Zum Hauptinhalt springen

Die Elgger wollen die Doppelhalle

Die Primarschule Elgg braucht eigentlich keine neue Doppelturnhalle. Trotzdem ist man bereit, eine zu bauen, weil es die Bevölkerung so wünscht.

Abreissen oder sanieren: Diese Frage stellt sich bei der Turnhalle der Elgger Primarschule.
Abreissen oder sanieren: Diese Frage stellt sich bei der Turnhalle der Elgger Primarschule.
Heinz Diener

Die Turnhalle der Elgger Primarschule Im See ist veraltet. Es stellt sich die Frage: Saniert man die Einfachhalle oder baut man neu eine Doppelhalle? Trotz steigender Schülerzahlen könnte die Primarschule auf einige Jahre hinaus gut mit einer Einfachhalle kutschieren. Und selbst wenn der Bedarf an 32 Turnlektionen in der Woche überschritten würde, was laut Berechnungen erst ungefähr 2032 der Fall sein dürfte, könnten einige Klassen in die Turnhalle Hofstetten ausweichen.

Schulpräsidentin Monika Brühwiler machte am Montagabend klar: «Wir haben keinen Bedarf für eine grössere Halle.» Aber man habe die vielen Anfragen aus der Bevölkerung gesehen und gehört.

Zwei Varianten, ein Wille

Die Schule wolle über den Tellerrand schauen, hiess es. Über den Bühnenrand hinweg erblickten die Veranstalter am Montag rund 80 Besucherinnen und Besucher, die sich, so wurde es in der Fragerunde klar, allesamt für eine grössere Halle einsetzen wollten.

Planungsberater Cédric Perrenoud vom Ingenieurbüro Basler & Hofmann stellte zu Beginn zwei Varianten vor, wie sich die Primarschule in den nächsten Jahren entwickeln könnte. Gleich ist in beiden, dass die Schule einen vierten Trakt erhalten soll, in dem drei zusätzliche Klassen Platz finden und der auf sechs Klassen erweiterbar ist. Variante A sieht weiter vor, die Turnhalle und das Schwimmbad zu sanieren. Dahinter Richtung St. Gallerstrasse, wo heute Schrebergärten stehen, sollen neue Gebäude für Kindergarten und Tagesstrukturen gebaut werden.

In Variante B würde nur das Schwimmbad saniert und die Tagesstrukturen darauf gesetzt. Ein neuer Kindergarten würde in einem neuen Gebäude dahinter untergebracht. Die Turnhalle würde abgerissen. Auf Boden der Politischen Gemeinde, angrenzend an das Schulareal, würde eine neue Doppelhalle gebaut.

20 Millionen Franken

Der Unterschied der beiden Varianten zeigt sich vor allem im Preis. Variante A «ohne Doppelhalle» kommt in einer groben Schätzung auf 12,5 Millionen Franken zu stehen. Variante B «mit Halle» landet bei stolzen 20 Millionen Franken. Rund die Hälfte davon entfiele auf die neue Doppelhalle.

Um die Finanzen von Elgg steht es grundsätzlich gut. Das Budget 2019 sieht eine Senkung des Steuerfusses von 121 Prozent auf 117 Prozent vor. Bis 2022 werde man das voraussichtlich halten können, skizzierte Finanzberater Alfred Gerber. Ab 2023, wenn die neuen Schulgebäude in Betrieb genommen würden, werde der Steuerfuss steigen – vermutlich unabhängig von einer neuen Doppelhalle.

Denn die Investitionen der Primarschulgemeinde wären auch ohne diese hoch. Auf Nachfrage aus dem Publikum, um wie viel der Steuerfuss mit neuer Halle steigen würde, antwortete Gerber: «Das ist sehr schwierig vorauszusehen. Aber wahrscheinlich um mehr als fünf Steuerprozent.»

Elgger bestimmen an der Urne

Weil der Boden, auf dem die neue Doppelhalle zu stehen kommen würde, noch der Politischen Gemeinde gehört, ist diese ebenfalls in die Planung involviert. Es sei der richtige Zeitpunkt für die Diskussion, sagte Gemeindepräsident Christoph Ziegler: «Aber 20 Millionen Franken sind ein finanzieller Hosenlupf.»

Bevor man deshalb im nächsten Juni an der Gemeindeversammlung bereits über einen Projektierungskredit von 1,75 Millionen Franken befinde, wolle der Gemeinderat eine Grundsatzabstimmung lancieren. Am 10. Februar sollen die Elgger an der Urne klarstellen, ob sie eine Doppelhalle wollen oder nicht.

Die Fragen aus dem Publikum beschäftigen sich danach bereits mit den Details und nicht mehr damit, ob es überhaupt eine Doppelhalle braucht. Die Antworten: Ja, die Vereine werden in die Planung involviert. Rund 70 Parkplätze sind eingeplant. Die Halle soll kein zweites Werkgebäude mit Küche und Veranstaltungsinfrastruktur werden. Über eine Schiessanlage hat noch niemand nachgedacht. Es ist zu früh, um über eine Dreifachhalle zu diskutieren.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch