Eishockey

Der EHCW macht unerwartet Gewinn

Trotz tiefer Zuschauerzahlen hat der EHC Winterthur in der letzten Saison keine roten Zahlen schreiben müssen. Grund dafür sind die vielen verletzten Spieler.

Tanner Sorenson war einer von sehr vielen EHCW-Spielern, die letzte Saison verletzt ausfielen. Die Taggelder der Unfallversicherung deckten deshalb ein Loch in der Kasse.

Tanner Sorenson war einer von sehr vielen EHCW-Spielern, die letzte Saison verletzt ausfielen. Die Taggelder der Unfallversicherung deckten deshalb ein Loch in der Kasse. Bild: Madeleine Schoder

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«Wir dürften mit einem blauen Auge davon kommen», sagte Rolf Löhrer irgendwann im Januar. Für den Verwaltungsratspräsidenten der EHC Winterthur Sport AG zeichnete sich damals ab, dass der budgetierte Schnitt von 1200 Zuschauern pro Match nicht erreicht würde, und zwar klar. 996 waren es am Ende, die den EHCW im Schnitt sehen wollten.

Plus von 31 948 Franken

Umso grösser war die Überraschung, als im Sommer die Jahresrechnung feststand. An der Generalversammlung der Sport AG von gestern Abend konnte Löhrer nämlich statt des erwarteten Verlustes einen Gewinn präsentieren: 31 948 Franken beträgt er, dies bei einem Gesamtertrag von rund 2,2 Millionen Franken. Die Erklärung dafür ist: Der EHCW hatte letzte Saison so viele verletzte Spieler, dass die Versicherungstaggelder die ausgebliebenen Zuschauereinnahmen mehr als nur wettmachten. Es dürfte sich dabei um einen Betrag im tiefen sechsstelligen Bereich handeln.

So kann man also sagen: Der EHCW hatte in der Saison so viele verletzte Spieler, dass er sportlich schon früh von den Playoff-Plätzen distanziert war. Finanziell hat sich das aber nicht negativ ausgewirkt. Gegenüber den Aktionären sagte Löhrer: «Lieber hätte ich es umgekehrt gehabt: Weniger verletzte Spieler und Versicherungsgeld, dafür mehr Punkte und mehr Zuschauer.»

Nach zwei verlustreichen ersten Jahren in der Swiss League, die sich in der Bilanz immer noch niederschlagen, hat der EHCW nun zum zweiten Mal in Folge einen Gewinn gemacht. Er verfügt auch erstmals über ein kleines Eigenkapital von rund 11000 Franken. Das heisst: Der EHCW ist in der Swiss League auf einem guten, soliden Weg.

Das Playoff bleibt das Ziel

Allerdings ist man von der Finanzkraft her weiterhin ein gutes Stück entfernt von den Klubs, die einen Platz im Playoff gleichsam «auf sicher» haben. Vernünftigerweise wurde nämlich auch für die Saison 2019/20 vorsichtig budgetiert. 2,4 Millionen Franken will man ausgeben und wieder einen kleinen Gewinn machen. Für die letzte Spielzeit hatte das Budget noch 2,5 Millionen Franken betragen. Trotzdem bleiben die Ziele richtigerweise hoch. Klar ist es für einen Klub wie den EHCW unverändert schwierig, das Playoff zu erreichen. Sich ein anderes, tieferes sportliches Ziel zu setzen, geht jedoch nicht. Denn dieses Jahr gibts erstmals, seit der EHCW in der Swiss League spielt, einen Abstiegskampf mit Platzierungsrunde und allenfalls Ligaqualifikation. Da will niemand dabei sein.

Doch das ist weit weg. Die Konzentration gilt der Vorbereitung und den ersten beiden Ernstkämpfen: Am Freitag, 10. September, empfängt der EHCW im Cup die ZSC Lions. Drei Tage später beginnt die Meisterschaft mit einem Heimspiel gegen den EHC Olten.

Erstellt: 25.06.2019, 21:45 Uhr

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