Swiss League

Der EHCW hält dem Druck stand

In einem Schlüsselspiel im Kampf um einen Playoff-Platz gewinnt der EHC Winterthur gegen die GCK Lions hoch verdient 3:1. Der Rückstand auf Rang 8 beträgt nur noch zwei Punkte.

In einem wichtigen Match konnten die Winterthurer endlich wieder mal jubeln.

In einem wichtigen Match konnten die Winterthurer endlich wieder mal jubeln. Bild: Johanna Bossart

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es war ein Schlüsselspiel für den EHCW, und die Winterthurer haben geliefert, was sie mussten: Einen Sieg, der mit 3:1 knapper ausfiel, als es dem Spielverlauf entsprochen hatte. Errungen mit der bisher besten Leistung der Saison. Denn es war ja so: Die GCK Lions, die mit drei Siegen in Folge nach Winterthur kamen, hätten ihren Vorsprung auf den EHCW mit einem weiteren Erfolg auf acht Punkte erhöht. Dem EHCW drohte ein trüber Herbst. Jetzt ists anders: Mit dem gewonnen Selbstvertrauen ist vielleicht auch am Freitag in Weinfelden gegen Thurgau etwas möglich, ganz sicher aber am Sonntag im Heimspiel gegen Sierre.

«Wir waren aggressiver, schneller und konsequenter als der Gegner.»Michel Zeiter, Trainer EHC Winterthur

Der EHCW ist dem Playoff-Strich nicht nur nach Punkten nähergerückt. Er hat auch gezeigt, dass er durchaus mithalten kann gegen ein Team wie die GCK Lions. Im September hatte das bei der 4:7-Niederlage in Küsnacht noch ganz anders ausgesehen. «Heute aber waren wir über 60 Minuten die bessere Mannschaft», sagte EHCW-Trainer Michel Zeiter. «Wir waren aggressiver, schneller und konsequenter als der Gegner.» Das war von der ersten bis zur letzten Minute so. Denn in Minute 1 hätte schon das 1:0 fallen können, doch Tim Wieser und Kevin Bozon nutzten die Chancen noch nicht. Und am Schluss brachten die Winterthurer den 3:1-Vorsprung sicher über die Zeit, obwohl die GCK Lions 104 Sekunden lang mit einem sechsten Feldspieler anstelle des Torhüters agierten.

Wegweisende Momente

Im ersten Drittel gabs zwei wegweisende Momente: Wichtig war das 1:0, das Verteidiger Mike Küng in der 13. Minute mit einem Schuss aus spitzem Winkel erzielte. Das bedeutete, dass die Winterthurer nicht wie sonst so oft einem Rückstand hinterher rennen mussten. Das Tor fiel, als der Match noch einigermassen ausgeglichen an Spielanteilen war. Deshalb war auch wichtig, dass der EHCW am Ende des Drittels die einzige Unterzahlsituation ohne Schaden überstand. Das ist bemerkenswert, weil die GCK Lions im ersten Spiel in Küsnacht vier ihrer sieben Tore gegen den EHCW im Powerplay erzielt hatten.

Vom Mitteldrittel an war der EHCW krass überlegen. Beflügelt wurde er vom 2:0, das Steve Mason schon in der 22. Minute realisierte. Die Winterthurer waren danach einem dritten Tor mehr als nur nahe. Aber die Scheibe wollte einfach nicht mehr rein, respektive die GCK Lions stemmten sich mit aller Kraft gegen die Vorentscheidung. Davon zeugen acht geblockte Schüsse alleine im Mitteldrittel. Trotzdem kamen in diesem Abschnitt 22 Abschlüsse des EHCW aufs Tor, nur vier waren es auf der anderen Seite. Einer davon aber war das 2:1 von Bryan Peter in der 37. Minute – ein Treffer, der komplett entgegen dem Spielverlauf fiel.

Gianola statt Guggisberg

Machtlos war da auch Justin Gianola, der 20-Jährige, der für viele überraschend in diesem kapitalen Match im Tor des EHCW den Vorzug vor Tim Guggisberg erhielt. «Wie wichtig das Spiel ist, interessiert mich nicht», sagte Zeiter zu dieser Personalie. «Entscheidend war, dass Gianola gegen Langenthal und gegen Olten, als er eingewechselt wurde, gut spielte und auch gut trainierte.» Allzu oft waren Gianolas Künste nicht gefragt, aber wenn, dann gab er der Mannschaft die nötige Sicherheit. Die letzte Frage war, ob der EHCW angesichts des knappen Vorsprungs noch ins Zittern kommen würde. «Wir haben den Spielern in der zweiten Pause gesagt, dass sie einfach so weiterspielen sollten wie bisher», erklärte Zeiter. Und seine Spieler setzten diesen Plan um. Mit 15:9 war auch im Schlussdrittel das Schussverhältnis positiv, 46:25 lautete es insgesamt. Das beruhigende dritte Tor erzielte Riley Brace in der 49. Minute, nur wenige Sekunden, nachdem Ryan Hayes für die GCK Lions nur den Pfosten getroffen hatte. Es war ein Moment, in dem der Match tatsächlich auf die andere Seite hätte kippen können. Doch das Glück, das der EHCW da hatte, hatte er sich sehr wohl verdient.

Kollektiv starke Leistung

Entscheidend für den Sieg war eine kollektiv gute Leistung. Es gab keinen, der Aussetzer hatte, dafür viele, die kleine Fehler der Kollegen mit ihrer Laufbereitschaft ausbügelten. Herauszuheben ist vielleicht die Linie mit Brace, Torquato und Wieser, die nicht nur eine 2:0-Bilanz aufwies (wie übrigens auch die Verteidiger Küng und Pozzorini), sondern über weite Strecken auch die gefährlichen GCK-Lions-Ausländer Hayes und Backman unter Kontrolle hielten.

Erstellt: 22.10.2019, 23:11 Uhr

Swiss League

EHCW – GCK Lions 3:1 (1:0, 1:1, 1:0)

Zielbau-Arena. – 640 Zuschauer. – SR Potocan/Staudenmann; Micheli/Rebetez. – Tore: 14. Küng (Strafe gegen GCK Lions angezeigt) 1:0. 22. Mason (Roos, Monnet) 2:0. 37. Peter (Puide) 2:1. 49. Brace (Wieser) 3:1. – Strafen: 1-mal 2 gegen den EHCW, 4-mal 2 gegen GCK Lions. – EHCW: Gianola; Bachofner, Küng; Blaser, Schmutz; Roos, Pozzorini; Guerra; Wieser, Torquato, Brace; Monnet, Mason, Bozon; Zahner, Diem, Lazarevs; Bleiker, Alihodzic, Hess; Allevi. – GCK Lions: Zürrer; Braun, Büsser; Widmer, Peter; Geiger, Meier; Berri, Landolt; Hayes, Backman, MarchandHinterkircher, Fuhrer, Rizzello; ; Puide, Suter, Chiquet; Fabian Berni, Hardmeier, Riedi. – Bemerkungen: EHCW ohne Hänggi, Kobach und Homberger (verletzt) sowie Forrer, Raggi und Sigg (überzählig). GCK Lions ohne Mathew, Sidler, Andersson und Burger (verletzt). 28. Pfostenschuss Geiger. 44. Pfostenschuss Küng. 48. Pfostenschuss Hayes. 58:16 Time-out GCK Lions, anschliessend ohne Torhüter.

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.

Kommentare