Eigenkapital entnommen. Die Zustimmung zum Sanierungsprojekt sowie der effektive Kredit soll der Versammlung in einem Jahr beantragt werden.

In den nächsten Jahren stehen noch weitere Sanierungsprojekte an. «Das Waschhäuschen beim Pfarrhaus ist etwa sehr sanierungsbedürftig», sagt Schaffitz-Corrodi. Und auch die Fresken im Innern der Kirche müssten «über kurz oder lang» überprüft und allenfalls renoviert werden. Eine Fachfrau habe aber zugesichert, dass man damit noch zuwarten könne.

Erstellt: 23.06.2019, 18:22 Uhr

Kein Umbau in Rickenbach

Am Sonntag findet die Rickenbacher Kirchgemeindeversammlung statt. Dort entscheiden die Stimmberechtigten über Sanierungskredite in der Höhe von insgesamt 288000 Franken. Die Fassade beim Pfarrhaus soll saniert werden, im Kirchgemeindehaus sind energietechnische Sanierungen geplant. Diese beiden Posten kosten voraussichtlich eine Viertelmillion Franken, weitere 38000 Franken sind für den Hochwasserschutz vorgesehen.

Ursprünglich wollte die Kirchenpflege aus dem Pfarrhaus zwei Wohnungen bauen und ging dabei von rund einer halben Million Franken Kosten aus. Eine genauere Schätzung ergab jedoch 800000 Franken. «Deshalb hat die Kirchenpflege entschieden, auf den Umbau zu verzichten», sagt Monika Weiss, Präsidentin der reformierten Kirchenpflege Rickenbach. (gab)

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