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Das Humorpflegeheim in Feierlaune

Die Casinogala 2019 am Samstag war ein glamouröser Abend der Extreme. Viktor Giacobbo fehlte, dafür stand zusammen mit Patrick Frey ein Roboter auf der Bühne - und der soll im Casinotheater bald wieder auftreten.

Mehr Kontrast geht nicht: Auf der Bühne des Casinotheaters werfen Ursus und Nadeschkin einen "Blick hinter die Kulissen". Die Papierzeitung fliegt und landet hinter dem Vorhang. Der Saal lacht. Die Nummer zieht immer noch. Verwunderlich, findet etwas später auf derselben Bühne Patrick Frey, Kabarettist und einer der Offiziellen des Casinotheaters. Er hat schon in den Achtzigerjahren den Blick hinter die Bühne geworfen. Inzwischen ist Frey in der Zukunft angekommen. Mit ihm auf der Bühne steht Pepper, ein kindlicher Roboter. Das Casinotheater hat ihn in einer Hauptrolle besetzt, im «Stück Robocare - Altenpflege 4.0», das im September anläuft.

Kevin-Allein-Zuhaus

Doch so weit sind wir noch nicht. Es ist erst Frühling. Casinogala heisst der Anlass im März, an dem sich jedes Jahr Prominenz aus Kultur, Politik und Wirtschaft im Comedytheater versammelt und es sich einen Abend lang gut gehen lässt, für 450 Franken pro Billett. Es ist der Abend der Sponsoren, aber auch der Künstler und Mitarbeitenden, ein grosses Miteinander, mit einem überladenen Buffet, einem üppigen Rahmenpgrogramm und einer Sause, in der sich zu später Stunde bei Musik der Casino-Hausband alles mischt und die Prominenz die Gewinne aus der Tombola tauscht.

Zu fortgeschrittener Stunde würden auch Viktor Giacobbo, der Präsident des Verwaltungsrats und Mike Müller anreisen, lautet das Versprechen am Anfang der Show. Der Chef, Giacobbo, sei noch im Zelt unterwegs. Gemeint ist der Zirkus Knie, der in Rapperswil seine Tournee gestartet hat. Giacobbo würde sowieso nur stören, finden Ursus und Nadeschkin. So habe man etwas Kevin-Allein-Zu-Hause-Feeling.

Missing Pufpaff

Eine Nummer in den beiden Showblocks bestreiten Barbara Hutzenlaub, die einen «Ausländler» singt, pardon jodelt, und dazu ein Schweizer Cocktail-Fähnchen schwingt, und Heinz de Specht mit ihrer hochprozentigen Ostschweizer Ironie und der Schweizer Senkrechtstarter Marius Baer, dem das Musikgefühl bis in die Fussspitzen reicht. Ob er deshalb barfuss auf der Bühne steht? Kabarettist Bänz Friedli schliesslich muss gleich zweimal ran, einmal mit einem Papp-Elvis als «Wingman», dann nochmal, weil Sebastian Pufpaff - der Mann heisst wirklich so - familiär bedingt abreisen musste.

Familiär ist auch die Stimmung im Winterthurer Theater. Man kennt sich, auch die Prominenz. Die weiblichen Drei-Siebtel des Stadtrates sind in Globo da, dazu SP-Nationalrätin Jacqueline Badran, der frühere SP-Stadtpräsident Ernst Wohlwend, direkt von der Verleihung des Schweizer Filmpreises angereist, FDP-Alt-Nationalrat Markus Hutter, Gemeinderäte, Unternehmer und so fort. Heimlicher Stargast ist Philipp Hildebrand, der einstige Chef der Schweizer Nationalbank steht heute in Diensten der Investmentfirma Black Rock. Mit ihm wollen viele ein Schwätzchen halten.

Pepper-Tilt

Patrick Frey verspricht, wer die meisten Tombola-Lose kauft, bekommt einen Platz im Humorpflegeheim, welches das Casinotheater im Dachstock einrichten wolle. Ein Ort, wo man von einem Clown geweckt uns später wieder ins Bett gebracht wird. Im Pflegeheim arbeitet auch sein Roboter Pepper, der bei seinem zweiten Auftritt auf der Bühne plötzlich redet. Im ersten Versuch hatte er noch eine Fehlfunktion. Die Pointen kommen an diesem Abend irgendwann von selbst. In der Tombola gewinnt Frey einen der Hauptpreise. Jetzt sind alle reif fürs Pflegeheim.

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