Winterthur

Jungfreisinnige widersprechen der Mutterpartei

Die Klimajugend erhält vom Stadtrat 10'000 Franken. Das sei ein Affront gegenüber der Bevölkerung, finden junge FDP-Politiker.

Engagement, das von der Stadt belohnt wird: Klimademo in Winterthur.

Engagement, das von der Stadt belohnt wird: Klimademo in Winterthur. Bild: Enzo Lopardo

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Wie der Winterthurer Stadtrat am Donnerstagmorgen bekannt gab, würdigt er das gesellschaftliche Engagement der Klimajugend mit dem jährlichen Jugendpreis in Höhe von 10'000 Franken. FDP-Präsident Dieter Kläy hat mit der Preisvergabe «keine Mühe», wie er gegenüber dem «Landboten» sagt. Ganz anders sehen das die Jungfreisinnigen der Stadt.

Der FDP-Nachwuchs schreibt in einer Mitteilung: «Es handelt sich um einen Affront gegenüber der Stadtbevölkerung, wenn eine links-grüne Stadtregierung ihre eigenen Anhänger finanziell belohnt.» Dies sei «einem im Interesse der Allgemeinheit dienenden Stadtrat nicht würdig». Im Gegensatz zu den Vorjahren, als beispielsweise die Spielgruppen oder Ludotheken den Preis erhielten, habe die jetzige Preisvergabe auch keinen Mehrwert für die Allgemeinheit.

«Jugendliche infiltriert»

Die Medienmitteilung ist unterzeichnet von Raphael Perroulaz, Präsident der Jungfreisinnigen und frischgebackener Gemeinderat. Er beklagt den «omnipräsenten Auftritt» der Klimajugend in den Medien. Es fehle beim Klimathema der politische Diskurs. Perroulaz findet deutliche Worte: «Es herrscht eine starke Gruppendynamik, mit welcher Jugendliche vereinnahmt und beinahe infiltriert werden.»

Der Stadtrat hat betont, dass die Preisvergabe nicht politisch zu verstehen sei. Man wolle jedoch das Engagement der Klimajugend würdigen. Die Regionalgruppe der Klimastreik-Bewegung nahm den Preis an, forderte aber auch ein politisches Bekenntnis des Stadtrats zu den Zielen der Bewegung.

Erstellt: 19.09.2019, 16:24 Uhr

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