0:4 gegen Thurgau

Der EHCW läuft am Limit

Der EHC Winterthur erzielt zum zweiten Mal hintereinander kein Tor, verliert dafür zum 15. Mal in Serie das Mitteldrittel und unterliegt dem HC Thurgau 0:4.

So nahe kam der EHCW dem Thurgauer Tor selten: Zack Torquato gegen Goalie Janick Schwendener.

So nahe kam der EHCW dem Thurgauer Tor selten: Zack Torquato gegen Goalie Janick Schwendener. Bild: Madeleine Schoder

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Für die Spieler und den Anhang des EHC Winterthur hats schon manchen frustierenden Abend gegeben in dieser Saison. Doch der von gestern hatte nochmals eine andere Qualität. Der EHCW hatte schon höher verloren, hatte sich gehen lassen oder sonst oft schwacht gespielt. Diesmal aber war er chancenlos, obwohl man nicht den Eindruck hatte, die Mannschaft kämpfe nicht oder gebe nicht alles. Die Winterthurer waren auch diszipliniert und leisteten sich keine unnötigen Strafen, zumindest nicht, bis der Match entschieden war. Dennoch lautete das Resultat 0:4. Dass das dem Spielgeschehen entsprach, untermauerte die Statistik von 22:39 Schüssen aufs Tor. EHCWTrainer Misko Antisin fasste es so zusammen: «Die Mannschaft will Verantwortung übernehmen. Aber wir spielen am Maximum.»

Wieder das Mitteldrittel

Das erlaubte ihr immerhin, das Spiel bis zur 25. Minute 0:0 zu halten. Daran hatte Torhüter Justin Gianola grossen Anteil, der im ersten Drittel mehrere Grosschancen des HC Thurgau zunichte machte. Das Mitteldrittel aber ist bekanntlich nicht die Sache des EHCW. Er verlor es zum 15. Mal in Serie. Gianola musste sich zweimal geschlagen geben. Beim 0:1 hatte eine kleine Ursache grosse Auswirkungen. Dem EHCW unterlief im Aufbau ein unnötiges Icing. Die vierte Winterthurer Linie konnte nicht ausgewechselt werden, Thurgau wechselte seine Paradeformation ein und erzielte durch Diminik Hobi das Führungstor.

Zwei Minuten später stand es schon 0:2. Dieses Tor musste Gianola auf seine Kappe nehmen, denn er liess einen Schuss des Thurgauer Topskorers Melvin Merola von der Seite passieren. Dieses Tor war wichtig, weil es wegweisend war: Thurgau, das auch mit der Last von vier Niederlagen in Serie angereist war, hatte die Bestätigung dafür, für seinen grossen Aufwand angemessen entschädigt zu werden. Und die Winterthurer sahen ihre Felle davon schwimmen, weil sie offensiv kaum in Erscheinung traten. An eine Aufholjagd war nicht zu denken, weil Thurgau in der 43. Minute einen Bilderbuchkonter durch Adam Rundquist mit dem 3:0 abschloss und Lars Frei in der 48. Minute noch auf 4:0 erhöhte. Spannung konnte so nicht aufkommen.

Das lag zum einen am HC Thurgau, der eine sehr solide Leistung ablieferte. Auch den Thurgauern fehlt mit Kellen Jones ja der Topskorer, und das schon seit Wochen. Dank dem Sieg in Winterthur haben sie aber weiterhin Chancen auf den 4. Rang, den Visp mit zwei Zählern Vorsprung belegt.

Die harmlose Offensive

Es lag aber auch am EHCW. Der erzielte wie schon am Samstag gegen Kloten überhaupt kein Tor mehr. Im Spiel davor gegen La Chaux-de-Fonds war es auch nur eines gewesen. Was gegen Thurgau neu war: Es gab auch kaum Chancen. Am ehesten musste Thurgaus Goalie Janick Schwendener in der zweitletzten Minute um seinen Shutout bangen, als er das Ehrentor des EHCW mit einem «Big Save» verhinderte.

Das hat natürlich damit zu tun, dass dem EHCW mit den sechs Wochen verletzt ausfallenden Tim Wieser und Riley Brace die besten Torschützen fehlen. Umso drastischer kamen die Schwächen der anderen Stürmer zum Tragen. Es fehlt eigentlich an allem: Vor allem an einem grundsätzlichen Zug aufs Tor. Die meisten versuchen den nächsten Pass, doch der misslingt, weil es entweder an Präzision fehlt oder der Gegner die Absicht längst durchschaut hat. Trainer Antisin hat das auch festgestellt: «Es ist klar, wir müssen mehr Tore machen, vor allem im Powerplay. Wir spielen gut hinten heraus, aber dann gehen wir in die Ecken statt vors Tor. Im Training funktioniert das, im Spiel aber nicht.»

Das erinnert ein wenig an die Zeiten in der 1. Liga. Mangelnder Tordrang war auch damals immer wieder mal das Problem des EHCW. Nur: Wenn eine der besten Mannschaften einer Liga zu kompliziert angreift, kann man das irgendwie nachvollziehen. Wenn es eines der schlechtesten Teams aber ebenso macht, gibt das Rätsel auf. Wenn man sich spielerisch schon nicht durchsetzen kann, müsste man doch wenigstens versuchen, «dreckige» Tore zu erzielen.

Erstellt: 22.01.2020, 22:53 Uhr

Swiss League

EHCW - HC Thurgau 0:4 (0:0, 0:2, 0:2)

Zielbau-Arena. – 800 Zuschauer. – SR Gäumann/Ströbel; Rebetez/Nater. – Tore: 25. Hobi (Connor Jones, Merola) 0:1. 27. Merola 0:2. 43. Rundquist (Altorfer, Frei) 0:3. 49. Frei (Rundquist, Altorfer) 0:4. – Strafen: 3-mal 2 gegen den EHCW, 2-mal 2 gegen Thurgau. – EHCW: Gianola; Blaser, Mason; Küng, Roos; Raggi, Pozzorini; Schmutz, Guerra; Monnet, Torquato, Zahner; Alihodzic, Brunner, Bozon; Bachofner, Diem, Hess; Bleiker, Meier, Lazarevs. – Thurgau: Schwendener; Parati, Seiler; Scheidegger, Wildhaber; Fechtig, Collenberg; Engeler; Merola, Connor Jones, Hobi; Spiller, Brändli, Michael Loosli; Janik Loosli, Rehak, Spannring; Frei, Rundquist, Altorfer; Niedermaier. – Bemerkungen: EHCW ohne Allevi, Brace, Wieser, Homberger (verletzt), Hänggi, Sigg (überzählig) sowie Sluka und Forrer (abwesend). Thurgau ohne Kellen Jones, Moser und Hollenstein (verletzt).

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