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Das Zentrum auch auf Papier verschoben

Das Bahnhofsgebiet und das Ziegelei-Areal in Pfungen können wachsen. Die Gemeindeversammlung hat der revidierten Nutzungsplanung zugestimmt.

Das Gebiet um den Bahnhof und das Ziegelei-Areal (rote Gebäude) werden sich markant ändern.
Das Gebiet um den Bahnhof und das Ziegelei-Areal (rote Gebäude) werden sich markant ändern.
Marc Dahinden

Pfungen soll vor allem um den Bahnhof herum moderat wachsen. Darauf hatten sich Gemeinderat und Bevölkerung bereits bei einem Workshop im Frühling 2016 grundsätzlich geeinigt. Damit dies möglich ist, sind eine Einzonung und Umzonungen, also neue Bauvorschriften notwendig. Aber was bringt das dem einzelnen Bürger? «Wie kann ich davon profitieren, wenn ich Ja stimme?», fragte ein Teilnehmer der Gemeindeversammlung am Donnerstagabend.Es gehe bei diesem Thema um eine strategische Angelegenheit, sagte Gemeindepräsident Max Rütimann. «Wir wollen die Entwicklung im Dorf mitbestimmen.» Für den Einzelnen gebe es höchstens jenen Mehrwert, dass er mit den neuen Vorschriften «unter Umständen mehr bauen kann». Steuerliche Vorteile bringe das dem Bürger aber nicht.

Es stand Gewichtiges, eben «Strategisches» auf der Traktandenliste der Gemeindeversammlung, wie Rütimann sagte, als er sie eröffnete. 69 Stimmberechtigte (rund 3 Prozent) kamen, um die baulichen Voraussetzungen für weitere rund 360 Einwohner im Gebiet um den Bahnhof zu schaffen.

Neue Firmen angesiedelt

Dieses hatte sich in den letzten Jahren zum neuen Zentrum gemausert. Dies vor allem auch dank der Umnutzung des Areals der Keller AG Ziegeleien. Ein Fitnesszentrum, Ärzte, eine Kleintierpraxis und weiteres mehr hat sich angesiedelt. Die eigentliche Zentrumszone an der Dorfstrasse wird von Einwohnern heute nicht mehr als Dorfmittelpunkt wahrgenommen (siehe Grafik).

Die Umzonung der Zentrumszone ist daher auch eine der grösseren Änderungen im Zonenplan, über welche die Versammlung zu befinden hatte. Sie wird zu einer Wohnzone mit Gewerbeerleichterung umgezont. Das bedeutet, dass sich dort «mässig störendes», also mit der Wohnzone verträgliches, Gewerbe niederlassen darf.

Keine Reservezone mehr

Und dort, wo sich heute die Reservezone befindet, nämlich unmittelbar um den Bahnhof, wird die neue Zentrumszone angesiedelt. Im Gebiet nördlich der neuen Zentrumszone ist heute noch ein Teil der Industrizone zugeordnet. «Das macht keinen Sinn mehr», sagte Ortsplaner Peter von Känel, der die Gemeinde bei der Teilrevision ihrer Nutzungsplanung unterstützt hat.

Damit beim Bahnhof und auf dem Ziegelei-Areal sogenannte qualitativ hochwertige Bauten entstehen, ist dieses Gebiet zusätzlich mit einer Gestaltungsplanpflicht belegt. Das sind Sonderbauvorschriften, die beispielsweise dafür sorgen, dass der Hochkamin auf dem Ziegelei-Areal erhalten bleibt. Dort soll sogar jeweils ein Greifvogel brüten, wie von Känel verriet.

Wann denn allfällige Bauten realisiert würden, wollte eine Votantin wissen. Da die Gemeinde beim Bahnhof keine Grundstücke besitze, «haben wir wenig Einflussmöglichkeiten», sagte Rütimann. «Das hängt auch von der Marktlage ab.» In der Fragerunde kamen auch Themen auf, die mit dem eigentlichen Geschäft nur am Rande etwas zu tun hatten. So fragte ein Votant, ob die Unterführung beim Bahnhof gebaut werde? Spätestens 2023, wenn die Infrastruktur an das Behindertengleichstellungsgesetz angepasst sein müsse, «dürfte die Unterführung kommen», sagte Rütimann.

Gegen die Änderungen im Zonenplan sowie in der Bau- und Zonenordnung hatte am Ende niemand etwas einzuwenden. Sie kamen grossmehrheitlich durch. Und auch der revidierte private Gestaltungsplan der Keller Ziegeleien, der bis anhin zu wenig auf die Entwicklung des Gebiets um den Bahnhof ausgerichtet war, passierte.

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