Zum Hauptinhalt springen

Der tausendste Einwohner zieht schon bald ein

83 Wohnungen sollen in Ellikon an der Thur in den nächsten Jahren entstehen. Im Juni stimmen die Elliker über den privaten Gestaltungsplan ab.

83 neue Wohnungen sollen in Ellikon entstehen. Unklar ist einzig, wie hoch gebaut werden darf.
83 neue Wohnungen sollen in Ellikon entstehen. Unklar ist einzig, wie hoch gebaut werden darf.
zvg

890 Personen leben momentan in der Gemeinde Ellikon an der Thur. In den nächsten Jahren knackt die Gemeinde wohl erstmals die Tausendergrenze. Denn die St. Galler Immobilienfirma Fortimo Invest AG präsentierte am Mittwochabend im Gemeindesaal ein Richtprojekt für eine Überbauung namens «Bruggwisen», das zwischen der Bruggwisenstrasse und der alten Horgenbachstrasse realisiert werden soll. Über 50 Interessierte studierten Unterlagen, Pläne und ein 3D-Modell.

Ein Stock mehr als erlaubt

Sieben Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 83 Wohnungen inklusive einer Tiefgarage sollen entstehen. Das Gebäude und die Scheune an der Bruggwisenstrasse 2 müssten dafür abgerissen werden, das Haus mit der Nummer 4 bleibt hingegen bestehen. Mit dem Besitzer konnte man sich nicht auf einen Verkauf einigen.

Bevor das Bauvorhaben jedoch als konkretes Bauprojekt eingegeben werden kann, entscheiden die Elliker an der nächsten Gemeindeversammlung im Juni über den privaten Gestaltungsplan der Immobilienfirma. Denn die baulichen Richtlinien der Gemeinde sehen in der Kernzone nur Gebäude mit maximal zwei Stockwerken vor. Bei allen Gebäuden, von einem abgesehen, sind hingegen drei Stöcke projektiert. «Würden wir uns bei allen Gebäuden auf zwei Stöcke beschränken, müsste verdichteter, also mehr in der Fläche, gebaut werden», sagt Lorenz Nef, Leiter Entwicklung bei Fortimo Invest AG. Die Anzahl der Wohnungen wäre laut Nef auch in der Regelbauweise, also ohne Gestaltungsplan, «in etwa dieselbe».

Eine Visualisierung zeigt, dass die Gebäude ohne Gestaltungsplan nicht mehr parallel zum Hangverlauf nach Südwesten ausgerichtet wären, sondern einen geschlossenen Rahmen bilden würden. Es gäbe auch weniger Freiflächen zwischen den Gebäuden, nur 60 statt 70 Prozent.

Einzig das erste Gebäude nach Überqueren der Brücke soll zweistöckig sein. Nef: «Wir wollen einen harmonischen Übergang von der zweistöckigen Scheune mit Riegelhausfassade vis-à-vis gewährleisten.»

Kanton und Gemeinde waren beim privaten Gestaltungsplan bereits früh involviert. Für Gemeindepräsident Martin Bührer war es ein konstruktiver Dialog: «In der Regelbauweise hätten wir nicht eine solch intensive Mitsprache gehabt.» Die Gemeinde hat etwa beantragt, dass an der Kreuzung alte Horgenbachstrasse/Bruggwisenstrasse Platz für eine allfällige Bushaltestelle gelassen wird. Beim Schwimmbad könnte der Bus wenden.

Ein weiterer Punkt ist der Hochwasserschutz. Der Durchfluss bei der Brücke über den Ellikerbach ist zu klein. Bei einem sogenannten HQ300, einem Hochwasser, das statistisch alle dreihundert Jahre auftritt, würde das Wasser über das Ufer in Richtung der geplanten Siedlung fliessen. Abflusskorridore, Einbuchtungen zwischen den Gebäuden, können dank der schlankeren Bauweise besser gestaltet werden. Sprich: Die Gebäude wären bei einem Hochwasser besser geschützt. Für die Tiefgaragenzufahrt ist ein Klappschott vorgesehen, das beim einem Hochwasser automatisch hochfahren würde. Ausserdem sind beim Richtprojekt auch niedrige Erdwälle projektiert.

Bedenken und Chancen

Ungefähr ein Drittel aller Wohnungen wird aus 2,5 Zimmern bestehen, der grösste Anteil mit 33 Wohnungen werden 3,5-Zimmer-Wohnungen sein. 24 Wohnungen sind mit ihrer Grösse, 4,5- und 5-Zimmer, für Familien mit Kindern vorgesehen. Ein Drittel der Wohnungen soll verkauft, der Rest vermietet werden. Bührer rechnet aufgrund dieses Wohnungsmixes nicht mit einem starken Zunahme der Schülerzahlen. Dass Ängste vor dem grösseren Wachstum vorhanden seien, findet er verständlich. Sagt aber auch: «Diese Einwände hätte man bereits bei der Einzonung vorbringen müssen.» Nun sei dieses Bauland vorhanden und solle auch dafür genutzt werden. Er sei zuversichtlich, was dieses Projekt angehe.

Dass die Neuankömmlinge auch Veränderungen mitbringen, ist für Bührer klar. «Das Abstimmungsverhalten in der Gemeinde könnte sich etwa wandeln.» Bührer sieht aber auch Chancen. Etwa für Vereine, die derzeit Mühe haben, neue Mitglieder zu finden. Sollte der Gestaltungsplan im Juni angenommen werden, rechnet die Immobilienfirma im Idealfall mit einer Fertigstellung des Baus auf Frühling 2020.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch