Wiesendangen

«Die Sanierung ist kein Luxusprojekt»

Optimierte Abläufe und zeitgemässer Gesundheitsschutz – am Samstagvormittag waren in Wiesendangen die Pläne zum Umbau des Feuerwehrlokals einsehbar. Vertreter der Baukommission stellten sich den Fragen der Einwohner.

Architekt Urs Huggenber (2.v.r.) erklärt Interessierten Pläne des Feuerwehrlokals.

Architekt Urs Huggenber (2.v.r.) erklärt Interessierten Pläne des Feuerwehrlokals. Bild: Johanna Bossart

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Es war ein Kommen und Gehen, am Samstagvormittag im Feuerwehrlokal Wiesendangen. Zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner warfen einen Blick auf Pläne, Modelle und tauschten sich mit Mitgliedern der Feuerwehr und des Gemeinderats über das Projekt aus, über dessen Kredit von 3,3 Millionen Franken sie im Herbst abstimmen.

Sogar der Architekt des ursprünglichen Feuerwehrgebäudes, Christoph Herzog, besuchte den Anlass. Im Zentrum stand allerdings der Architekt des neuen Projekts, Urs Huggenberger von der Architektengruppe 4. Die Baukommission gab der Gruppe im Juni 2018 den Zuschlag für das Projekt.

Sie setzt sich aus den Gemeinderäten Stefan Nigg und Manfred Steger, dem Gemeindeschreiber Martin Schindler, den Feuerwehrleuten Marco Scheuring und Markus Furrer sowie Peter Bosshard als Bauherrenbegleiter zusammen. «Die Bedürfnisse der Feuerwehr standen dabei im Vordergrund», betont Feuerwehrkommandant Marco Scheuring.

Nichtsdestotrotz haben auch gesetzliche Bestimmungen die Umbaupläne beeinflusst. «Wir sind an die Auflagen der Gebäudeversicherung», erklärt Architekt Huggenberger. «Hinzu kommen energetische Themen, welche wir bisher vor uns hingeschoben haben, wie das nicht isolierte Dach.»

Mehr Platz dringend benötigt

Taktgebend bei der Sanierungsplanung des Feuerwehrlokals waren auch die Abläufe bei einem Einsatz – das heisst, die Zeit, die vom Eingang eines Anrufes bis zum Ausrücken der Fahrzeuge verstreicht.

«Diese werden mit der Sanierung optimiert», erklärt Huggenberger. Mit einem Anbau an das bestehende Gebäude im Bereich, in dem sich jetzt der Parkplatz befindet, kann zudem der nötige Platz für Garderoben und Atemschutzretablierung, also das Reinigen der Atemschutzgeräte, Waschboxen und ein zusätzlicher Einstellplatz geschaffen werden. «Heute kann Brandrauch bis zu 5000 verschiedene Stoffe enthalten. Darunter giftige, ätzende und reizende Substanzen, welche über die Haut den Körper schädigen können», erklärt Scheuring. Deshalb müssen sich kontaminierte Einsatzkräfte duschen können.

So wird eine Verschleppung von Schadstoffen nach Hause oder ins Büro verhindert. «Damit wir unsere Einsatzzeit erfüllen können, ist es zudem wichtig, dass wir am jetzigen Standort bleiben», betont Scheuring. Auch emotional würden er und sein Team am Gebäude hängen.

Ebenfalls wichtig sei, dass das Lokal einen zeitgemässen Betrieb ermöglicht, wozu Garderoben und WCs für Frauen gehören. Eine weitere bauliche Massnahme erhöht die Sicherheit, indem sie eine getrennte Zu- und Wegfahrt ermöglicht. Einrückende Feuerwehrleute kommen von Norden via Parkplatz und kreuzen so ausrückende Fahrzeuge nicht mehr.

Eine weitere Herausforderung war es, den Neubau ans Ortsbild und an seine Umgebung anzupassen, sagt Gemeindeschreiber Schindler. «Alles abzureissen und einen Industriebau hinzustellen, wäre günstiger gewesen», sagt er. Aber mit der jetzigen Variante habe man eine zweckmässige und kostenoptimierte Lösung erarbeitet. «Ein Luxusprojekt ist die Sanierung sicher nicht.»

Erstellt: 30.06.2019, 15:15 Uhr

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