Eishockey

Der EHCW erlebt im Derby ein Debakel

Der EHC Winterthur hat in Weinfelden einen bedenklichen Auftritt und verliert gleich 0:8. Nicht zum ersten Mal ist das Team von Trainer Michel Zeiter nach den ersten Gegentreffern auseinandergebrochen.

Thurgau (hier Adam Rundquist) jubelte im Übermass. EHCW-Goalie Tim Guggisberg konnte wenig ausrichten.

Thurgau (hier Adam Rundquist) jubelte im Übermass. EHCW-Goalie Tim Guggisberg konnte wenig ausrichten. Bild: Madeleine Schoder/Archiv

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Der EHC Winterthur gibt Rätsel auf. Am Dienstag zeigte er gegen die GCK Lions die beste Saisonleistung und gewann ein wichtiges Spiel 3:1. Drei Tage später folgte in Weinfelden der bisher schlechteste Auftritt, der sich in einem 0:8 niederschlug. Es war im 15. Qualifikationsspiel der Swiss League bereits zum fünften Mal, dass der EHCW sieben oder mehr Tore kassierte, das 0:9 im Cup gegen die ZSC Lions nicht mitgerechnet. Ein 0:8 in einem Derby ist natürlich besonders bitter. Da darf man sich einfach nicht derart gehen lassen, nur schon wegen den Fans, die mitgereist sind – und denen, die am Sonntag im nächsten Heimspiel wieder in die Zielbau-Arena kommen sollen.

Nach 10 Minuten alles klar

Zehn Minuten war der Match vor 1335 Zuschauern in der Güttingersreuti erst alt, da waren die Weichen gestellt. Denn Thurgau führte 3:0, nach drei Treffern erzielt innert 153 Sekunden. Die Thurgauer nützten gleich den ersten Winterthurer Fehler aus. In der Mittelzone passierte ein Scheibenverlust und hinten behinderten sich zwei Verteidiger gegenseitig. Melvin Merola profitierte. 41 Sekunden später erhöhte Patrick Brändli auf 2:0.

Es nützte wenig, dass Michel Zeiter darauf Goalie Justin Gianola durch Tim Guggisberg ersetzte. Der EHCW-Trainer hatte nichts an der Mannschaft geändert, die am Dienstag noch so gut gespielt hatte, also begann Gianola. Dem konnte man die frühen Gegentore allerdings nicht zum Vorwurf machen. Und aufrütteln liess sich die Mannschaft auch nicht. Auch Guggisberg musste schon einen der ersten Schüsse passieren lassen: Thurgaus Topskorer Kellen Jones erzielte in der 10. Minute das 3:0.

Thurgau effizient

Der frühe und klare Rückstand war für die Winterthurer besonders ärgerlich, weil die ersten paar Minuten ausgeglichen gewesen waren. Aber Thurgau, ganz im Gegensatz zum ersten Match gegen den EHCW, den es 0:3 verloren hatte, schlug diesmal mit grosser Effizienz zu, als sich die ersten Chancen boten. Da zeigte sich auch: Noch ist der EHCW nicht so weit, dass er Phasen gegnerischen Momentums ohne allzu grossen Schaden überstehen kann. Dass die Thurgauer durchaus Wirkungstreffer gelandet hatten, zeigte sich auch im Winterthurer Powerplay respektive unmittelbar danach. Einmal hätte der von der Strafbank zurückkehrende Patrick Brändli beinahe ein Tor erzielt, in einer ähnlichen Situation im zweiten Drittel traf dann Connor Jones zum 5:0.

Am Sonntag kommt Sierre

Thurgau präsentierte sich als die Spitzenmannschaft, die sie eben ist. Das Team von Stephan Mair erlaubte sich den ersten gröberen Schnitzer – eine Kontersituation für den EHCW – erst, als der Match längst entschieden war. Das Heimteam kam auch fokussiert aus der Kabine: Nach 44 Sekunden des Mitteldrittels machte Adam Rundquist das 4:0, was unwiderruflich die Entscheidung war.Trotzdem darf einem Team wie dem EHCW nicht passieren, was danach folgte: Er wurde regelrecht auseinandergenommen. 0:7 hiess es nach zwei Dritteln, mit 0:8 war man am Ende noch gut bedient.

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt dem EHCW nicht. Bereits am Sonntag (16 Uhr) kommt der HC Sierre in die Zielbau-. Der Aufsteiger besiegte am Freitag im Walliser Derby den EHC Visp gleich 6:2 und wird alles daran setzen, dem Playoff-Strich wieder näher zu kommen. Das muss auch der EHCW. Dafür muss er aber anders auftreten als gegen Thurgau, ganz anders. Denn die Winterthurer sind jetzt in der Pflicht, etwas zu zeigen.

Erstellt: 25.10.2019, 22:29 Uhr

Infobox

HC Thurgau - EHCW 8:0 (3:0, 4:0, 1:0)

Güttingersreuti. – 1335 Zuschauer. – SR Hungerbühler/Anna Maria Wiegand; Nater/Haag. – Tore: 8. (7:02) Merola (Parati) 1:0. 8. (7:43) Brändli (Rehak, Altorfer) 2:0. 10. Kellen Jones (Loosli) 3:0. 21. (20:44) Rundquist (Loosli) 4:0. 30. Connor Jones 5:0 (Hobi). 34. (33:40) Kellen Jones (Connor Jones/Ausschluss Bachofner) 6:0. 35. (34:44) Frei (Niedermaier) 7:0. 48. Merola (Hobi, Fechtig) 8:0. – Strafen: 3-mal 2 gegen Thurgau, 4-mal 2 gegen den EHCW. – Thurgau: Aeberhard; Seiler, Parati; Scheidegger, Wildhaber; Fechtig, Collenberg; Kellenberger, Engeler; Kellen Jones, Connor Jones, Janik Loosli; Merola, Rundquist, Hobi; Rehak, Brändli, Altorfer; Frei, Fabio Hollenstein, Niedermaier. – EHCW: Gianola (8. Guggisberg); Bachofner, Küng; Roos, Pozzorini; Blaser, Schmutz; Guerra; Wieser, Torquato, Brace; Monnet, Mason, Bozon; Zahner, Diem, Lazarevs; Bleiker, Alihodzic, Hess; Allevi. – Bemerkungen: Thurgau ohne Michael Loosli und Mosimann (verletzt) sowie Steinauer (Bülach), Zanzi (Dübendorf) und Huber (Pikes). EHCW ohne Hänggi, Homberger und Kobach (verletzt) sowie Forrer, Raggi und Sigg (überzählig).

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