Eishockey

Der EHCW schafft eine kleine Sensation

Grosse Überraschung in der Swiss League: Nach sieben Niederlagen in Serie schlägt der EHC Winterthur den Tabellenführer Olten 6:3.

Der EHCW hatte gegen Leader Olten die Nase vorne: Der Winterthurer Anthony Staiger (rechts) entwischt Tim Bucher.

Der EHCW hatte gegen Leader Olten die Nase vorne: Der Winterthurer Anthony Staiger (rechts) entwischt Tim Bucher. Bild: Heinz Diener/Archiv

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Den Weg zu einem grossen Sieg des EHCW bahnten der Kanadier Jared Gomes und Tim Wieser, die in der 35. Minute innert 34 Sekunden aus einem 1:2-Rückstand eine 3:2-Führung machten. Diesen Vorsprung verteidigten die Winterthurer fortan mit soviel Leidenschaft und Cleverness, dass der Sieg am Ende hoch verdient war. Martin Alihodzic und Gomes erhöhten im Schlussdrittel auf 5:2, Wiesers 6:2 war fast schon eine Art Kür. So etwas hat man in der Zielbau-Arena schon lange nicht mehr gesehen, auch nicht, dass ein drittes Tor der Oltner 90 Sekunden vor Schluss nichts mehr zur Sache tat.

Die Tore (Quelle: sihf.ch) Denn normalerweise bedeutet es für den EHCW die sichere Niederlage, wenn die andere Mannschaft drei Tore erzielt. Er kommt im Schnitt ja nur auf zwei. Es sah zunächst auch danach aus, aus, als würde der Match gleich laufen wie soviele andere in den letzten Wochen. Das Team von Trainer Michel Zeiter bemühte sich, spielte recht ordentlich und doch war es Leader Olten nicht gewachsen, wie es schien. Nach zwölf Minuten führten die Oltner standesgemäss 2:0, das eine Tor fiel, weil der Winterthurer Silvio Schmutz im dümmsten Moment ausrutschte, das andere, weil Oltens Kanadier Bryce Gervais vor dem Tor cleverer war als sein Gegenspieler.

Das Tor, das die Hoffnung zurückbrachte

Doch dann passierte etwas, das alles veränderte: Der EHCW schoss ein Tor. 39 Sekunden vor Schluss des ersten Drittels verkürzte Silvan Hess auf 1:2. Es war der Moment, der den Winterthurern die Hoffnung zurückgab, das Selbstvertrauen und den Glauben daran, dass es vielleicht doch mal anders laufen könnte als sonst. Gut war dann, dass die Winterthurer eine lange Druckphase Oltens im zweiten Drittel unbeschadet überstanden. Ein wesentlicher Faktor dabei war EHCW-Goalie Remo Oehninger, der den besten Match der ganzen Saison ablieferte.

Oehninger half womöglich, dass Oltens Topskorer Cason Hohmann zwei plus zehn Minuten auf der Strafbank sass. Diese Strafe dauerte schliesslich über 20 Spielminuten. Der Grund: Es gab mehr als acht Minuten lang keinen Unterbruch, während dem Hohmann hätte aufs Eis zurückkommen können!

Die Fehler der Oltens

Es wäre für Olten einfach gewesen, den Unterbruch zu provozieren, der Hohmanns Rückkehr ermöglicht hätte. Aber daran dachte bei den Solothurnern wohl niemand, denn sie waren ja permanent am Drücker. Beendet wurde diese Phase erst durch einen zweiten Fehler: Olten kassierte seine zweite und letzte Strafe an diesem Abend für falschen Wechsel. Das ermöglichte es Hohmann zwar, wieder ins Spiel einzugreifen. Aber der EHCW nutzte das Powerplay zum 2:2 durch Gomes, gefolgt vom 3:2 durch Wieser.

«Wir haben in der Vergangenheit viele gute Spiele gezeigt, aber einfach die Tore nicht gemacht. Heute hat sich das Team für die gute Leistung belohnt.»Michel Zeiter,
Trainer EHC Winterthur

Der EHCW war also endlich einmal im Stande, die Unzulänglichkeiten des Gegners auszunutzen, und zwar rigoros. So erzielte er am Ende sechs Tore, soviele wie in den letzten fünf Spielen zusammen. «Ich freue mich sehr für die Mannschaft», sagte Trainer Michel Zeiter. «Wir haben in der Vergangenheit viele gute Spiele gezeigt, aber einfach die Tore nicht gemacht. Heute hat sich das Team für die gute Leistung belohnt.»

Zürcher Derby am Mittwoch

Weil nebst Leader Olten auch der erste Verfolger La Chaux-de-Fonds (0:4 gegen Ajoie) verlor, war es an der Spitze der Tabelle auch eine Runde für den EHC Kloten. Die Klotener gewannen in Langenthal 1:0 und liegen nur noch fünf Punkte hinter Olten. Am Mittwoch empfangen sie den EHCW zum fünften Zürcher Derby der Saison.

Stimmen zum Spiel (Quelle: sihf.ch)

Sebastian Jonski (EHC Winterthur) Anthony Nigro (EHC Winterthur) Diego Schwarzenbach (EHC Olten) Cédric Schneuwly (EHC Olten) (landbote.ch)

Erstellt: 12.01.2019, 21:02 Uhr

Swiss League

EHCW – EHC Olten 6:3 (1:2, 2:0, 3:1)
Zielbau-Arena. - 750 Zuschauer. - SR Erard/Fausel, Dreyfus/Pitton. - Tore: 10. Horansky (Hohmann) 0:1. 12. Gervais (Haas, Schwarzenbach) 0:2. 20. (19:21) Hess (Roos) 1:2. 35. (34:16) Gomes (Roos, Bozon/Ausschluss Haas) 2:2. 35. (34:50) Wieser (Martikainen) 3:2. 46. Alihodzic (Scherz) 4:2. 53. Gomes (Ausschluss Guerra!) 5:2. 58. Wieser (Martikainen) 6:2. 59. Gervais 6:3. - Strafen: 1x2 gegen den EHCW, 2x2 plus 1x10 (Hohmann) gegen Olten. - EHCW: Oehninger; Blaser, Schmutz; Roos, Kobach; Guerra, Pozzorini; Jonski, Sigg; Staiger, Gomes, Bozon; Martikainen, Homberger, Wieser; Allevi, Nigro, Keller; Hess, Alihodzic, Scherz. - Olten: Mischler; Gerber, Bagnoud; Lüthi, Grossniklaus; Luca Zanatta, Heughebart; Barbero, Bucher; Lukas Haas, Gervais, Schwarzenbach; Hohmann, Schirjajew, Horansky; Rexha, Mäder, Wyss; Martin Ulmer, Schneuwly, Huber. - Bemerkungen: EHCW ohne Küng, Molina und Ranov (verletz), Schmidli (Prüfungen) sowie Haller (überzählig). Olten ohne Muller, Rouiller, Vodoz, Eigenmann und Truttmann (verletzt). 14. Pfostenschuss Staiger. 23. Pfostenschuss Huber.

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