Länderspiel

Der neue Weg der Frauen-Nati

Am Dienstag spielt das Schweizer Frauen-Nationalteam auf der Winterthurer Schützenwiese gegen die Slowakei. Der neue Trainer Nils Nielsen will, dass seine Spielerinnen lauter werden.

Frauen-Nationaltrainer Nils Nielsen (links) erwartet auf der Schützenwiese Fortschritte seines Teams.

Frauen-Nationaltrainer Nils Nielsen (links) erwartet auf der Schützenwiese Fortschritte seines Teams. Bild: Keystone

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«Ich bin sicher, dass wir viel besser spielen werden als am Freitag gegen Finnland», sagt Nils Nielsen vor dem Test am Dienstag gegen die Slowakei auf der Winterthurer Schützenwiese. Beim 0:0 gegen die Skandinavierinnen in Biel war der Trainer der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft nicht zufrieden, in mancherlei Hinsicht. «Defensiv haben wir uns gegenseitig zu wenig unterstützt und offensiv ist der Ball nicht schnell genug gelaufen.» Die Schweizerinnen hatten zwar mehr Chancen als ihre Gegnerinnen, die beste von allen bekam aber Finnland: Torhüterin Gaëlle Thalmann parierte in der 56. Minute einen Foulpenalty von Linda Sällström.

Grosse Umstellung gefordert

Dass es noch nicht optimal läuft, verwundert nicht. Denn Nielsen hat sein Amt erst im Dezember von seiner Vorgängerin übernommen, Martina Voss-Tecklenburg. Die Deutsche hatte den Frauenfussball in der Schweiz vorangebracht und das Interesse in einer breiteren Öffentlichkeit geweckt. Der Däne wusste schon vor dem Stellenantritt: «Es war eine gute Trainerin da. Aber sie hat anders gearbeitet, als ich es tun werde.» Das bedeutet für die Spielerinnen eine grosse Umstellung. Es ist ein neuer Weg für die Schweizerinnen, für Nielsen aber ist es die Art und Weise, mit der er schon in Dänemark Erfolg gehabt hat. Von einer ähnlichen Ausgangslage aus, wie sie die Schweizerinnen haben, führte er die Däninnen an der EM 2017 in den Final (2:4 gegen die Niederlande).

Nicht nur taktisch, sondern auch mental und vor allem im Umgang mit dem Trainer und untereinander müssen sich die Schweizerinnen umstellen. «Das ist nicht einfach für sie», ist sich Nielsen bewusst. «Jede muss für sich selber herausfinden und mir sagen, was für ein Gefühl sie im Spiel hat. Dann können wir die Position finden, die ihren Stärken entspricht. Das ist ein Prozess, der Zeit braucht.» Bisher waren die Ergebnisse nebensächlich. Unter Nielsen verlor die Schweiz Anfang März am Algarve-Cup gegen die WM-Teilnehmerinnen Schweden (1:4) und Spanien (0:2), man gewann gegen Portugal 3:1, «weil wir die besseren Spielerinnen hatten», so Nielsen. «Die Spielkontrolle aber hatten wir nicht.»

Laut statt höflich

Um Kontrolle zu erhalten, braucht es mehr Kommunikation, auch auf dem Rasen. Schnell hat Nielsen gemerkt: «Die Spielerinnen in der Schweiz sind höflich miteinander. Sie warten lieber, bis eine andere etwas sagt. Ich aber will, dass alle Verantwortung übernehmen.» Sich in der Defensive zu organisieren, heisse eben, miteinander zu sprechen. Gegen Finnland fehlte diese gegenseitige Unterstützung. Gegen die physisch starken Slowakinnen sei das aber wichtig. «Wir müssen schneller an den Ball kommen und dann schnell spielen», fordert er. Deshalb dürfte man in Winterthur eine hörbar «laute» Schweizer Mannschaft am Werk sehen, eine lautere als am Freitag in Biel.

Im Herbst gilt es ernst

Denn am Potenzial fehlt es in der Schweiz nicht, das hat Nielsen schon gewusst, bevor er mit seiner Familie das Domizil in Bern bezogen hat. Die Voraussetzungen sind ähnlich wie in Dänemark. Die Schweiz hat eine vergleichsweise gute Talentförderung. Das bildet sich im Nationalteam ab: Es ist jung und kann noch ein paar Jahre lang so zusammenspielen.

Im Herbst gilt es mit der Qualifikation für die EM 2021 ernst. Litauen, Kroatien, Rumänien und Belgien sind die Gegner. Die Endrunde in England zu erreichen, ist für Nielsen von zentraler Bedeutung: «Da müssen wir dabei sein, damit sich das Team weiterentwickeln kann.»

Die Chancen dafür stehen gut. Die Schweizerinnen liegen auf Rang 18 der Weltrangliste. Von den Gruppengegnerinnen kommt ihnen Belgien auf Rang 20 am nächsten. Die Slowakinnen stehen auf dem 46. Platz. Damit sind sie heute in Winterthur ein guter Gradmesser.

Erstellt: 08.04.2019, 18:17 Uhr

Frauen-Länderspiel

Schweiz - Slowakei. Schützenwiese Winterthur, Dienstag, 19 Uhr.

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