Eishockey

Der EHCW zeigt die erhoffte Reaktion

Auf die 0:8-Niederlage gegen Thurgau lässt der EHCW einen 5:1-Heimsieg gegen Sierre folgen. Weil sie die wichtigen Spiele gewinnen, liegen die Spieler von Michel Zeiter auf Höhe des Playoff-Strichs.

Doppeltorschütze Tim Wieser (links) machte mit Topskorer Riley Brace und Zack Torquato den Unterschied aus. Dieses Trio erzielte vier der fünf EHCW-Treffer.

Doppeltorschütze Tim Wieser (links) machte mit Topskorer Riley Brace und Zack Torquato den Unterschied aus. Dieses Trio erzielte vier der fünf EHCW-Treffer.

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Ein 5:1 gegen Sierre und vor allem der kämpferische Auftritt vor eigenem Publikum war das, was man sich vom EHC Winterthur nach der desaströsen 0:8-Niederlage vom Freitag in Weinfelden gegen Thurgau erhofft hatte. Trotz des am Ende klaren Resultats war es aber kein überzeugender Sieg. Der war angesichts des angeschlagenen Selbstvertrauens wahrscheinlich auch gar nicht möglich. «Wichtig aber sind für uns die drei Punkte», sagte Trainer Michel Zeiter.

Wie fragil der EHCW im Moment ist, zeigte sich deutlich am Ende des zweiten und zu Beginn des letzten Drittels. Zwar führten die Winterthurer 4:0 und schienen auf gutem Weg zu einer souveränen Leistung. Nach einem aus ihrer Sicht völlig unnötigen Konter verkürzte Eliott Meyrat in der 38. Minute aber auf 1:4 – und schon wars vorbei mit der Sicherheit im Spiel des EHCW. Der hätte drei Strafen der Walliser zu Beginn des Schlussabschnitts zur definitiven Entscheidung nutzen können. Stattdessen aber war es Sierre, das gleich zweimal fast zu einem Shorthander gekommen wäre. EHCW-Trainer Michel Zeiter nahm in der 48. Minute sein Time-out, «weil es eine Tragödie war, wie wir in diesen Momenten spielten». Das zeigte Wirkung. Sein Team bekam wieder etwas mehr Kontrolle. In der 53. Minute machte Steve Mason mit dem 5:1 alles klar.

Wieser, Torquato, Brace

Typisch für den engagierten Auftritt der Walliser war, dass dieses Tor während eines Powerplays von ihnen fiel, als sie selber ihre letzte Chance hatten, dem Match noch eine Wende zu geben. Wie so viele andere vorher nutzten sie sie nicht. Der EHCW war insgesamt bedeutend effizienter und in vielen Situationen auch abgeklärter als der Aufsteiger, der ebenso Lehrgeld zahlt, wie es die Winterthurer jahrelang auch getang haben. Den Hauptanteil am Sieg des EHCW hatte die Linie mit Zack Torquato, Topskorer Riley Brace und Tim Wieser. Sie erzielte die ersten vier Winterthurer Tore, wobei Wieser gleich zweimal erfolgreich war. Vor allem fielen die Tore immer im richtigen Moment. Zwar hatte der EHCW stark begonnen und etwa Wieser mit einem Lattenschuss Pech gehabt. Doch dann kam Sierre auf. Das Selbstvertrauen war bei den Wallisern ja da nach dem 6:2-Erfolg am Freitag im Derby gegen Visp. Doch kaum hatte Sierre die ersten Chancen, da gelang Torquato in der 13. Minute das 1:0 und Wieser doppelte zweieinhalb Minuten später nach.

Das selbe Spiel im Mitteldrittel: Die Partie war eigentlich ausgeglichen und als die Sache beim EHCW zu harzen begann, vollendete Wieser einen von den den beiden Kanadiern herrlich herausgespielten Konter mit dem 3:0. Wieder vergingen nur drei Minuten bis zum 4:0, einem Powerplay-Treffer von Brace.

Gleichauf mit den GCK Lions

Der EHCW mag gegen die Topteams der Swiss League zu oft zu hoch verlieren. Wenns aber draufankommt, also gegen die Teams auf den hintersten Plätzen, dann gewinnt er. Die 3:6-Niederlage gegen die EVZ Academy liegt schon einen Monat zurück. Seither gabs Siege gegen Biasca (4:3), GCK Lions (3:1) und nun Sierre (5:1), das man schon im Wallis geschlagen hat. Deshalb liegen die Winterthurer gleichauf mit den GCK Lions auf Höhe des Playoff-Strichs. Schlecht wäre es nicht, wenn es bis zur Nationalmannschaftspause übernächste Woche so weiter ginge. Denn am Mittwoch spielt der EHCW in Kloten, am Samstag bei der EVZ Academy.

Erstellt: 27.10.2019, 20:07 Uhr

Swiss League

EHCW – HC Sierre 5:1 (2:0, 2:1, 1:0)

Zielbau-Arena. – 850 Zuschauer. – SR Fausel/Gianinazzi; Wermeille/Bichsel. – Tore: 14. Torquato (Brace, Wieser) 1:0. 17. Wieser (Torquato, Brace) 2:0. 32. Wieser (Torquato, Brace) 3:0. 35. Brace (Küng, Monnet/Ausschluss Meyrat) 4:0. 38. Meyrat (Rimann, Vouillamoz) 4:1. 54. Mason (Wieser/Ausschluss Monnet!) 5:1. – Strafen: 4-mal 2 gegen den EHCW, 6-mal 2 gegen Sierre. – EHCW: Guggisberg; Bachofner, Küng; Blaser, Schmutz; Roos, Pozzorini; Guerra; Wieser, Torquato, Brace; Monnet, Mason, Bozon; Zahner, Diem, Lazarevs; Bleiker, Alihodzic, Hess; Allevi. – Sierre: Charlin; Meyrat, Bezina; Dozin, Wyniger; Maxime Montandon, Smons; Abreu De Nobrega, Devesvre; Massimino, Castonguay, Heinimann; Asselin, Arnaud Montandon, Kyparissis; Rimann, Ducret, Vouillamoz; Fellay, Privet; Patry. – Bemerkungen: EHCW ohne Hänggi, Homberger und Kobach (verletzt) sowie Forrer, Raggi und Sigg (überzählig). Sierre ohne Guebey und Impose (verletzt) sowie Josh Primeau (am Freitag verpflichtet, aber erst nach der Nationalteam-Pause verfügbar). 4. Lattenschuss Wieser. 7. Pfostenschuss Castonguay. 56. Pfostenschuss Allevi. 47. Time-out EHCW.

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