Eishockey

Der besondere Abend des EHCW

Mit einem 6:2-Erfolg gegen Biasca schöpft der EHCW im Kampf um den Anschluss an die Playoff-Plätze wieder Hoffnung.

Endlich wieder mal EHCW-Jubel: Torschütze Silvan Hess und Michael Roos (links) nach dem 4:0.

Endlich wieder mal EHCW-Jubel: Torschütze Silvan Hess und Michael Roos (links) nach dem 4:0. Bild: Nathalie Guinand

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Die Tore (Quelle: sihf.ch)

Dass der EHC Winterthur gewinnt, hat in dieser Saison bislang seltenheitswert gehabt. Doch gleich ein 6:2, das ist schon etwas Besonderes, zumal für eine Mannschaft, die sich in den letzten Wochen mit dem Toreschiessen ziemlich schwer getan hat. Sechs Tore hat der EHCW in dieser Saison überhaupt noch nie erzielt. Der Sieg gegen Biasca war der erste der Winterthurer nach fünf Niederlagen in Folge, der erste im dritten Spiel gegen die Tessiner und der erst zweite in den letzten 17 Spielen. Die Folge: Der Rückstand auf die achtplatzierten GCK Lions beträgt nur noch 13 Punkte. Das ist zwar immer noch viel, kann aber weiter reduziert werden. Denn der nächste Gegner im «Festtags-Playoff» des EHCW ist am Sonntag die EVZ Academy in Zug. Auch das ist ein Match, den er gewinnen muss, wenn er sich dem Playoff weiter annähern will.

Der wichtige Doppelschlag

Gegen Biasca fiel die Entscheidung zu Beginn des Mitteldrittels. Da erhöhten Mike Küng und Jared Gomes innert 52 Sekunden von 1:0 auf 3:0, was wegweisend war. In Führung gegangen war der EHCW schon in der 2. Minute durch Tim Wieser. Der erzielte im ersten Abschnitt ein zweites Tor, das aber aberkannt wurde, weil das Gehäuse verschoben war. Für Wieser wars persönlich dennoch ein wesentlich besserer Abend als bei der letzten Begegnung mit Biasca. Damals war er nach einem Check gegen seinen Kopf verletzt ausgeschieden.

Mit dem klaren Vorsprung im Rücken liess sich der EHCW nicht mehr vom Weg abbringen. Silvan Hess gelang noch im mittleren Abschnitt das 4:0. Kippen können hätte der Match, wenn überhaupt, am ehesten zu Beginn des Schlussdrittels. Da kam Biasca durch Dario Rohrbach in doppelter Überzahl auf 1:4 heran. Dazu ist zu sagen, dass es der erste Gegentreffer der Winterthurer in Unterzahl seit 13 Spielen war. Diese stolze Serie ging zwar zu Ende. Wichtiger aber: Der EHCW erhielt in dieser Phase nicht noch einen zweiten Gegentreffer, obwohl er nach dem 1:4 nochmals 80 Sekunden zwei Mann weniger auf dem Eis hatte. Mit Anthony Staigers 5:1 in der 46. Minute war der Match dann gelaufen, Jari Allevi gelang gar noch ein sechstes Tor für den EHCW.

Interview mit Jari Allevi (Quelle: sihf.ch)

Mühe im Startdrittel

«Die Mannschaft spürte den Druck, der auf ihr lastete», stellte EHCW-Trainer Michel Zeiter fest. Denn mit einer weiteren Niederlage wäre der Rest der Saison praktisch zur Makulatur geworden, die Chancen, noch irgend etwas zu reissen, wären dahin gewesen. Im ersten Abschnitt spielten die Winterthurer trotz der frühen Führung «nicht so, wie ich es gerne gesehen hätte», meinte Zeiter. Vor allem mit dem aggressiven Forechecking der Tessiner hatte sein Team seine liebe Mühe. In der ersten Drittelspause sei es laut geworden in der EHCW-Kabine, sagte der Trainer mit einem Lächeln auf den Lippen. Die Wirkung war da. «Am Ende war es ein verdienter Sieg für uns», schloss Zeiter.

