Eishockey

Der EHCW schiesst die Tore wieder nicht

Nach dem 2:3 gegen die GCK Lions ist das Playoff der besten acht Teams der Swiss League für den EHC Winterthur kaum noch zu erreichen.

Eine von vielen Chancen des EHCW: Anthony Staiger (Mitte) scheitert an GC-Goalie Daniel Guntern.

Eine von vielen Chancen des EHCW: Anthony Staiger (Mitte) scheitert an GC-Goalie Daniel Guntern. Bild: Enzo Lopardo

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«Es ist frustrierend: Die Mannschaft kämpft und rackert, aber sie macht die Tore einfach nicht.» So fasste EHCW-Trainer Michel Zeiter die 2:3-Niederlage seines Team gegen die GCK Lions zusammen. Einmal mehr. Mit einer besseren Verwertung der Tormöglichkeiten wäre gegen das Farmteam der ZSC Lions ein Sieg möglich, ja zwingend gewesen. Nun aber sieht es so aus: Die Küsnachter sind an der EVZ Academy vorbei auf Rang 8 vorgestossen. 34 Punkte haben sie auf dem Konto, doppelt soviele wie der EHCW. So unglücklich, wie die Winterthurer Mannschaft im Moment spielt, ist es höchst unwahrscheinlich, dass die diesen grossen Rückstand in den letzten 16 Spielen der Qualifikation noch aufholen kann.

Zu wenig abgeklärt

Was dem EHCW fehlt, ist abgeklärtheit, Ruhe und ein gewisser Killerinstinkt. Im ersten Drittel zeigte sich das nicht mal in erster Linie vor dem gegnerischen Tor, sondern ganz allgemein in der Spielanlage. Das Team wollte zwar Tempo machen, war aber zu fahrig und brachte wenig zustande. Das galt auch für die neu zusammengestellte Linie mit Luca Homberger, Anthony Nigro und Jared Gomes, die Zeiter danach auch wieder auseinander nahm, «weil ich nichts Zählbares gesehen habe.» Was zählte, war das Führungstor der GCK Lions durch Kaj Suter, als die EHCW-Abwehr komplett durcheinander war.

Puides Gegenstoss

Entscheidend aber war, dass die GCK Lions auch das zweite Drittel für sich entschieden, obwohl der EHCW beste Chancen hatte, den Match zu wenden. Zunächst im Powerplay durch Jari Allevi, der von Nigro zweimal ideal bedient wurde und zunächst an Goalie Daniel Guntern scheiterte und danach daneben schoss. So fiel auf der anderen Seite eben das 2:0 durch Mark Lazarevs. Auch das hätte noch nicht die Entscheidung sein müssen. Denn Anton Ranov verkürzte im besten Winterthurer Powerplay des Abends auf 1:2, und danach hatte der EHCW gar Glück, dass Marc Geiger nur den Pfosten traf.Aber auch das half nicht, weil es an der Qualität im Abschluss mangelte. Nigro schoss alleine vor Guntern genau in die Fanghand und besonders fatal: Anthony Staiger traf in der 39. Minute wuchtig daneben – im Gegenstoss erhöhte Rihards Puide auf 3:1.

Der Match war damit nicht gelaufen. Der EHCW suchte seine Chance bis zum Schluss und kam durch Staiger in der 53. Minute nochmals auf 2:3 heran, nachdem Tim Wieser wie so viele andere auch alleine vor Guntern nicht reüssiert hatte. Doch in der Endphase, als es der EHCW ohne Torhüter versuchte, fehlte es an der ordnenden Hand oder man kann auch sagen an der Reife, um nochmals etwas Erfolgversprechendes zu kreieren.

Erstmals komplett angetreten

So lief der Match am Ende wie so viele andere in den letzten Wochen, etwa gegen Zug oder Visp. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, in dem der EHCW einem Rückstand hinterherlaufen muss, und dann wird es immer mühsam, am Ende reichte es meistens nicht, gegen die GCK Lions nicht mal zu einem Punkt. Die Küsnachter hatten zwar Roger Karrer vom ZSC im Aufgebot, aber mit Backman, Ulmann oder den U20-Nationalspielern Brüschweiler, Burger und Sigrist fehlten auch wichtige Leute. Sie wären also für den EHCW durchaus zu schlagen gewesen. Zumal dieser zum ersten Mal in dieser Saison komplett antreten konnte. Aber das ist wohl zu spät, denn in dieser Phase der Meisterschaft sind die meisten Teams längst eingespielt.

Angesichts der Tabellenlage bleibt dem EHCW nur noch eines: Mit guten Leistungen doch noch ein paar Siege zu holen und für mehr Zuversicht und etwas Freude bei seinem Anhang zu sorgen. Gestern waren nur noch gut 700 Zuschauer in der Halle. Im nächsten Match sind die Winterthurer wieder klarer Aussenseiter. Am 2. Januar treffen sie auswärts auf Leader La Chaux-de-Fonds.

Erstellt: 30.12.2018, 23:01 Uhr

Swiss League

EHCW – GCK Lions 2:3 (0:1, 1:2, 1:0)
Zielbau-Arena. – 730 Zuschauer. – SR: Potocan/Mollard; Wolf/Stuber. – Tore: 13. Kaj Suter (Hayes, Chiquet) 0:1. 32. Lazarevs (Sidler/Aussschluss Guerra) 0:2. 35. Ranov (Nigro/Ausschluss Hardmeier) 1:2. 39. Puide 1:3. 53. Staiger (Bozon) 2:3. - Strafen: Je 4x2. - EHCW: Oehninger; Guerra, Küng; Molina, Kobach; Pozzorini; Blaser, Schmutz; Staiger, Keller, Wieser; Nigro, Homberger, Gomes; Schmidli, Hess, Roos; Ranov, Alihodzic, Bozon; Allevi. - GCK Lions: Guntern; Karrer, Büsser; Geiger, Bryan; Andersson, Braun; Sidler; Hayes, Kaj Suter, Chiquet; Puide, Hardmeier, Lazarevs; Kreis, Marco Suter, Cohen; Meier, Calzimiglia, Mathew. - Bemerkungen: EHCW ohne Jonski, Scherz und Martikainen (überzählig). GCK Lions ohne Berni, Riedi (beide verletzt), Backman (ZSC Lions, angeschlagen), Ulmann (ZSC Lions), Brüschweiler, Burger, Sigrist (alle Junioren-WM). 12. Pfostenschuss Kobach. 35. Pfostenschuss Geiger. EHCW ab 58:45 ohne Torhüter. 58:53 Timeout EHCW.

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