Eishockey

Der EHCW «erleidet» den Derbysieg

Der EHC Winterthur gewann gegen Thurgau 3:0, weil er sich mit aller Kraft gegen eine Niederlage stemmte. Der überragende Torhüter Tim Guggisberg wehrte 39 Schüsse ab.

EHCW-Goalie Tim Guggisberg zog einen grossen Abend ein.

EHCW-Goalie Tim Guggisberg zog einen grossen Abend ein. Bild: Madeleine Schoder

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Highlights (Quelle: sihf.ch)

3:0 – das tönt nach einer klaren Sache. Das war es auch. Nur sah zwei Drittel lang alles danach aus, als ginge der HC Thurgau im ersten Derby der Saison als Sieger vom Feld. Denn Thurgau hatte einen enorm starken Auftritt, nur eben nicht in der wichtigstgen Disziplin, dem Toreschiessen. Darum kam alles anders. Im Powerplay brachte Jari Allevi den EHCW in der 48. Minute in Führung. Gut fünf Minuten später doppelte Tim Wieser mit dem 2:0 nach. Und 41 Sekunden vor Schluss räumte Kevin Bozon mit einem Treffer ins verlassene Tor die letzten Zweifel am Ausgang aus.

Die Tore zeigten ziemlich gut, was den EHCW an diesem Abend auszeichnete. Allevi stocherte nach einem Weitschuss von Michael Roos so lange nach, bis die Scheibe drin war. Das war der Biss, der den Winterthurern am Samstag bei der 4:7-Niederlage gegen die GCK Lions gefehlt hatte. Beim 2:0 wurde Wieser von Verteidiger Uinter Guerra in die Tiefe geschickt. Alleine vor Thurgaus Goalie Janick Schwendener behielt er die Nerven und traf kaltblütig. Denn viele Chancen hatte der EHCW an diesem Abend nicht bekommen. Dafür waren die Winterthurer effizient, wenn sie sie hatten. Und beim 3:0 Bozons schliesslich, einem Schuss von der Bande aus grosser Entfernung, war auch etwas Glück dabei. Denn Glück brauchte der EHCW auch.

Guggisbergs Taten

Der Mann des Spiels aber war gewiss Tim Guggisberg. Mit 39 Paraden holte er sich den ersten Shutout der Saison. Es waren einige Grosstaten dabei, insbesondere im zweiten Drittel, als die Winterthurer 72 Sekunden lang mit zwei Mann weniger auskommen mussten. Danach stoppte er auch zweimal Kellen Jones, der alleine vor ihm auftauchte. Nach zwei Dritteln lautete das Schussverhältnis 7:28. Das zeigt vor allem eines. Thurgau spielte ganz stark. Es war überhaupt in intensives und schnelles Derby. Aber Thurgau war die Mannschaft, die ihm lange Zeit den Stempel aufdrückte, und das ohne in der Defensive sorglos zu werden, wie man das gerade in den Derbys gegen den EHCW schon öfter gesehen hat.

Das Team von Trainer Stephan Mair scheiterte an Guggisberg zum einen, aber auch an der ganzen Winterthurer Mannschaft, die sich mit aller Macht gegen einen Rückstand wehrte. Am augenfälligsten war das im Boxplay. In Unterzahl hatte der EHCW drei Tage vorher noch vier Tore kassiert, die am Ende den Unterschied ausgemacht hatten. Nun behielt das Team von Michel Zeiter auch in diesen Situationen eine reine Weste.

EHCW-Captain Reto Kobach (Quelle: sihf.ch)

Was auch auffiel: So überlegen die Thurgauer zwei Drittel lang gewesen waren, so wenig konnten sie noch ausrichten, als sie einmal in Rückstand lagen. Da zeigte sich, dass sie noch nicht so gefestigt sind wie in der Schlussphase der letzten Saison. Umgekehrt gewann der EHCW merklich an Selbstvertrauen, nachdem er das 1:0 erzielt hatte.

«Ein entscheidender Punkt war, dass wir die doppelte Unterzahl zu Beginn des zweiten Drittels überstanden haben», urteilte EHCW-Trainer Zeiter. «Aber wir wussten, als es nach zwei Dritteln noch 0:0 stand: Wir können den Match auf unsere Seite ziehen. Dabei war Guggisberg ein grosser Faktor.» Ebenso wichtig wie der Sieg war Zeiter, dass seine Mannschaft wieder das Engagement gezeigt hatte, das ihr zu Beginn des Spiels gegen die GCK Lions fegkte war. «Wir müssen die Identität eines hart kämpfenden Teams haben», hatte Zack Torquato vor dem Match gefordert. Das war der EHCW am Dienstag.

Einziger Negativpunkt war: Nur 900 Zuschauer wollten das Derby sehen. Womöglich werden es mehr, wenn der EHCW weiterhin solche Leistungen bringt. Sechs Punkte aus zwei Heimspielen gegen Teams, die kaum um die Playoff-Teilnahme werden zittern müssen, sind eine Ansage.

Erstellt: 17.09.2019, 23:13 Uhr

Swiss League

EHCW - Thurgau 3:0 (0:0, 0:0, 3:0)

Zielbau-Arena. – 900 Zuschauer. – SR Hungerbühler/Potocan; Nater/Bichsel. – Tore: 48. Allevi (Ausschluss Seiler) 1:0. 53. Wieser (Guerra, Diem) 2:0. 60. (59:19) Bozon (ins leere Tor) 3:0. – Strafen: 6-mal 2 gegen den EHCW, 3-mal 2 gegen Thurgau. – EHCW: Guggisberg; Roos, Kobach; Guerra, Küng; Hänggi, Pozzorini; Schmutz, Blaser; Bleiker, Torquato, Brace; Allevi, Alihodzic, Lazarevs; Monnet, Hess, Bozon; Zahner, Diem, Wieser. – Thurgau: Schwendener; Seiler, Parati; Dufner, Wildhaber; Steinauer, Collenberg; Zanzi, Scheidegger; Kellen Jones, Connor Jones, Loosli; Altorfer, Rundquist, Merola; Fabio Hollenstein, Rehak, Hobi; Frei, Niedermaier, Moser. – Bemerkungen: EHCW ohne Homberger (verletzt), Forrer, Sigg, Raggi (überzählig). Thurgau ohne Brändli, Lars Kellenberger, Moosmann, Huber und Fechtig (verletzt). 24. Lattenschuss Monnet. 58:48 Time-out Thurgau. Thurgau von 57:57 bis 58:52 und von 59:00 bis 59:19 ohne Torhüter.

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