Wiesendangen

Die bellenden Hunde werden ein Fall fürs Verwaltungsgericht

Die Bewilligung für ein Tierheim mit 16 Hunden südöstlich von Gundetswil ist nicht rechtskräftig. Acht Anwohner aus dem angrenzenden Wohnquartier haben das Urteil ans Verwaltungsgericht weitergezogen.

Die Anwohner aus einem naheliegenden Quartier fürchten sich vor möglichem Hundelärm. Sie rekurrieren vor Verwaltungsgericht gegen die Bewilligung für ein geplantes Tierheim.

Die Anwohner aus einem naheliegenden Quartier fürchten sich vor möglichem Hundelärm. Sie rekurrieren vor Verwaltungsgericht gegen die Bewilligung für ein geplantes Tierheim. Bild: Keystone

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Von der «unendlichen Geschichte eines Baubewilligungsverfahrens» sprach Thuri Bänziger, Aktuar des Tierschutzvereins Winterthur und Umgebung, an der jährlichen Mitgliederversammlung am Dienstagabend. Denn das vor drei Jahren eingereichte Baugesuch für den Umbau eines alten Bauernhauses zu einem Tierheim südlich von Gundetswil ist bis heute nicht rechtskräftig bewilligt. Der aktuellste Stand: Acht der zwölf Rekurrenten aus dem nahe gelegenen Einfamilienhausquartier haben die bestätigte Bewilligung des Baurekursgerichts ans Verwaltungsgericht weitergezogen. «Sie fordern weiterhin die vollständige Aufhebung der Bewilligung», sagte Bänziger an der Versammlung im Winterthur Seniorenzentrum Wiesengrund. Der für den Verein engagierte Jurist Fridolin Störi, ehemaliger Bausekretär der Stadt Winterthur, und der Vorstand seien aber sehr zuversichtlich. «Wir werden natürlich weiter für das Tierheim kämpfen», sagte Bänziger.

Verein erwartet Urteil auf Ende Jahr

Am Ursprung des Streits liegt der Zonenplan: Das Bauernhaus liegt in der Landwirtschaftszone. Ein Tierheim, das als Gewerbe gilt, ist dort nicht erlaubt. Wenn aber Hunde aufgenommen werden, dann ist eine Ausnahmebewilligung möglich. Am möglichen Hundelärm stören sich wiederum die Anwohner. Gemäss Baurekursgericht wären bis zu 16 Hunde im Heim erlaubt. Vor allem Hunde, die bei Todesfällen oder Scheidungen keinen Besitzer mehr haben, kämen nach Gundetswil und würden von dort weitervermittelt.

Das Urteil des Verwaltungsgerichts erwartet der Verein bis Ende Jahr. Der juristische Kampf verzögert das Fundraising des Vereins. «Solange wir keine Bewilligung haben, sammeln wir auch kein Geld für den Umbau», sagt Bänziger. Mit dem Bau des Tierheims soll wiederum erst begonnen werden, wenn die nötigen drei Millionen Franken für den Umbau beisammen sind. «Sonst gingen wir ein zu grosses Risiko ein», sagt Bänziger. 1,5 Millionen Franken betrug das Eigenkapital des Vereins per Ende 2018.

Spenden-Website für Notfallbetrieb

Der Tierschutzverein vermeldete an der Versammlung aber auch positivere Neuigkeiten: Der Start des Notfallbetriebs in einer Garage vis-à-vis des geplanten Tierheims ist auf den 1. Juli vorgesehen. Dort sollen Katzen, Nager, Vögel und andere Kleintiere aufgepäppelt werden. Der Umbau kostete rund 300000 Franken, die der Verein vorgeschossen hat. Ein Teil des Geldes soll nun über eine eigens kreierte Spenden-Website (tsv-notfallbetrieb.ch) wieder reingeholt werden. Im ersten Stock des Bauernhauses ist seit letztem Sommer zudem eine Igel-Auffangstation eingerichtet, in der rund 150 Tiere behandelt wurden.

Erstellt: 30.05.2019, 16:25 Uhr

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