Winterthur

Die SP will mit Christa Meier die linke Mehrheit zurückholen

Die Sozialdemokraten treten an der Stadtratswahl im März mit einer eigenen Sprengkandidatin an. Gestern Abend haben sie Christa Meier einstimmig nominiert. Hingegen verzichtet Yvonne Beutler darauf, den Stadtpräsidenten herauszufordern.

Christa Meier bewirbt sich nächsten März als dritte Kandidatin der SP für einen Sitz im Stadtrat. Gemeinsam mit Nicolas Galladé und Yvonne Beutler wurde sie am späten Dienstagabend von den SP-Delegierten nominiert.

Christa Meier bewirbt sich nächsten März als dritte Kandidatin der SP für einen Sitz im Stadtrat. Gemeinsam mit Nicolas Galladé und Yvonne Beutler wurde sie am späten Dienstagabend von den SP-Delegierten nominiert. Bild: Heinz Diener

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Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) wäre bei den nächsten Wahlen angreifbarer als auch schon. Ob bei der Unternehmenssteuerreform III, der Spitalprivatisierung oder bei der Idee, aus dem Stadttheater ein Kongresshaus zu machen: Künzle persönlich oder die von ihm angeführte bürgerliche Stadtratsmehrheit standen in wichtigen Fragen in der laufenden Legislatur wiederholt auf der Verliererseite.

Trotzdem bleibt der Stadtpräsident bei den Wahlen im nächsten März in seiner Funktion unbestritten. Die SP hat an ihrer Delegiertenversammlung am Dienstagabend die Idee einer Kampfkandidatur verworfen. Infrage gekommen wäre dafür eigentlich nur Finanzvorsteherin Yvonne Beutler, die sich bei der Abstimmung über die Unternehmenssteuer bereits offen und erfolgreich gegen Künzle gestellt hatte.

Kräfte konzentrieren

Nun also der Verzicht. SP-Co-Präsident Christoph Baumann sagt: «Wir sind gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, dass es die gewinnbringendere Strategie ist, nur die bürgerliche Mehrheit anzugreifen.» Darauf, auf eine Änderung der Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat und Gemeinderat, wolle man die ganze Energie verwenden.

Für die SP soll es Christa Meier richten. Die Gemeinderätin und frühere höchste Winterthurerin wurde nebst Nicolas Galladé und Yvonne Beutler gestern als dritte Stadtratskandidatin nominiert. Sie war im Frühling bereits bei den Ersatzwahlen für den Sitz des zurückgetretenen Matthias Gfeller (Grüne) angetreten und hatte ein gutes Resultat gemacht, dann aber zugunsten der Grünen auf den zweiten Wahlgang verzichtet.

Meier habe einen ausgezeichneten Leistungsausweis und sei die Richtige, um eine sachliche Politik zu machen, kommentiert Baumann die Nomination. Um in den Stadtrat einzuziehen müsste sie einen Bisherigen verdrängen. Meier sagt dazu, der bürgerliche Stadtrat habe seine Versprechungen nicht eingelöst. Das sei heute vielen klar. «Ich glaube schon, dass wir eine Chance haben.»

SVP will den Status quo

Auch die SVP hat am Dienstag die Eckpunkte für die Stadtratswahlen festgelegt. Der Fokus liegt aber auf Besitzstandswahrung. Baustadtrat Josef Lisibach der erst vor drei Jahren zum Stadtrat stiess, wurde bestätigt. Von einer zweiten Nomination sahen die Parteimitglieder jedoch ab.

SVP-Präsident Simon Büchi begründet die ungewohnte Zurückhaltung mit den Stadtratsersatzwahlen: «Wir hatten mit Daniel Oswald einen sehr guten Kandidaten und sind trotzdem klar unterlegen.» Für Büchi ein Zeichen, dass die Bevölkerung sich derzeit keinen deutlich bürgerlichen Stadtrat wünscht. Die SVP hat gestern auch entschieden, das bürgerliche Viererticket zu unterstützen. Allerdings nicht ohne Bedingungen, wie Büchi klarmacht.

Komplett ist die Startaufstellung für die Stadtratswahlen noch nicht. Die Grünliberalen machen es einmal mehr spannend. Eine eigene Kandidatur ist unter den gegebenen Vorzeichen wahrscheinlich. Einen Entscheid fällt die GLP allerdings erst am 26. September. (Landbote)

Erstellt: 22.08.2017, 22:49 Uhr

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