Zum Hauptinhalt springen

Die Idee vom Superkongresshaus kehrt zurück

Die per Ende Jahr angekündigte Schliessung des Kirchgemeindehauses an der Liebestrasse verschafft der Idee einer gross dimensionierten Kongressinfrastruktur ein unerwartetes Comeback. Der Stadtrat ist nicht abgeneigt.

Wie weiter mit dem Kirchgemeindehaus an der Liebestrasse? Diese Frage ist nach wie vor ungelöst. Während die Standortförderung noch verschiedene Szenarien für die Zukunft entwirft, ist auf politischer Ebene ein Vorschlag aufgetaucht – mit einem pikanten Déjà-vu-Charakter.

Lanciert hat die Idee FDP-Gemeinderat Stefan Feer, und zwar mittels einer schriftlichen Anfrage. Er will darin vom Stadtrat wissen, ob sich dieser für die Zukunft ein Grossprojekt vorstellen könnte, in das mit dem Kirchgemeindehaus auch das benachbarte Kunstmuseum eingebunden wäre – ein Kongress- und Kunsthauskomplex also, finanziert durch eine teilweise Überbauung der Liebestrasse.

Parallelen zum Stadttheater

Feers Vorschlag hat in Winterthur einen vertrauten Klang. Bereits für das Stadttheater wurde der Bau eines Superkongresshauses diskutiert. Letzten September legte der Stadtrat die Idee zu den Akten, nachdem die kantonale Denkmalpflege für einen Abriss des Stadttheaters hohe Hürden gesetzt hatte. Stadtpräsident Für Michael Künzle (CVP), der ein Fürsprecher einer modernen Kongresshausinfrastruktur ist, blieb ein Flurschaden zurück. Die Vorstellung, das Stadttheater könnte abgerissen werden, hatte die lokale Kulturszene gegen ihn aufgebracht.

Dass sich die Geschichte an der Liebestrasse genau so wiederholt, ist eher unwahrscheinlich. Zwar muss das Kirchgemeindehaus genau wie das Stadttheater bald saniert werden (für 10 bis 15 Millionen Franken), und es ist ebenfalls denkmalgeschützt. Die Ausgangslage ist dennoch nicht identisch. Vor allem ist die reformierte Kirchgemeinde Eigentümerin des Hauses und nicht die Stadt.

Unverbindlich positiv

Der Stadtrat scheint überdies aus dem Debakel ums Stadttheater seine Lehren gezogen zu haben. Seine Antwort ist, obschon zustimmend, auffallend offen formuliert und von einem möglichen Abriss ist nie die Rede. Im O-Ton schreibt der Stadtrat: «Eine räumlich über die Liegenschaft an der Liebestrasse hinausreichende Projektstudie (...) ist in diesem Zusammenhang prinzipiell durchaus denkbar.» Und weiter: Die Verbindung mit Kultur und Freizeitangeboten mache eine Kongressdestination erst recht attraktiv.

Keinen Zweifel lässt der Stadtrat an seinem Interesse, Winterthur als Kongressstandort zu positionieren, denn die Nachfrage nach kleinen und mittleren Kongressen sei ein Wachstumsmarkt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch