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Das Wasser bleibt vorerst günstig

Der Preis fürs Wasser soll zwar steigen, aber nicht sofort und gestaffelt. Der Gemeinderat Weisslingen hat seinen Entscheid revidiert und räumt Fehler ein.

So günstig wie kaum irgendwo in der Region sprudelt das Wasser aus den Weisslinger Wasserhähnen.
So günstig wie kaum irgendwo in der Region sprudelt das Wasser aus den Weisslinger Wasserhähnen.
Keystone

In Weisslingen bleibt vorerst alles beim Alten, zumindest was den Wasserpreis betrifft. Nachdem der Bezirksrat 66 Rekurse gutgeheissen und den Beschluss des Gemeinderates zu den neuen Wasser- und Abwassergebühren im August aufgehoben hatte, liegt nun auch eine Empfehlung des Preisüberwachers vor.Eine solche hätte der Gemeinderat einholen müssen, bevor er die Gebühren fürs Wasser und Abwasser am 30. Mai massiv, teilweise um 1600 Prozent, erhöhte. Das ist auch der Grund, weshalb der Bezirksrat die Rekurse guthiess. Inhaltlich, also dazu, ob die Preise tatsächlich zu hoch angesetzt wurden, hat sich der Bezirksrat gar nicht geäussert.

Vorübergehend storniert

Trotzdem hat der Gemeinderat nun die Erhöhung der Wasserpreise vorübergehend storniert, wie er in einer Mitteilung verlauten lässt. Die Erhöhung werde «auf einen noch zu definierenden Zeitpunkt im neuen Jahr» erfolgen. Auf Anfrage sagt Gemeindepräsident Andrea Conzett, dass dies nicht schon der 1. Januar sein werde. «Das ist von den Fristen her gar nicht möglich.» Um eine Erhöhung komme man jedoch nicht herum. Diese werde nun gestaffelt erfolgen. Und ob die Preise tatsächlich so hoch ausfallen werden, wie einst angekündigt, ist auch noch offen.

Erfreut über diesen Entscheid ist die SVP. Sie hatte ihren Mitgliedern geraten, die Rekurse zu schreiben. «Wir fühlen uns bestätigt», sagt Präsident Romano Golini. Nun seien sie auf die neuen Preise gespannt: «Wir werden genau hinschauen.» Die Partei sei nicht per se gegen eine Preiserhöhung. Wie sie der Gemeinderat aber kommuniziert habe, «war ein Schlag ins Gesicht». Die Behörde habe den Beschluss im Mitteilungsblatt veröffentlicht, «ohne jegliche Erklärung zu liefern».

Conzett räumt ein, dass die Kommunikation nicht optimal war. Ein individuell angepasster Wasserpreis sei jedoch nicht möglich. «Wir brauchen einen, der für alle gilt.» Folglich könne man es nie allen recht machen. Heute beträgt die Grundgebühr fürs Wasser 30 Franken. Der Gemeinderat wollte sie auf 360 Franken erhöhen. Jeder weitere Verbraucher in einem Mehrfamilienhaus hätte 340 Franken statt 20 Franken bezahlen müssen (plus 1600 Prozent). Damit hätte sich Weisslingen jedoch lediglich dem kantonalen Mittel angeglichen. Die Wasserpreise der Gemeinde gehören nämlich weitherum zu den günstigsten. Zum Vergleich: In Wilhof und Sennhof in Russikon beträgt die Grundgebühr 600 Franken.

In den vergangenen Jahren habe man es verpasst, die Preise kontinuierlich anzugleichen, sagt Conzett. Und der Investitionsbedarf ist hoch. Alleine beim Wasser beträgt er 14 Millionen Franken. Die 54 Kilometer Wasser- und 34 Kilometer Abwasserleitungen müssen vielerorts instandgestellt oder ersetzt werden.

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