Der Dorfplatz Illnau und seine unendliche Geschichte

Es geht nicht vorwärts mit dem Dorfplatz Illnau. Erneut muss der Stadtrat über die Bücher.

Der Dorfplatz ist heute ein Parkplatz (Bildmitte). Angrenzend die Gebäude Usterstrasse 23 und 25 (u.r.).

Der Dorfplatz ist heute ein Parkplatz (Bildmitte). Angrenzend die Gebäude Usterstrasse 23 und 25 (u.r.). Bild: Heinz Kramer

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Ein schöner, grosser Dorfplatz im Zentrum von Illnau: Das wünschen sich zahlreiche Einwohner, allen voran die Vertreter der bürgerlichen Parteien FDP, JLIE, SVP und BDP. Vor über zehn Jahren hatte Finanzvorstand Philipp Wespi (FDP), damals noch Gemeinderat der Jungliberalen (JLIE), das Anliegen mit einer Interpellation vors Parlament gebracht.

Ob der Dorfplatz im Sinne Wespis je verwirklicht wird, ist nach dem neusten Entscheid des Grossen Gemeinderates vom Donnerstag mehr als ungewiss. Eine knappe Mehrheit von 17 zu 16 Parlamentariern hat das Geschäft an den Stadtrat zurückgewiesen. So wie es eine Minderheit der Geschäftsprüfungskommission (GPK) beantragt hatte.

Abriss und Neubau

Zur Debatte stand die Volksinitiative «Attraktives Dorfzentrum Illnau», die ein bürgerliches Komitee im Januar 2017 eingereicht hatte. Es ist der neuste Vorstoss zum Thema, der noch hängig ist. Das Komitee verlangt einen grösseren Dorfplatz, den Abriss der Gebäude an der Usterstrasse 23 (ehemaliges Landi-Haus) und 25 sowie einen Ersatzneubau anstelle des Gebäudes an der Usterstrasse 25.

Der Stadtrat aber lehnt die Initiative ab. Neben der Variante zur Umsetzung der Initiative präsentierte er dem Parlament deshalb einen Gegenvorschlag. Beide Varianten sehen aber nur eine geringfügige Vergrösserung des Dorfplatzes vor. Über Initiative und Gegenvorschlag muss das Volk bis am 9. Januar 2020 abgestimmt haben, wie Ratssekretär Marco Steiner auf Anfrage sagt.

In seinem Gegenvorschlag plädiert der Stadtrat dafür, die beiden Gebäude an der Usterstrasse zu sanieren. Die Identität des Dorfes könne so gestärkt werden, lautet seine Begründung. Ein anderer Grund ist auch, dass das ehemalige Landi-Haus im kommunalen Schutzinventar aufgeführt ist. Eine Entlassung würde einen Rekurs des Heimatschutzes nach sich ziehen, ist der Stadtrat überzeugt.

Vorlage verfehlt Ziel

Der Grund, weshalb die GPK-Minderheit sowie 17 der 33 anwesenden Gemeinderäte schliesslich für die Rückweisung stimmten, ist folgender: Die Umsetzungsvorlage des Stadtrats verfehle die Ziele der Initianten, fanden sie. Deshalb muss der Stadtrat nun eine neue ausarbeiten und zwar eine, die im Sinne der Initianten ist. Die Zeit drängt, denn die Urnenabstimmung lässt sich nicht verschieben. Und davor muss das Geschäft nochmals vors Parlament.

Erstellt: 24.05.2019, 17:42 Uhr

Die Sanierung des Watt-Schulhauses kommt nicht vors Volk

Am Donnerstag hat das Parlament auch über die Sanierung des Sekundarschulhauses Watt in Effretikon beraten. Dass die 1968 entstandene Anlage dringend saniert werden muss, darin sind sich alle einig. Trotzdem hatte die Rechnungsprüfungskommission (RPK) schon vor der Sitzung empfohlen, das Geschäft und den Kredit von knapp 25 Millionen Franken an den Stadtrat zurückzuweisen – wegen kreditrechtlicher Mängel. Der Empfehlung sind 29 von 33 Gemeinderäten gefolgt. Damit kann der Stadtrat den Grossteil der Ausgaben, nämlich 24,2 Millionen Franken, in Eigenregie sprechen. Denn sie gelten als gebunden, das heisst, sie sind zwingend notwendig und können nicht weiter aufgeschoben werden. Lediglich über die sogenannten freien Ausgaben von 660000 Franken wird das Parlament erneut befinden können. (neh)

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