Interview mit EHCW-Trainer Michel Zeiter (Quelle: sihf.ch)

Vom zweiten Drittel an war der EHCW klar überlegen, spielte er schnell nach vorne und beging er hinten auch kaum noch Fehler. Er machte in der Offensive vieles besser als in den letzten Spielen: Er suchte die Abschlüsse, stets war einer oder auch zwei vor dem Tor bereit für einen Rebound. Wiesers 1:0 fiel nach einem Schuss Bozons, auch Wiesers aberkannter Treffer wäre ein Abstauber gewesen. Und Hess erzielte das 4:0 ebenfalls nach einem Abpraller des an diesem Abend ungewohnt unsicheren Tessiner Torhüters Connor Hughes. Diesmal hatte Martin Alihodzic sofort geschossen, nachdem Roos einen Aufbau Biascas unterbunden hatte.

Verlassen kann sich der EHCW im Moment auch auf sein Powerplay, besonders dann, wenn es draufan kommt. Schon am Dienstag beim 1:3 in Kloten hatte er den einzigen Treffer in Überzahl erzielt. Diesmal waren Wiesers 1:0 und Küngs 2:0 Powerplay-Treffer. Es waren die Tore, die den Match in die gewünschte Richtung lenkten.

Gute Voraussetzungen

Die Steigerung, die die Winterthurer brauchten, haben sie also gebracht. Die Defensive war so stabil, dass Goalie Remo Oehninger nicht zaubern musste, um seinem Team den Sieg zu ermöglichen. Die Offensive war stark verbessert und die Special Teams arbeiten weiterhin gut. Das sind gute Voraussetzungen, um auch in Zug zu bestehen. Auch die Innerschweizer hat der EHCW diese Saison noch nie geschlagen. Am Sonntag wäre der richtige Moment für eine Premiere. Vielleicht gewöhnen sich die Winterthurer ja noch ans Gewinnen.

Erstellt: 21.12.2018, 23:20 Uhr

Swiss League

EHCW – HC Biasca 6:2 (1:0, 3:0, 2:2)
Zielbau-Arena. – 650 Zuschauer. – SR Urban/Fluri; Burgy/Rebetez. – Tore: 2. Wieser (Bozon/Ausschluss Matewa) 1:0. 21. (20:46) Küng (Gomes/Ausschluss Kparghai) 2:0. 22. (21:38) Gomes (Wieser) 3:0. 32. Hess (Roos, Alihodzic) 4:0. 42. Rohrbach (Haussener, Vedova/Ausschlüsse Kobach, Roos) 4:1. 46. Staiger (Keller) 5:1. 54. Allevi (Roos, Bozon) 6:1. 59. Haussener 6:2. - Strafen: Je 7x2. - EHCW: Oehninger; Molina, Küng; Blaser, Pozzorini; Guerra, Koback; Jonski; Allevi, Homberger, Wieser; Staiger, Keller, Bozon; Ranov, Nigro, Gomes; Hess, Alihodzic, Roos; Martikainen. - Biasca: Hughes (49. Dux); Tosques, Fontana; Brazzola, Kparghai; Matewa, Pagnamenta; Biasca; Rohrbach, Vedova, Haussener; Sartori, Anthony Neuenschwander, Taiana; Joël Neuenschwander, Fritsche, Portmann; Bleiker, Demuth, Spinedi. - Bemerkungen: EHCW ohne Schmutz und Schmidli (verletzt) sowie Scherz (krank). Biasca ohne Stucki (verletzt) sowie Bionda und Wieszinski (krank). 17. Tor Wiesers aberkannt (Tor verschoben). 45. Pfostenschuss Sartori. 53. Lattenschuss Fritsche.

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