Winterthur

Günthard gratuliert Stimmvolk zum «grossen, mutigen Schritt»

Nach dem Ja zum neuen Polizeigebäude ­sehen sich Stadtrat und Polizei bestätigt. Die Gegner sagen neue Sparmassnahmen voraus und eine Steuererhöhung.

Modern und grosszügig wird das neue Polizeigebäude (Visualisierung), dem die Bevölkerung zugestimmt hat.

Modern und grosszügig wird das neue Polizeigebäude (Visualisierung), dem die Bevölkerung zugestimmt hat. Bild: zVg

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Lob und Gratulationen allent­halben gestern an der stadträt­lichen Medienkonferenz im Superblock – nach der Zustimmung der Bevölkerung hatten die Beteiligten die Gewissheit, es richtig gemacht zu haben. Sie sei «schlicht und einfach begeistert», sagte Polizeivorsteherin Barbara Günthard (FDP, Bild), vom «unglaublich coolen Resultat». Sämtliche Stadtkreise haben dem 82-Millionen-Franken-Kredit für ein neues Polizeigebäude klar ­zugestimmt (siehe Artikel unten). «Regierung und Parlament machten die Vorlage, und das Volk hat ins Tor getroffen.»

Das Ja sei ein Ja zu den Winterthurer Stärken, meinte Günthard, ein Ja zu Polizei und Sicherheit. Angesichts der hohen Baukosten habe die Zustimmung «ein bisschen Mut» gebraucht. «Ich habe die Leute verstanden, die sagten, das ist schon viel Geld. Aber sie haben gesehen, dass es diesen grossen, mutigen Schritt braucht.» Winterthur erhält nun eine moderne neue Polizeizentrale (Einzelheiten siehe Kasten unten rechts).

Kommandant: «Bewegt, weil das Volk hinter uns steht»

Polizeikommandant Fritz Lehmann bezeichnete den gestrigen Tag als das Ergebnis einer zwölfjährigen Arbeit. Er sei «bewegt, vielleicht viel mehr, als man von aussen meint», weil er sehe, dass «die Bevölkerung hinter uns steht». Das städtische Polizeikorps, das bald sein 150-jähriges Jubiläum feiert, habe rund einen Drittel dieser Zeit unter unwürdigen Bedingungen arbeiten müssen. Das sei nun bald vorbei. Sehr erfreut über das «so eindeutige» Resultat zeigt sich auf Nachfrage auch der Präsident des Polizeibeamtenverbands, Daniel Kindlimann. Das Stimmvolk habe «nicht auf die Polemik gewisser Politiker gehört», sagt er mit Bezug auf die Gegner aus den Reihen der SP und der Piraten. «Nun erhalten wir endlich die Arbeitsplätze, die uns zustehen.»

Bei den Kritikern ist man über die Niederlage enttäuscht. Er habe gehofft, dass «das Stimmvolk korrigierend einwirken würde», sagt Marc Wäckerlin (Piraten­partei, Bild) vom Gegnerkomitee. Nun sei die Chance verpasst worden, «noch einmal bessere Lösungen zu suchen». Weiterhin bliebe eine Fläche von 1000 Quadratmetern im Superblock ungenutzt, für welche die Stadt Miete bezahlt. Die Auswirkungen der aktuellen Abstimmung werde man bei der nächsten oder übernächsten Budgetdebatte zu spüren bekommen. «Mit dem Ja zum Polizeigebäude hat die Bevölkerung auch Ja ­gesagt zu neuen einschneidenden Sparmassnahmen und vielleicht sogar zu einer wei­teren Steuer­erhöhung.»

Spatenstich in Jahresfrist, Bezug im Jahr 2022

Bis die ersten Polizisten das neue Gebäude beziehen, dauert es noch eine Weile. Vorerst erfolgt die Baueingabe, nach erteilter Baubewilligung soll der Spatenstich Ende 2017 oder Anfang 2018 erfolgen. Der Bezug ist für 2022 geplant. Was die Umnutzung des Obertors betrifft, werden nun die vorhandenen Unterlagen aus der Schublade genommen. «Jetzt geht es voran mit der Planung», sagte Günthard, ohne einen Termin für Ergebnisse zu nennen. Die Art der Neunutzung ist offen.

Zur Kunst am Bau, deren hoher Kredit über 500 000 Franken vor der Abstimmung zu reden gegeben hatte, sagte Günthard: «Der Stadtrat wird genau hinsehen, denn er kennt ja die finanzielle Situation der Stadt.» Über die Umsetzung des Kunstprojektes werde erst entschieden, wenn dieses vorliegt, was «gegen Ende der Bauzeit» der Fall sein dürfte, so die Stadträtin. Sicherlich fallen die Wettbewerbskosten an – bei teuren Kunstwerken wird ein Wettbewerb durchgeführt, um eines aus mehreren Projekten auszuwählen. Diese Kosten sind nicht unerheblich, weil auch Künstler mit abgelehnten Projekten für ihre Arbeit entschädigt werden, üblicherweise mit einem tiefen bis mittleren vierstelligen Betrag. (Landbote)

Erstellt: 27.11.2016, 13:56 Uhr

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