Illnau

«Das Geheimnis des Biberbackens? Die Sorgfalt»

Die Brüder Leibacher hatten vor Weihnachten alle Hände voll zu tun. Claudio Leibacher erzählt, was die beiden mit ihrer Bibermanufaktur vorhaben.

Die Brüder Silvan und Claudio Leibacher backen in der ehemaligen Post Illnau mit ihrem Team feine Biber.

Die Brüder Silvan und Claudio Leibacher backen in der ehemaligen Post Illnau mit ihrem Team feine Biber. Bild: Madeleine Schoder

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Sie sind bestimmt erschöpft vom Weihnachtsgeschäft. Wie lief das Biberbusiness?
Claudio Leibacher: Wir sind sehr zufrieden und sehr müde. An Weihnachten lag dann obendrein die ganze Familie mit einer Magen-Darm-Grippe flach. Nun brauchen wir Erholung.

Wo findet sie statt?
Im Haus meines Urgrossvaters im appenzellischen Gais. Hier hat auch mein Grossvater gelebt. Wir haben den Ort immer besucht, schon als wir noch kleine Buben waren.

Sie setzen auf ein traditionsreiches Produkt, das stark in der Gegend ihres Grossvaters und Urgrossvaters verwurzelt ist. Ist das die Stärke des Unternehmens? Oder sind es eher die Innovationen, die Ihren Kunden gefallen?
Beide sind wichtig. Gerade vor Weihnachten sind die traditionellen Honigbiber bei Firmenkunden als Geschenke beliebt. Sie nutzen ihre personalisierten Sujets jährlich wieder. Wir sehen aber auch, dass etwas innovativere Firmen auf neue Produkte wie den veganen Biber setzen. Unsere Neuentwicklungen wie der vegane Biber oder der glutenfreie Lebkuchen sind besonders für unsere Wiederverkaufspartner wichtig. Seit September habe ich allerdings auch noch fünfzig neue Formen geschnitzt.

Die machen Sie noch immer alle von Hand? Und schälen Ihre Mandeln auch heute noch frisch? Ist denn die Handarbeit das Biberbäckergeheimnis?
Ja, alle Formen schnitze ich nach wie vor von Hand aus Birnbaumholz. Das Geheimnis ist die Sorgfalt, glaube ich. Unsere Kunden müssen glücklich sein, sonst hat alles nichts gebracht.

Vegane Biber, glutenfreie Biber, was kommt als Nächstes?
Aktuell arbeiten wir an neuen Frühlingssujets für unsere kleinen Grössen und an kleinen Kaffeetassen-Biberli. Auch bei unseren neuen glutenfreien Lebkuchen wollen wir weitere Produkte entwickeln.

Wie viele Biber haben Sie im letzten Jahr gebacken?
Es waren zwölf Tonnen, das sind etwa 85 000 Biber, wenn man vom mittelgrossen ausgeht.

Und wie viele haben Sie letztlich verkauft?
Fast alle. Die hundert oder zweihundert, die wir noch haben, können wir gut für Degustationen gebrauchen. Oder wir verschenken sie an Freunde, Familie und Hilfsorganisationen. Wegwerfen tun wir keinen Biber.

Sie arbeiten ja auf verhältnismässig engem Raum, auch wenn Sie in Illnau nun etwas mehr Platz haben als bei den Eltern in Wermatswil im Keller.
Wir lösen das Problem mit Schichtbetrieb. Vor Weihnachten haben elf Bäcker von morgens um sieben bis abends um neun Uhr gebacken.

Und Sie?
Meine Tage dauerten schon bis um Mitternacht. Nach dem Backen hab ich oft geschnitzt.

Gab es Produktionsengpässe, die Sie zum Bibbern brachten?
Ja, schon. Es haben hier und da Produkte gefehlt. Zum Glück sind die Kunden meistens recht flexibel und suchen sich eine Alternative im Sortiment.

Sie verkaufen Ihre Produkte an prominenten Adressen, in Zürich zum Beispiel im Globus oder vor Weihnachten am grossen Weihnachtsmarkt. Wo ausser in Illnau in der Region Winterthur?
Eigentlich erst in der Stadt, beim Regenbogen, im Ultimo Bacio und im Tofulino.

Wohin soll sich das Start-up entwickeln? Peilen Sie den internationalen Markt an?
Wir sind offen, aber nicht blauäugig. Schon in Deutschland weiss man ja kaum, dass man einen Biber auch essen kann. Wir hatten aber schon einige Interessenten aus dem Ausland und auch immer wieder internationale Bestellungen über unseren Onlineshop.

Wie eng arbeiten Sie mit Ihrem Bruder zusammen?
Sehr eng.

Wie steht es demnach um die Biberbrüderharmonie?
Wir geben uns Mühe, aber einfach ist es nicht immer. In der Diskussion aber erarbeiten wir oft die besten Lösungen. Wir brauchen und schätzen einander. Und wir haben eine klare Rollenteilung.

Wann haben Sie den letzten Biber gegessen?
Das liegt ein paar Tage zurück, mein Magen spielt noch nicht recht mit. Wenn ich gesund bin, dann will ich jeden Tag ein Stücklein Biber haben.

(Der Landbote)

Erstellt: 02.01.2018, 17:59 Uhr

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